Sonntag, 26. Juni 2016
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Digitalkameras: kleiner, besser, günstiger


„Analog oder digital?“ war lange Zeit die größte Glaubensfrage aller beruflichen und Hobbyfotografen. Der Siegeszug der digitalen Fotografie ist schon lange nicht mehr aufzuhalten, gerade Neu-Einsteiger stellen sich deshalb jetzt eine ganz andere Frage: "Wie viele Megapixel brauche ich wirklich?"

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Acht Digitalkameras im Vergleich

Aktuelle Digitalkameras sind heute nicht nur richtig preisgünstig, sondern liefern auch hochwertige Bilder. Doch was kann man von den neuen Megapixel-Millionären erwarten - und wie viele Pixel werden für welchen Zweck benötigt?

Zu den Hoch-Zeiten der analogen Fotografie war es etwas Besonderes, wenn ein Handwerker seine Kamera ständig mit sich herumtrug – heute ist es eine Selbstverständlichkeit: Denn viele der digitalen Knipskisten sind so klein, dass sie in jeder Hemd- oder Jackentasche Platz finden. Zudem muss man nicht bis zur Foto-Entwicklung bangen, ob die Bilder etwas geworden sind – das Ergebnis lässt sich bei Digitalkameras direkt auf dem LCD-Display überprüfen.

Digitalkameras haben das Fotografieren einfach gemacht

Fotografieren ist heute so einfach wie nie zuvor: Die Kamera berechnet selbstständig die optimalen Einstellungen, die Fokussierung erfolgt automatisch, dank „Anti-Shake“-Technolgie gibt es keine verwackelten Bilder mehr. Und sollte trotzdem mal ein Foto misslungen sein, wird es an Ort und Stelle einfach rückstandslos gelöscht – oder später am PC so weit aufpoliert, dass es doch noch eine ansehnliche Qualität bekommt.

Auch lassen sich so Einzelbilder effektvoll zusammenmontieren oder rote Augen auf Mausklick einfach wegzaubern. Der größte Vorteil ist aber die ständige und sofortige Verfügbarkeit aller Bilder: Es gibt keine Entwicklungs- oder sonstige Wartezeiten mehr, alle Fotos lassen sich direkt in beliebiger Zahl ausdrucken oder übers Internet versenden.

Der Umstieg in digitale Bilderwelten sollte gut geplant werden: Jedes Jahr überschwemmen viele hundert neue Digitalkameras den Markt, die Hersteller richten sich mit unterschiedlichen Modellen an Einsteiger, Hobbyfotografen und ambitionierte Profis. Noch immer liefert sich die Industrie ein Megapixel-Wettrüsten: Aktuell scheint bei Kameras mit 16,7 Megapixel das Ende der Fahnenstange  noch nicht erreicht zu sein. Dass kaum jemand so viele Megapixel wirklich benötigt, scheint für die Industrie keine Rolle zu spielen.

Qualität des Objektivs spielt eine große Rolle

Grundsätzlich gilt natürlich: Je mehr Megapixel eine Kamera liefert, desto schärfer werden Details abgebildet und desto größer können Fotos ohne Qualitätsverlust ausgedruckt werden. Doch spielt die Qualität und Lichtempfindlichkeit des Objektivs eine mindestens genauso große Rolle. So kann man z.B. mit einer billigen 8-Megapixel-Kamera zwar wunderbar hoch aufgelöste, aber trotzdem nur dunkle und schlechte Fotos machen - weil das Objektiv bei niederen Preisklassen meist minderwertig ist.

Eine teurere 3-Megapixel-Kamera mit hochwertigem Markenobjektiv hingegen schießt wirklich brillante Fotos. Schon daran ist zu sehen: Die Pixelanzahl gibt nur Informationen zu Bildpunkten – sagt aber nichts über deren Qualität. Wie viele Pixel wirklich nötig sind und welche Kamera „die richtige“ ist, hängt allein von persönlichen Bedürfnissen, Ansprüchen und späteren Foto-Verwendungswünschen ab. Viele Digitalkamera-Einsteiger stellen meist schnell fest, dass sie für qualitativ hochwertige Bilder weniger Megapixel benötigen, als sie zunächst dachten – weitaus wichtiger ist ein hochwertiges Objektiv.

Einsteiger sollten mit 3- oder 4-Megapixel-Kameras beginnen

Für die ersten fotografischen Schritte im Bereich der Digitalfotografie reicht eine 3- oder 4-Megapixel-Kamera mit gutem Objektiv völlig aus. Damit hat man als Digital-Einsteiger trotz geringer Investitionskosten schon alle Möglichkeiten: Schnappschüsse können per E-Mail verschickt oder auf die eigene Webseite gestellt werden, auch herkömmliche Foto-Abzüge oder eigene Ausdrucke lassen sich hochqualitativ bis zu einer Größe von 15 x 21 cm verwirklichen.

Gute 4-Megapixel-Kameras von namhaften Herstellern gibt es in den Angeboten der großen Elektro-Discounter oft schon ab 100 Euro, mit an Board ist dann auch ein optischer 3-faches Zoom. Per Videofunktion kann man zudem kleine Tonfilme drehen.

Für fortgeschrittene Ansprüche empfiehlt sich hingegen eine Kamera aus der 5- bis 6-Megapixel-Liga. So lassen sich auch komplexe Bildkompositionen entwerfen, die großformatig ausgedruckt werden können. Mit Preisen von 150 bis 400 Euro sind diese Kameras deutlich teurer, bieten aber auch bessere Objektive und viel mehr manuelle bzw. individuelle Einstellungen als Einsteiger-Geräte.

Digitale Spiegelreflex-Kameras für Profi-Fotografen

Ambitionierte Hobby-Fotografen sollten sich mindestens ein 8-Megapixel-Modell zulegen. Für Preise zwischen 400 und 650 Euro gibt es bei diesen Highend-Kameras noch einmal sehr viel mehr manuelle Einstellungs- und Effektmöglichkeiten. Anspruchsvolle Profi-Fotografen greifen meist zu einer digitalen Spiegelreflex-Kamera, denn diese vereint die Vorteile der digitalen und der Spiegelreflex-Fotografie in einem Gerät.

Zudem können an digitale Spiegelreflex-Kameras herkömmliche Wechselobjektive geschraubt werden, wodurch der Fotograf eine sehr viel größere künstlerische Freiheit genießen kann. Diese hat allerdings ihren Preis: Zwischen 650 und mehrere tausend Euro werden dafür fällig.

Über die Qualität einer Digitalkamera und der zu produzierenden Fotos entscheidet vor allem das „Charge Coupled Device“, kurz CCD. Dieser Bildsensor hat die Aufgabe, einfallendes Licht in digitale Daten zu verwandeln. Eine Gleichung findet dabei fast immer Anwendung: Je höher die Auflösung (in Megapixel), desto kleiner sind die Zellen des CCD – und des-to mehr Geld muss man für die Kamera auf den Tisch legen.

Sind Digitalkameras trotz hoher Auflösung besonders preisgünstig, sollte man genauer hinsehen: Denn einige Modelle der Preisbrecher-Fraktion arbeiten nicht mit CCD-, sondern mit CMOS-Technik (Complementary Metaloxide Semiconductor). Solche CMOS-Sensoren können wesentlich billiger produziert werden. Viele Praxistests bescheinigen ihnen aber ein höheres Bildrauschen. Dieses lässt sich zwar mit einigem technischen Aufwand wieder minimieren, verteuert die Kamera aber wieder entsprechend.

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