Dienstag, 27. September 2016
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Sicherheitsrisiko Nummer Eins: Menschliche Nachlässigkeit


Regelmäßige Datensicherungen sind für Handwerksbetriebe unerlässlich: Alle Kunden- und Zuliefererdaten, Angebote, Fahrtenbücher, Steuerunterlagen sowie andere wichtige Dokumente sollten immer als Sicherheitskopie vorhanden sein.

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Foto: bilderbox / Text: Thomas Busch

Doch mit einigen Backup-Systemen spielen Handwerker im Ernstfall russisches Daten-Roulette: Oft sind ältere Medien nicht mehr lesbar oder ausgerechnet am Vortag wurde die Datensicherung vergessen.

Es gibt genügend Fälle im Arbeits­alltag, die einen Datenverlust nach sich ziehen können: Im günstigsten Fall wird nur aus Unachtsamkeit eine wichtige Datei gelöscht. Einem kompletten Datenverlust können Handwerksbetriebe gegenüberstehen, wenn die Festplatte des PCs einen Defekt aufweist. Aber auch Horrorszenarien wie Diebstahl oder ein Gebäudebrand sind nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen ist ein zuverlässiges und sicheres Backup-Sys­tem besonders wichtig.
   
Sicherheitskopien an einem Ort außerhalb des Betriebes aufbewahren

Am häufigsten nutzen Unternehmen CDs/DVDs, ZIP-Laufwerke, Band­sicherungssysteme oder externe Festplatten, um wichtige Daten regelmä­ßig zu speichern. Diese Systeme sind aber nur unter mehreren Voraussetzungen wirklich sicher: So müssen alle Kopien an einem sicheren Ort außerhalb des Betriebes aufbewahrt werden – denn im Falle eines Feuers sind sonst nicht nur die Original-Daten, sondern auch die Sicherungen verloren. Außerdem sollten die Sicherungsmedien regelmäßig erneuert werden, denn alte bzw. öfter genutzte CDs/DVDs oder Bandsicherungen sind ansonsten im entscheidenden Moment nicht mehr lesbar.

Der Hauptgrund für fehlende Sicherheitskopien ist jedoch immer noch menschliche Nachlässigkeit: Es ist in vielen Unternehmen an der Tagesordnung, dass Backups aus Zeitmangel schlicht vergessen oder die Datensicherung vom Vortag aus Versehen überschrieben wird. Eine wertvolle Hilfe sind deshalb Software-Programme, die Backups täglich automatisch durchführen. Einige Back­up-Programme sind bei privatem Gebrauch komplett kostenlos, für die gewerbliche Nutzung fällt meist eine geringe Lizenzgebühr an.
 
Online-Backups: Alternative zu den herkömmlichen Sicherungsmethoden

Eine noch relativ neue Alternative zu den herkömmlichen Sicherungsmethoden sind Online-Backups. Hier werden alle wichtigen Daten über eine Breitband-Onlineverbindung wie DSL auf einem externen Server gesichert. Diese Server befinden sich in professionellen Rechenzentren, die gegen jede Art von Datenverlust besonders gesichert sind. Die Kosten für diese Leistung variieren je nach Anbieter stark:

So bietet Maxdata (www.maxdata.de/loesungen/prime_backup) ein Speichervolumen von 1 GB für 4,16 Euro netto im Monat, 10 GB kosten 33,57 monatlich. Die IT Workgroup AG (www.outback.de) berechnet hingegen im günstigsten Paket für 1 GB Speichervolumen 349 Euro jährlich. Bei der Web2Know GmbH (www.webattachedbackup.de) kostet Speicherplatz bis zu 10 GB nur 12 Euro netto im Monat. Bei vielen Anbietern werden die Daten bei der Speicherung automatisch komprimiert, so dass sie nur wenig Platz verbrauchen. In einigen Fällen kommt zu den monatlichen Preisen noch eine einmalige Einrichtungsgebühr zwischen 150 und 200 Euro.

USV-Systeme gegen Stromausfall

Ein weiterer Risikofaktor für spontane Datenverluste sind kurze Stromausfälle: Wer z. B. mit Office-Programmen arbeitet und seine Dokumente nicht regelmäßig abspeichert, kann bei einer kurzen Stromunterbrechung die Arbeit von mehreren Stunden innerhalb einer Sekunde verlieren. Dabei gibt es Geräte für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) schon zu Preisen von 50 bis 100 Euro.

Diese kleinen Boxen (z. B. von Actebis, Manhatten, Mus­tek, Powerware) werden einfach zwischen Stromnetz und PC geschaltet und überbrücken im Notfall drei bis vier Minuten – Zeit genug, um die eigene Arbeit abzuspeichern und den PC herunterzufahren. Wer bis zu einer Viertelstunde mit mehreren elektrischen Geräten unabhängig vom Stromnetz sein möchte, muss für ein USV-System allerdings nicht selten einen vierstelligen Kaufpreis einplanen.

Ausgewählte Backup-Programme:


BackUp Maker:
kostenloser Download bei privater Nutzung, Firmen-Lizenz: 50 Euro, Internet: www.ascomp.net

TrayBackup
:
kostenloser Download bei privater Nutzung, Firmen-Lizenz: 15 Euro, Internet: www.traybackup.de

VIF Archiver SE:
kostenloser Download bei privater Nutzung, Firmen-Lizenz: auf Anfrage, Internet: www.softcat.org/vif

Z-D-Backup:
kostenloser Download bei privater Nutzung, Firmen-Lizenz: 25 Euro, Internet: www.point2click.de/freeware/backup.html

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