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August, 2010
MyHammer stellt Gebührenmodell um

MyHammer: Schluss mit kostenlosen Angeboten

Handwerk
Foto: MyHammer
Seit dem 21. Juli 2010 hat MyHammer das Partner-Paket Business 500 eingeführt. Nun können ausschließlich zahlende Nutzer Angebote abgeben. Der neue Vorstandvorsitzende Markus Berger-de León sprach mit dem Deutschen Handwerksblatt über Gründe und Ziele der Umstellung des Gebührenmodells.


Herr Berger-de León, seit dem 21.07.2010 hat MyHammer das Partner-Paket Business 500 eingeführt.  Nun können ausschließlich zahlende Nutzer Angebote abgeben. Was ist der Grund für diese Umstellung des Gebührenmodells?

Die Steigerung der Qualität ist der wichtigste Grund für die Einführung einer Mindestanforderung für die Teilnahme bei MyHammer. Alle bei MyHammer tätigen Handwerker und Dienstleister werden in Zukunft ein hochwertiges Firmenprofil haben, auf dem wichtige Daten zu ihrem Unternehmen wie Kontakt, Bewertungen, Qualifikationen und Referenzen für alle Kunden einsehbar sind. Denn Handwerk und Dienstleistung sind Vertrauenssache. Deswegen haben unsere Business-Partner auch wesentlich mehr Aufträge gewonnen, seit wir die neuen Firmenprofile im Februar 2009 eingeführt haben. Wir gehen jetzt einen Schritt weiter: Wer ein Angebot abgeben will, muss ein Firmenprofil haben – anonymes Auftreten passt nicht zu Aufträgen, die auf Vertrauen passieren. Und da das Firmenprofil an sich schon einen Wert hat, berechnen wir auch einen Preis dafür.


Warum verbessert sich aus Ihrer Sicht die Qualität der Angebote durch die Umstellung?

Wir haben festgestellt, dass überwiegend Anbieter Aufträge gewonnen haben, in deren Profil die Kontaktdaten, Qualifikationen und Referenzen für alle Kunden einsehbar waren. Dies wird in Zukunft bei MyHammer immer der Fall sein: Der Auftraggeber weiß bei jedem Anbieter sofort, um wen es sich handelt; das steigert die Sicherheit. Unsere Erfahrung ist ganz klar: Vertrauen ist bei uns einer der Schlüssel des Erfolges. Egal, ob unsere Kunden über eine Ausschreibung oder direkt über das MyHammer Branchenbuch einen Handwerker oder Dienstleister suchen – auf jedem Firmenprofil finden sie in Zukunft alle Daten, die wichtig sind, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

 

MyHammer_logo
Ihr Presse-Chef Genzmer gibt in Ihrem Blog auch als Grund für die Gebührenumstellung „Auch MyHammer muss Geld verdienen“ an. Geht es wirklich nur um Qualitätsverbesserung oder auch um Gewinnmaximierung?

Ein Blick in unsere Bilanzen verrät, dass wir die Gewinnzone noch nicht erreicht haben, insofern müssen wir erst einmal dahin kommen. Und das geht – und davon sind wir überzeugt – nur mit einem Produkt, dass wir qualitativ sukzessive weiter verbessern. Und diese Qualität kostet Geld. Das, was wir anbieten, nämlich das mit Abstand größte Portal für Handwerks- und Dienstleistungsaufträge, hat einen Wert und ist nicht kostenlos zu haben. Wir investieren jeden Tag viel Geld in Marketing, um neue Auftraggeber und damit Kunden für unsere Handwerker auf die Pattformen zu bekommen. Deswegen haben wir ganz bewusst gesagt: Liebe Handwerker, wir geben sehr gerne Geld für Euch aus, aber wir müssen auch Geld verdienen.

 

Nach Ankündigung der Umstellung hagelte es wütende Proteste von Nutzern. Nicht wenige kündigten an, Ihre Mitgliedschaft zu beenden. Haben Sie mit dieser Reaktion gerechnet? Wie entwickeln sich die Nutzerzahlen seit der Einführung des neuen Partner-Pakets?

Wir haben die Umstellung bei MyHammer fair und rechtzeitig kommuniziert und uns bewusst der Diskussion gestellt, übrigens im Unterschied zum Wettbewerb. Und natürlich haben wir auch mit Kritik gerechnet. Es ist ganz normal, dass Nutzer sich beschweren, wenn etwas bisher Bekanntes geändert wird und eine bisher kostenlose Funktion kostenpflichtig wird. Unabhängig von den Diskussionen zeigen unsere Verkaufszahlen, dass das neue Paket Business 500 sehr gut angenommen wird. Auf die Nutzerzahlen hat die Ankündigung der Umstellung keinen Einfluss gehabt, wir verzeichnen durchschnittlich täglich 1.000 neue Nutzer, davon 100 Handwerker oder Dienstleister.


Führt die von Ihnen angenommene Qualitätssteigerung der Angebote zu einer steigenden Zahl der eingestellten Aufträge?

Ja, es spricht einiges dafür. Mit der Einführung der Business Pakete und dem MyHammer Branchenbuch Anfang 2009 wurde uns von vielen Handwerkern bestätigt, dass viele schwarze Schafe verschwunden sind und der Wettbewerb fairer geworden ist. Die Zahl der jederzeit abrufbaren Ausschreibungen ist seitdem um 10.000 gestiegen. 2009 hatten wir durchschnittlich 30.000 Ausschreibungen auf der Plattform, 2010 sind es bisher 40.000.  Vor Februar 2009 wusste man nicht genau, wer als Handwerker bei MyHammer aktiv ist – heute ist das komplett transparent. Das führt natürlich dazu, dass immer mehr Menschen ihren Handwerker bei MyHammer suchen – entweder per Ausschreibung oder direkt über das Branchenbuch. Und wir sehen, dass die Ausschreibungshöhe zunimmt – auch das spricht für ein gestiegenes Vertrauen in den MyHammer Mechanismus.

 

Können die nun zahlenden Mitglieder damit rechnen, dass die Mehreinnahmen auch dafür verwendet werden, mehr Aufträge für sie zu generieren? Wofür soll das Geld eingesetzt werden?

Die Zahl der Nutzer und der Ausschreibungen wächst bei MyHammer, seitdem es uns gibt, also seit über fünf Jahren. Derzeit kommen jeden Tag über 1.000 neue Nutzer und 2.000 neue Ausschreibungen dazu. Das ist kein Zufall, denn wir investieren jeden Tag in die Verbesserung der Plattform und natürlich ins Marketing, um neue Auftraggeber und damit Kunden für unsere Handwerker und Dienstleister auf die Pattformen zu bekommen. Und das werden wir natürlich auch weiterhin sehr zielgruppenspezifisch tun, um noch mehr  neue Kunden und noch mehr Aufträge auf die Plattform zu bringen. Allein das Branchenbuch hat sich bereits für die Handwerker gelohnt. Nach nur einem Jahr sind wir bereits das zweitbekannteste Online-Branchenbuch nach gelbeseiten.de. Viele Handwerker erhalten über MyHammer auch heute schon neue Kunden nur über ihr Firmenprofil, also ohne ein Angebot auf eine Ausschreibung abzugeben.

 

Warum wird jeder Nutzer für mindestens ein Jahr gebunden? Kundenfreundlicher wäre es doch, wenn die Mitgliedschaft monatlich oder vierteljährlich kündbar wäre. Gerade neue Nutzer könnten so testen, wie viel Umsatz sie über MyHammer generieren können und so feststellen, ob sich eine weitere Mitgliedschaft lohnt.

Laufzeiten von 12 oder 24 Monaten sind absolut üblich und akzeptiert bei vielen Dienstleistungen, angefangen vom Handyvertrag, Kabel-Fernsehen und Internetanschluss bis hin zum Fitness-Studio und nicht zuletzt bei einem Branchenbucheintrag. Laufzeitverträge geben sowohl Kunden als auch Anbietern eine Kalkulationssicherheit und machen Dienstleistungen für Kunden bezahlbar. Niemand kauft doch heute eine Homepage für drei Monate oder mietet ein Büro für eine so kurze Zeit. Aber ich möchte das Augenmerk auch einmal darauf lenken, was der Handwerker bei uns für sein Geld bekommt: Neben der Möglichkeit, Angebote abzugeben, hat er ein professionelles und von jedem Interessenten abrufbares Firmenprofil samt Kontaktdaten und von MyHammer geprüften Qualifikationen. Außerdem ist das Firmenprofil suchmaschinenoptimiert, so dass es oft von Kunden gefunden wird. Das sind zugespitzt gerade mal knapp 20 Euro im Monat für das gesamte Marketing, das man als kleiner Handwerksbetrieb braucht.

 

Warum erhöhen Sie die Gebühr nach einem Jahr Mitgliedschaft um weitere 5 Euro?

Sie sprechen von unserem Einsteigerpaket Business500, das standardmäßig 24,90 Euro im Monat kostet, und das wir in einer Einführungsphase für 5 Euro weniger anbieten. Dieser Sonderpreis gilt die ersten 12 Monate, danach fällt der reguläre Preis an.

 

Wenn die Qualität der Angebote steigt, kommt das den Auftraggebern zugute. Die Auftragnehmer haben mehr Kosten. Es wäre doch nur fair, die Auftraggeber auch zur Kasse zu bitten, um die Qualität der Aufträge zu steigern?

Zunächst mal kommt das Handwerkern zugute: Der Wettbewerb wird fairer, weil alle mit den gleichen Kosten rechnen müssen. Zusätzlich erhalten die Business Partner mit dem Firmenprofil eine auf das Handwerk optimierte Homepage, über die sie kostenlose Kundenanfragen erhalten. Damit erfüllen wir übrigens die wichtigste Forderung, die seit jeher an uns herangetragen wird bzw. wurde: Die Transparenz und Qualität auf der Plattform steigern und sicherstellen. Schließlich hilft diese Transparenz auch den Handwerkern, denn auch Auftraggeber werden bewertet – und zwar von den Handwerker-Kollegen. Bei MyHammer kann man also sehr genau sehen, wer der Auftraggeber ist: Vergibt er tatsächlich Aufträge und wenn ja in welcher Höhe? Wie sieht es mit seiner Zahlungsmoral aus? Kann ich mit Folgeaufträgen rechnen? Wo sonst finden Sie so etwas heute? Nichtsdestotrotz, denken wir täglich darüber nach, wie wir die Qualität auf MyHammer mithilfe von verschiedenen Anreizen steigern können. Ihr Vorschlag ist einer von vielen, der immer mal wieder an uns herangetragen wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt glauben wir jedoch nicht, dass eine Ausschreibungsgebühr hilfreich wäre, übrigens insbesondere für  unsere Handwerker nicht. Denn diese haben ja bei MyHammer den Vorteil, möglichst viele Ausschreibungen vorzufinden, aus denen sie sich aussuchen können, auf welche sie Angebote abgeben.

 

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