Es bleibt dabei: Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) lehnt die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes vehement ab. „Mindestlöhne vernichten viele Arbeitsplätze" erklärte ZV-Präsident Andreas Popp.
„Dies belegen nicht zuletzt neue Untersuchungen anerkannter Wirtschaftsinstitute. Wer das Gegenteil behauptet betreibt Propaganda statt Realpolitik", erklärte Popp. Mehrwertsteuererhöhung, Mindestlohn und die Subventionierung von Mikrobetrieben stellten Rahmenbedingungen dar, die wirtschaftspolitisch nicht aufgehen könnten, betonte der ZV-Präsident.
Beim Streitthema „Mindestlohn" spricht sich der Zentralverband grundsätzlich für „faire Löhne" aus, lehnt jedoch einen gesetzlichen Mindestlohn ab. Er stelle der einen massiven Eingriff in die Tarifautonomie und damit in die unternehmerische Freiheit dar. „Überall dort, wo Mindestlöhne die Leistungskraft von Unternehmen überfordern, käme es zwangsläufig zu Beschäftigungsabbau. Das wiederum würde die Schwarzarbeit fördern und damit die Nachfrage in den legalen Betrieben reduzieren", sagte ZV-Präsident Popp. „Auch die Idee, das Friseurhandwerk ins Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufzunehmen, ist keine Lösung, da im Friseurhandwerk weder eine Entsende-Problematik existiert noch die notwendige Tarifstruktur vorhanden ist."
Die Koalition hatte sich kürzlich darauf geeinigt, das Entsendegesetz auszuweiten. Demnach soll es auf Branchen ausgeweitet werden können, die zu mehr als 50 Prozent tarifvertraglich gebunden sind. Wie viele Branchen die Bedingungen dafür erfüllen, soll noch geprüft werden, immer wieder war dabei unter anderem vom Friseurhandwerk die Rede. Laut Statistischem Bundesamt liegen die niedrigsten Tariflöhne in Ostdeutschland bei 3,82 Euro pro Stunde für Friseure.
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