Der Tisch ist zu hoch, der Schrank zu tief, die Tür zu eng und der Einstieg in die Dusche eine große Hürde. Das Handwerk kann Wohnungen barrierefrei gestalten - ein Markt mit Zukunft.
Die Gruppe der älteren Menschen wächst und wächst: Derzeit ist in Deutschland jeder Fünfte älter als 60 Jahre. Im Jahr 2030 wird es jeder dritte Bürger sein. Für das Bau- und Ausbauhandwerk tut sich hier ein enormes Potenzial auf: Fast 95 Prozent der älteren Menschen leben und versorgen sich selbst in ihrer Wohnung oder ihrem Haus. Voraussetzung dafür sind Wohnungen, die den Bedürfnissen Älterer sowie Menschen mit Behinderungen entsprechen. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke. Wohnungen und Möbel sind nach Standardmaßen gebaut. "Dementsprechend sind es selten das Alter oder die körperlichen Beeinträchtigungen, die das Leben in der eigenen Wohnung erschweren - sondern es sind die Wohnungen selbst, die Unfallrisiken bergen", sagt Frank Reimann von der Handwerkskammer Trier, der einen 90 Seiten starken Leitfaden zum Thema verfasst hat. Große Kaufkraft der Senioren
Hier liegt die große Chance für das regionale Handwerk: Einen Umbau zu einer barrierefreien Wohnung können sich immer mehr Menschen leisten. Statistisch gesehen verfügen Senioren über das höchste frei verfügbare Grundvermögen aller Altersgruppen. Außerdem weisen sie die stärkste Kaufkraft auf und sind auch bereit, für individuelle Leistungen zu zahlen, sofern Beratung und Qualität stimmen. Die Handwerkskammern reagieren immer stärker auf diesen Trend und informieren ihre Mitglieder mit Broschüren, Seminaren und Internetangeboten zum Seniorenmarketing.
Internetadressen zum Thema
Der Internetauftritt Barrierefreies Bauen und Wohnen der Handwerkskammer Trier
Buchtipp: Die deutsche Bevölkerung altert. Entsprechend verändert sich auch die Altersstruktur der Handwerkerkunden. Zwei Kundengruppen bedürfen daher einer besonderen Beachtung. Zum einen sollte die Gruppe der über 50-Jährigen ins Blickfeld rücken - eine momentan überdurchschnittlich finanzkräftige und aktive Zielgruppe, die bemüht ist, sich mit ihrem erworbenen Wohlstand lang gehegte Träume zu erfüllen.
Die zweite Gruppe ist um oder über 70 Jahre alt und bezieht zurzeit noch eine gute Rente, die sie in die Lage versetzt, sich möglichst lange ein mobiles und unabhängiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Jeder Handwerker sollte sich genau überlegen, ob er diese Zielgruppen nicht für sich entdecken und gezielt umwerben möchte. Darin können für ihn Marktchancen liegen.
Marktchance 50 plus. Hrsg.: Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V., Autoren: Beate Hülsmann-Kirchhoff, Heinz G. Rittmann, Harald Siebert, 1. Auflage 2005 , PDF-Dokument, 5 MB, 22 Seiten, Best.Nr. 161403D, Preis: 8,00 EUR. Sie können das Dokument hier herunterladen.
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