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September, 2007
 

Messen rollen Handwerkern den roten Teppich aus

Handwerk
Foto: Messe Leipzig
Messegesellschaften rollen kleineren und mittleren Unternehmen den roten Teppich aus. Mit Komplettständen, Gemeinschafts-Präsentationen, Sonderflächen und Messe-Workshops umwerben sie vor allem Messe-Neulinge. Auch der Bund und die Länder stehen Ausstellern mit Rat und Geld zur Seite.

Die Dachorganisation der Messewirtschaft Auma hat im März 2007 eine Kampagne gestartet mit dem Titel „Erfolg durch Messen“. Die Kernbotschaften sind: Messen führen zu Erfolgen, weil man Innovationen einem internationalen Fachpublikum präsentieren kann; Messen ermöglichen den direkten persönlichen Kontakt; Messebesucher suchen nach neuen Lieferanten, und sie sind meist die Entscheider in Unternehmen.

In ICE-Zügen, Tageszeitungen und Zeitschriften wirbt der Auma, denn Zielgruppen sind die Verantwortlichen in kleineren oder mittelgroßen Industriefirmen und Handwerksunternehmer, die bisher noch nie auf einer Messe ausgestellt haben. 

Ein Grund: Selbst bedeutende Messen verlieren Großunternehmen als Aussteller – prominentestes Beispiel ist sicherlich die Cebit – und umwerben nun den Mittelstand. Die mittelständischen Unternehmen können von der Situation nur profitieren. Gerade den Messeneulingen wollen die Gesellschaften die Präsentation so einfach und bequem wie möglich machen. Sie kommen deren kleinen Marketingbudgets mit Gemeinschaftsständen oder preiswerten Komplettpaketen entgegen.

Der Bund und die Länder geben Zuschüsse zu den Standkosten

Nicht nur die Veranstalter, auch der Bund und die Länder wollen Selbstständige dazu bewegen, Messen als ein Marketinginstrument zu nutzen. Sie geben Zuschüsse zu den Standkosten, fördern oder organisieren Gemeinschaftsauftritte im In- und Ausland. Solche Gemeinschaftspräsentationen stellen häufig auch die Handwerkskammern und Fachverbände auf die Beine. Zu besonders günstigen Konditionen können Handwerker dann insbesondere bei ihren eigenen Branchenmessen im Rampenlicht stehen. 

Bei der mitteldeutschen handwerksmesse (mhm) organisieren unter anderem die beteiligten Handwerkskammern und Fachverbände Gemeinschaftsstände. Elektromeister Rüdiger Sandmann aus Zscherben zum Beispiel, der sich vor zwei Jahren mit seinem Unternehmen für Elektro- und Gebäudetechnik selbstständig gemacht hat, war bei der mhm 2007 zum ersten Mal auf einer Messe vertreten. Mit Hilfe von Fördermitteln konnte er sein Leistungsspektrum auf dem Landesstand Sachsen-Anhalt präsentieren. Die professionelle Ausstattung seines Standes hat ihm ein Industrie-Unternehmen zur Verfügung gestellt. Sehr viel mehr als neun Tage Zeit musste er also nicht investieren, um den Kontakt zu vielen potenziellen Neukunden herzustellen.

Full-Service-Pakete inklusive Messeseminar

Ein Aussteller bei der Kölner Messe Haus & Wohnen im Herbst 2006 war vier Tage lang für insgesamt 600 Euro plus Mehrwertsteuer dabei. Die KoelnMesse hatte den Handwerkern Komplettstände zur Miete angeboten, inklusive Auf- und Abbau. Im Preis waren ein Tisch, zwei Stühle, Regale,  der Teppich, Strahler und elektrische Anschlüsse sowie eine Platte mit dem eingedrucktem Firmennamen enthalten.


Buchte der Handwerker einen neun Quadratmeter großen Komplettstand für 1.200 Euro, dann gab es einen Zuschuss vom Land Nordrhein-Westfalen über 600 Euro. Also war die Hälfte der Standkosten schon geschenkt. Jeder der geförderten Aussteller durfte obendrein ein kostenloses Messeseminar besuchen. Bis ins kleinste Detail wurden die Unternehmer, darunter viele Erstaussteller, auf ihre Präsentation vorbereitet. 

Die Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM), die unter anderem die Internationale Handwerksmesse IHM in München organisiert, bietet ebenfalls preisgünstige „All-inclusive-Stände“ an. Der Aussteller muss lediglich seine Exponate  platzieren und die Messebesucher ansprechen.

„Messebeteiligung leicht gemacht“ hieß es bei der IHM im März 2007 bei den Sonderschauen und Gemeinschaftsbeteiligungen wie etwa dem „InnovationsPark Handwerk“. „Wir bieten Ihnen einen modernen Messestand mit Full Service und vielen Leistungen“, warb die IHM im Vorfeld. Die Aufmerksamkeit der Besucher war den Ausstellern gewiss, denn an sechs von ihnen wurden Bundespreise für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk und vier bayerische Staatspreise für besondere technische Leistungen im Handwerk verliehen. Der Stand war ein Publikumsmagnet. 

Die Kosten für den Standaufbau, die Miete etc. gibt es für kleine und mittlere Unternehmen oft zum halben Preis: Viele Bundesländer beteiligen sich nämlich auf Antrag häufig an der Standgebühr.            

Auch mit kleinem Budget im Rampenlicht stehen

Für die erste Präsentation auf einer Messe ist ein fertiger Komplettstand praktisch und preiswert. Den haben viele Messeveranstalter im Programm und bestücken ihn mit allem, was der Aussteller braucht: vom Tisch, über Stühle bis hin zur Beleuchtung. Der Aussteller muss seinen Stand nur noch individuell gestalten und sein Personal schulen.

Statt gleich mit einem Einzelstand auszustellen, gibt es fast immer die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Gemeinschaftsstand.

Für Marketing und PR bieten die Messen Pressemitteilungen, Fächer für Informationen im Pressezentrum und vieles mehr. Logos, Anfahrtspläne und Hallenpläne  für die eigene Werbung kann man schon vorher im Internetauftritt jeder Messe herunterladen.

Für eine optimale Vorbereitung bieten viele Messen Seminare und Workshops für Aussteller an.


Was will ich mit dem Messestand erreichen, und was kostet das? Dafür gibt es den Auma MesseNutzenCheck. Der Check soll die Unternehmen vor allem dazu ermuntern, erst einmal über den Nutzen einer Messebeteiligung nachzudenken, bevor es an die Kosten geht. 

Die Länder und der Bund haben Förderprogramme für Messebeteiligungen im In- und Ausland. Mehr erfährt man beim zuständigen Ministerium oder bei seiner Handwerkskammer.



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