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Handwerker tun gut daran, sich vor dem Banktermin – egal ob es sich um das Jahresgespräch, um eine Darlehensanfrage oder die Erweiterung des Kontokorrentrahmens handelt – einen halben Vormittag ins Büro zurückzuziehen, um ihre Zahlen zu studieren, Ziele zu formulieren und sich Notizen zu den Stärken und Schwächen ihrer Firma zu machen, rät Unternehmensberater Carl-Dietrich Sander aus Neuss.
Er selbst hat lange hinter dem Bankschreibtisch gesessen – zuletzt als Vorstandsmitglied der Volksbank Neuss eG – und berät nun seit fast zehn Jahren Handwerker und Mittelständler in Ban-kenfragen (siehe Buchtipp). Immer wieder macht Sander die Erfahrung, dass viele Probleme gar nicht erst auftauchen müssten, wenn beide Seiten offener miteinander reden würden und wenn der Selbstständige ein paar Stunden in die Vorbereitung stecken würde.
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Warum soll gerade ich gute Konditionen bekommen?
Vorgeschoben wird von Unternehmerseite gerne der hektische Alltag. „Wer sich aber mehr um strukturelle Fragen kümmert, spürt das auch positiv im Tagesgeschäft“, hält er diesem Argument entgegen. Ein Dachdecker zum Beispiel, der im Bankgespräch, gefragt nach den Stärken seiner Firma, antwortet: „Wir liefern gute Qualität und haben einen guten Service!“, wird sein Gegenüber kaum davon überzeugen, dass die Bonität seines Betriebes im oberen Drittel angesiedelt ist – und genau darauf kommt es speziell in Branchen an, die die Banken eher kritisch sehen, was derzeit auf viele zutrifft.
„Dachdecker gibt es wie Sand am Meer. Warum sollte die Bank gerade ihm zusätzlichen Kredit geben und gute Konditionen gewähren?“ Berichtet der Handwerker stattdessen von seinem 24-Stunden-Service, dem neuen Werbeflyer für die Zielgruppe 50plus oder seinem aktiven Reklamations-Management, ist der Banker eher bereit, den Kontokorrentkredit aufzustocken, denn der Unternehmer hat ein Zukunftskonzept. Natürlich müssen auch die Zahlen im grünen Bereich sein.
Bei Stärken und Schwächen hilft keine Schönrederei
„Wenn die Stärken und Schwächen des Unternehmens zu Sprache kommen, dann hilft keine Schönrederei“, betont Sander. „Die Stärken müssen klar herausgestellt werden. Die Schwächen gehören auch auf den Tisch und der Handwerker muss passende Lösungsvorschläge parat
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Kirsten Flatt
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