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Mit “Sofort“- und “Wunsch“-Krediten zu Billig-Zinssätzen locken zahlreiche Geldinstitute. Doch bei einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei 15 Geldinstituten gelang es nur selten, die Lockvögel aus der Werbung zu fangen. Nur bei jedem sechsten Darlehenswunsch gab es den beworbenen Superzins.
“Gut und günstig Wünsche erfüllen“, Kredit aufnehmen “so einfach wie einkaufen“: Viele Banken forcieren derzeit vor allem im Internet ihr Geschäft mit Ratenkrediten, das in Deutschland mittlerweile ein Volumen von 130 Milliarden ausmacht. Doch ganz so einfach ist es für Kreditnehmer nicht, mit den Darlehen von der Stange.
232-mal bemühten die Tester der Verbraucherzentrale NRW die Onlinerechner von 15 Banken und Sparkassen. Sie variierten dabei die Kreditsumme von 750 bis 10.000 Euro sowie die Laufzeit zwischen zwölf und 48 Monaten. Das Ergebnis: Lediglich bei 40 Abfragen, also jedem sechsten Darlehensbegehren, winkte dem Kreditnehmer der in der Werbung avisierte Superzins. Und der lag je nach Geldinstitut zwischen 3,49 und 7,45 Prozent.
Als besonders knausrig zeigte sich dabei ein Bankentrio. Die Rechner der Royal Bank of Scotland, der Santander Consumer Bank und der Citibank verweigerten bei je 16 Abfragen stets die in der Werbung groß herausgestellten Zinssätze. Stets wollten die Geldinstitute mehr für ihre Darlehen kassieren. Lediglich für eins von 16 Kreditbegehren stellten die Postbank, die Creditplusbank, die Credite Europe Bank und die Sparkasse Dortmund ihre Lockzinsen in Aussicht. Und nur bei jeder vierten Anfrage schafften das die SEB- und die SWK-Bank, die GE Money Bank und die Netbank, die Hypovereinsbank wie die Sparkassen KölnBonn und Aachen.
Fußangeln im Kleingedruckten
Wenig berechenbar zeigte sich auch die Royal Bank of Scotland (RBS). Groß warb sie mit einem nominalen Zinssatz von 3,99 Prozent, doch per Sternchen und Fußnote werden daraus effektive 5,97 Prozent. Selbst diesen Preis fürs Geld aber spuckte der Kreditrechner bei 16 Abfragen nicht einmal aus.
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Merkwürdig auch das Gebaren der Sparkasse Köln Bonn. Zwar haben Kunden hier bei vier verschiedenen Kreditvarianten die Chance das Darlehen “Direktplus“ zu den avisierten 4,25 Prozent zu ergattern. Doch zu sämtlichen Offerten werden noch 15 Euro jährlich “für die Kontoführung“ hinzu addiert. Beide Lockangebote, sowohl das der Sparkasse wie der RBS, hält Hartmut Strube, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW, “für unzulässig“. Häufig würden plakative Lockzinsen mit einem Sternchen versehen und dann im Kleingedruckten wieder eingeschränkt oder mit Fußangeln versehen. “Für viele Kunden ist der Sternchendschungel nicht durchschaubar”, moniert Strube.
Bei allen Onlineabfragen zu Ratenkrediten folgt eine Bonitätsprüfung
Das zeigen auch die Onlineabfragen der Verbraucherzentrale. Bei neun von 15 Geldinstituten findet sich nicht einmal ein Hinweis, für welche Kreditsummen und Laufzeiten der Superzins ganz konkret gilt. Damit nicht genug. Bei allen Onlineabfragen zu Ratenkrediten steht den Kunden noch eine Bonitätsprüfung bevor: egal welche Zinssätze ein Onlinerechner ausgespuckt hat.
Die Regeln des individuellen Checks bleiben das Geheimnis der Bank. Oft aber erhalten den attraktiven Zinssatz aus der Werbung nur Neukunden, die in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen und mehrere
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Gehaltsabrechnungen vorweisen können. Freiberufler, Selbstständige wie Senioren haben hingegen kaum eine Chance auf die avisierten “Top-Konditionen“. Weiterer Haken: Viele Lockangebote gelten nur für hohe Kreditsummen mit kurzer Laufzeit. “Wer leiht sich schon für ein Jahr 10.000 Euro, die in monatlichen Raten von happigen 850 Euro zurückgezahlt werden müssen”, sagt Finanzexperte Strube.
Abmahnung an die Postbank
In die richtige Richtung gehen deshalb nach Ansicht von Strube Überlegungen im Entwurf einer europäischen Verbraucherkredit- Richtlinie, die Lockvogelwerbung für Kredite beschränken soll. Geworben werden darf danach nur noch mit einem “repräsentativen” Beispiel. Die irreführende Niedrigzins- Werbung wäre damit vom Tisch. Doch solange die Richtlinie nicht umgesetzt ist, müssen Kritiker weiterhin das rechtliche Instrument nutzen, das Irreführung der Kunden stoppen soll: die Abmahnung.
Eine zugestellt bekommen hat nun die Postbank für ihre Privatkredit-Werbung. Geschickt hat sie Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale NRW. “Wir beanstanden diese Werbung als Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb insbesondere unter dem Gesichtspunkt der unzulässigen Anlockwerbung.” Da die Postbank die Unterschrift unter die Abmahnung verweigert, muss demnächst das Landgericht Bonn entscheiden.
Mehr dazu:
Tipps von der Verbraucherzentrale NRW zu Konsumentendarlehen
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