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Der Nordrhein-Westfälische Handwerkstag setzt sich bei der Landesregierung für verbesserte Abschreibemöglichkeiten auf Bundesebene ein. Zudem fordert er mehr Aussagekraft und Verbindlichkeit für Energieausweise.
Die Energiewende kommt nicht richtig in Gang. Es gibt Vollzugsdefizite bei der CO
2-Reduktion im Gebäudebestand; kurz: Die Wende stockt. Dieser Meinung ist der
Nordrhein-Westfälische Handwerkstag (NWHT). „Deswegen brauchen wir eine intelligente Verknüpfung von Aufklärung und Förderung.“, erklärt Andreas Ehlert, Vize-Präsident des NWHT. Derzeit betrage die Sanierungsquote im Gebäudebestand 0,9 Prozent. „Soll die Energiewende gelingen, brauchen wir eine Verdoppelung, besser noch eine Verdreifachung der Quote.“
Zum einen setzt sich der NWHT bei der Landesregierung für verbesserte Abschreibemöglichkeiten auf Bundesebene (über den Bundesrat) bei Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung ein. Seit Sommer des letzten Jahres streiten sich Bundesregierung und -länder über die steuerliche Förderung. Zwei Vermittlungsrunden im Vermittlungsausschuss des Bundesrats endeten ohne Ergebnis. Die dritte und letzte folgt am 8. Februar. „Sie muss Erfolg haben“, fordert NWHT-Hauptgeschäftsführer Josef Zipfel.
„Verteilungskämpfe dürfen nicht zur Blockade führen“
Das machte er auch bei einer Anhörung im
NRW-Landtag zum Gesetzentwurf der Regierung zur Förderung des Klimaschutzes klar. Bis zuletzt sei es nicht gelungen, die sogenannte A-Seite, das heißt die SPD-geführten Länder für die verfassungsmäßig geregelte finanzielle Beteiligung zu gewinnen. Dabei gehe es ausschließlich um Verteilungskämpfe zwischen Bund und Ländern. Das sei in Grenzen legitim, dürfe aber nicht zu einer Blockade eines parteiübergreifend befürworteten Projektes führen. „Da NRW unter den A-Ländern ein erhebliches Gewicht hat, sieht das nordrhein-westfälische Handwerk hier besonders die Landesregierung in der Verantwortung.“
Außerdem fordert der NWHT mehr Aussagekraft und Verbindlichkeit für Energieausweise. Dazu sollen die relevanten Nachrüstverpflichtungen aus der Energiesparverordnung in einem Anhang zum Energieausweis aufgezeigt und der Stand bei der Umsetzung dokumentiert werden. Damit wäre es möglich, Fortschritte zu erzielen. Die Energieausweisersteller (einschließlich der Energieberater aus dem Handwerk) könnten hier wertvolle Dienste leisten. Um die Einhaltung fördertechnischer Standards besser überwachen zu können, sollten die bestehenden Förderinstrumente mit Kontrollmechanismen ausgestattet werden, schlägt der NRW-Handwerkstag vor.
„Förderung erneuerbarer Energien ohne Smart Metering kaum vorstellbar“Er befürwortet zudem, dass zeit- und lastabhängige Tarife bei den Stromerzeugern eingeführt werden – und zwar flächendeckend und verbindlich. Das heißt: Der Energiepreis kann zu Zeiten geringer Nachfrage und Netzauslastung (zum Beispiel nachts) kleiner ausfallen als bei großer Nachfrage und Auslastung. Anders sei die Förderung erneuerbarer Energien kaum vorstellbar. „Technisch ist das kein Problem. Das sogenannte ,Smart Metering‘ steht zur Verfügung, kann aber erst eingesetzt werden, wenn die entsprechenden Tarife eingeführt werden“, sagt Zipfel.
Smart Meter
Unter Smart Meter versteht man einen intelligenten Zähler für Energie. Er zeigt dem Nutzer den tatsächlichen Verbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit an. Außerdem kann er diese Daten an den Energieversorger weitergeben. Sie werden in erster Linie dazu eingesetzt, um flexible Leistungsentgelte (abhängend von der gesamten Nachfrage und Netzauslastung) erheben zu können.Mehr Jugendliche können Ausbildung starten
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