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Die Chancen auf einen geeigneten Ausbildungsplatz waren für Bewerber in Mecklenburg-Vorpommern noch nie besser. "Das ist die positive Seite der Medaille. Die andere Seite ist der wachsende Bedarf an Fachkräften, für den die Unternehmen zunehmend in Konkurrenz stehen", so Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. "Der Tag des Ausbildungsplatzes bekommt jetzt eine ganz neue Bedeutung. Aus dem Mangel an Ausbildungsplätzen ist ein Mangel an Bewerbern geworden."
Über alle Ausbildungsjahre gezählt waren in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2009 genau 33.887
Ausbildungsverträge bei den Kammern eingetragen. "Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es 51.632 Verträge, ein Rückgang um rund 17.800", sagte Seidel. "Bewerbungen kommen nicht mehr automatisch auf den Tisch der Unternehmer, Betriebe müssen offensiv bei den potentiellen Schulabgängern für sich werben."
Der Rückgang der Bewerberzahlen wird sich in den nächsten beiden Jahren fortsetzen, weil die Schulabgängerzahlen 2010 (11.610) und 2011 (10.700) weiter sinken werden. Bis 2020 wird es nur noch leichte Schwankungen nach oben geben. "Nach der Prognose des Bildungsministeriums werden wir erst im Jahr 2020 ähnlich viele Schulabgänger (13.130) haben wie im Jahr 2009 (13.180)", sagte Seidel. 1996 hatten fast 30.000 Jugendliche die allgemeinbildenden Schulen verlassen.
Chancen nutzen - Nachwuchs werben"Chefs, Betriebs- und Personalleiter müssen jetzt alle Chancen nutzen, um die Fachkräfte der Zukunft auszubilden", sagte Seidel. Nach den aktuellen Eckdaten des Ausbildungsstellenmarktes stehen den Ende April 2010 gemeldeten 6.968 Bewerbern insgesamt 8.815 Berufsausbildungsstellen, davon 8.320 betriebliche Ausbildungsangebote zur Verfügung. Erstmals werden derzeit mehr betriebliche Berufsausbildungsstellen angeboten, als Bewerber registriert sind. Vor diesem Hintergrund hatte Mecklenburg-Vorpommern als einziges neues Bundesland bereits im vergangenen Jahr darauf verzichtet, das Ausbildungsplatzprogramm Ost fortzusetzen.
"Diese Zahlen sind ein ernstes Alarmsignal für die Unternehmen", sagte Seidel. "Wer Ausbildungsplätze passend besetzen will, braucht Initiative, Ideen, attraktive Angebote, ein gutes Betriebsklima und nicht zuletzt eine konkurrenzfähige Vergütung. Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist in vollem Gang."
Mehr Begleitung während der Ausbildung
Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung stellen das Bildungswesen in Mecklenburg-Vorpommern vor neue Herausforderungen. "Wir müssen auch die mitnehmen, die mehr Begleitung brauchen, die unsere Geduld mehr beanspruchen", sagte Seidel. Gerade für diese Zielgruppe stellt die Bundesagentur für Arbeit ausbildungsbegleitende Hilfen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder die Berufseinstiegsbegleiter bereit.
Seidel verwies auf die Fachkräftekampagne "Durchstarten in MV". "Eine Botschaft ist: Ihr könnt Euren beruflichen Weg im eigenen Land gehen." Auf der Internetseite www.durchstarten-in-mv.de hilft der aktuelle Azubi-Atlas bei der Suche des Ausbildungsplatzes und des Unternehmens. Er informiert über Ausbildungsmöglichkeiten sowie verschiedene Berufsprofile und vermittelt einen Überblick über ausbildende Unternehmen in allen Regionen des Landes. Institutionen, Ausbildungsstätten und Unternehmen erweitern täglich den Pool von Ansprechpartnern und Informationen.
"Allerdings darf auch kein Jugendlicher darauf vertrauen, dass ihm ein Ausbildungsplatz in den Schoß fällt", sagte Seidel. Erwartet werden gute schulische Leistungen, Noten bleiben ein wichtiger Indikator für die Betriebe. Hinzu kommen die Sekundärtugenden wie Motivation, Disziplin, Pünktlichkeit, die schon im Elternhaus ausgebildet und in der Schule weiter flankiert werden müssen.
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