Samstag, 30. Juli 2016
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Datensicherheit: Der perfekte Schutz für Business-PCs

Obwohl die meisten Betriebe alle potenziellen Gefahren aus dem Internet kennen, sind viele Sicherheitslecks bislang nicht gestopft. Denn mit einem einfachen Virenscanner ist es nicht getan: Eine umfassende Strategie benötigt immer mehrere Bausteine.

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Die potenziellen Sicherheitsrisiken werden jedes Jahr größer: „Mittlerweile wird jeder fünfte Internetnutzer Opfer von Cyberattacken“, erklärt Rowan Trollope, Senior Vice President der Consumer Business Unit beim Sicherheitsspezialisten Symantec. „Der Computer ist dabei nur das Vehikel, das Kriminelle nutzen, um den User zu bestehlen. Umso wichtiger ist es, sich möglichst gut gegen Online-Gefahren zu rüsten.“

Viren, Würmer und Trojaner

Viren und andere Schadprogramme sind für viele PC-Nutzer nach wie vor die häufigste Erfahrung mit Kriminalität im Internet: Laut einer neuen Umfrage von Forsa für den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) haben bislang fast 20 Millionen Deutsche erlebt, dass ihr Computer infiziert wurde.

Verstärktes Ziel von Betrügern sind hierbei Zugangsdaten zu Internet-Shops und Auktionshäusern, sozialen Netzwerken, Foren und E-Mail-Konten. Ein Virenscanner, der per Updates immer auf dem neuesten Stand gehalten wird, ist deshalb für jeden Computer unumgängliche Pflicht.

Risiko Online-Banking

Beim Online-Banking stieg die Zahl der Betrugsfälle nach einem deutlichen Rückgang wieder an: Der Bitkom rechnet auf Basis von Daten der Landeskriminalämter für 2009 mit bis zu 2.900 angezeigten Phishing-Fällen – ein Plus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Schadenssumme stieg der Hochrechnung zufolge um 56 Prozent auf bis zu elf Millionen Euro. Deshalb haben mittlerweile alle Browser wie der Internet Explorer oder Firefox einen Phishing-Schutz integriert, der am besten immer aktiviert bleiben sollte.

Darüber hinaus gilt nach wie vor die Faustregel, dass man niemals über Verlinkungen in E-Mails auf ein Banking-Portal zugreift, sondern die Adresse am besten immer per Hand eintippt. Die beste Lösung für sicheres Homebanking: Das HBCI-Verfahren. Statt mit PIN und TAN werden dabei alle Überweisungen mit einer Chipkarte autorisiert. Dafür ist die Anschaffung eines Pakets aus HBCI-Chipkarte und Chipkartenlesegerät mit entsprechender Software nötig, das bei vielen Banken käuflich erworben werden kann (ja nach Bank cirka 50 Euro).

Risiko Hacker

Wenn ein Computer mit dem Internet verbunden ist, sind Hacker ein hohes Gefahrenpotenzial. Ihr Ziel: der Zugriff auf einen fremden PC, um von dort Daten zu kopieren, zu manipulieren oder zu löschen. Abhilfe schafft eine sogenannte Firewall, die unautorisierte Zugriffe automatisch blockt. Eine optimale Sicherheitsausstattung für Einzelunternehmen oder kleine Betriebe mit bis zu vier Computern lässt sich meist mit wenig Aufwand realisieren.

Für den DSL-Zugang empfiehlt sich ein Router mit eingebauter Firewall (z.B. AVM Fritzbox, Netgear oder T-Com Speedport). Falls WLAN für den drahtlosen Internetzugang genutzt wird, ist die Verschlüsselung der Verbindung per WPA2 (Wi-Fi Protected Access 2) Pflicht. Dies lässt sich direkt im Router konfigurieren. Ältere Modelle, die diese Verschlüsselungstechnik nicht unterstützen, sollten zeitnah ersetzt werden. Zusätzlich sollte auf jedem Arbeitsrechner (Client) noch eine Software-Firewall installiert werden.

Das Windows-Betriebssystem besitzt zwar auch eine eigene Firewall, diese erwies sich in Tests jedoch als nicht besonders sicher. Besser sind immer externe Firewalls von anderen Herstellern. Diese überwachen verdächtige Aktivitäten im Webbrowser oder Mail-Programm und verhindern, dass andere PCs im Netzwerk, z.B. per USB-Speicherstick, infiziert werden.

Risiko Spam

Unerwünschte Werbenachrichten sind eine lästige Begleiterscheinung des Internets: Nach einer aktuellen Studie des E-Mail-Sicherheitsanbieters Eleven verlinken Spam-Nachrichten jeden Monat auf bis zu 300.000 verschiedenen Websites, 25.000 E-Mail-Adressen und 8.000 Telefonnummern.

Viele Mail-Programme wie Outlook oder Thunderbird haben bereits einen Spamschutz integriert, der auch genutzt werden sollte. Wenn die Spam-Erkennung nicht zufriedenstellend ist, kann die Anti-Spam-Software eines anderen Herstellers nachgerüstet werden. Falls es doch mal eine unerwünschte Nachricht durch den Spam-Filter schafft, sollte diese ungelesen gelöscht werden.

Risiko Datenpreisgabe


Eine weitere große Gefahr: die freiwillige Datenpreisgabe bei „Mitmach“-Anwendungen des Web 2.0, insbesondere in den immer populärer werdenden sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Xing oder Facebook. Bedenkenlos geben hier viele Anwender in ihren Benutzerprofilen detailliert private Informationen preis.

Für Cyberkriminelle sei es dadurch sehr einfach, in sozialen Netzwerken potenzielle Opfer auszuspionieren und gezielt anzugreifen. Deshalb gilt grundsätzlich: nur so viele Daten freiwillig preisgeben, wie nötig – und auf das Einstellen von Fotos, die private Einrichtungen oder die Betriebsausstattung zeigen, möglichst verzichten.

Weitere Informationen dazu und den „Leitfäden Informationssicherheit“ gibt es kostenlos im Internet unter www.bsi.bund.de.

Von Thomas Busch

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