Samstag, 28. Mai 2016
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Handwerker-Marketing mit Twitter

Experten empfehlen den Internet-Dienst "Twitter“ als hervorragendes Marketing-Instrument für kleine Unternehmen. Doch was ist Twitter überhaupt, wie funktioniert es? Und können Handwerker die Online-Plattform wirklich gewinnbringend nutzen?

Handwerk
Foto: Matthias Niehues


Für kleine und mittelständische Unternehmen in den USA gehört der kostenlose Internet-Dienst Twitter schon heute zum alltäglichen Marketing. In Deutschland sieht es noch anders aus: Vor allem Handwerksbetriebe haben das Potenzial der Internet-Plattform noch nicht für sich entdeckt.

Dabei zählt Twitter zu den am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerken: Allein im letzten Jahr sind die deutschen Mitgliederzahlen von rund 72.000 auf über 1,8 Millionen sprunghaft gestiegen, weltweit nutzen mehr als 50 Millionen Menschen die Online-Plattform.

Online-Pendant zu SMS-Nachrichten

Um den Mikroblogging-Dienst Twitter gewinnbringend zu nutzen, muss man zunächst die Funktionsweise verstehen. Nach einer Anmeldung auf http://de.twitter.com steht der kostenlose Dienst zur persönlichen Verfügung. Als Twitter-Name empfiehlt sich der eigene Firmenname.

Über die Internet-Plattform lassen sich dann kurze Nachrichten, so genannte „Tweets“ (to tweet = zwitschern) mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen versenden und empfangen. Im Grunde ist Twitter damit das Online-Pendant zu SMS-Nachrichten, die per Handy versandt werden – mit dem Unterschied, dass es bei Twitter nicht nur einen Empfänger gibt, sondern beliebig viele.

Durch "Tweets" abonnieren zum "Follower" werden


Interessenten können die Tweets eines jeden Nutzers abonnieren und werden damit zu ihrem "Follower“ (Anhänger). Alle abonnierten Nachrichten werden dann automatisch gesammelt und können auf der eigenen persönlichen Twitter-Onlineseite nachgelesen werden (http://twitter.com/EigenerNutzername) – nicht nur vom Besitzer des Accounts, sondern von allen Internet-Nutzern, die diese Seite anwählen. Wenn eine zu versendende Nachricht nicht an alle Follower gehen soll, kann man den Empfängerkreis auch beliebig beschränken.

Software-Tipps:
– Tweetdeck: Sehr komfortable Software-Zentrale zum Lesen, Schreiben und Verwalten von Twitter-Nachrichten. Download: www.tweetdeck.com
– TwInbox: Erweiterung für Microsoft Outlook, mit der direkt im Mailprogramm Nachrichten geschrieben und gelesen werden können. Download: www.techhit.com/TwInbox/
– Tweetie: Einfach zu bedienendes Twitter-Programm für Macs und iPhones von Apple. Download: www.atebits.com
– Bit.ly: Online-Dienst zum Verkürzen von langen Internet-Adressen, sodass diese maximal 20 Zeichen lang sind und per Twitter versendet werden können. Adresse: www.bit.ly
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, einer bestimmten Person einen privaten Tweet („Direct Message“) zu senden, der von niemandem mitgelesen werden kann. Zum Versenden von Nachrichten gibt es mehrere Möglichkeiten: die Twitter-Internetseite, eines von unzähligen Twitter-Programmen (siehe Kasten rechts), ein SMS-fähiges Handy oder ein Smartphone.

Mit Kunden im regelmäßigen Austausch

Twitter bietet Handwerksbetrieben ganz neue und vor allem kostenlose Marketing-Möglichkeiten: So kann der Dienst genutzt werden, um Kunden regelmäßig über neue Produkte, Dienstleistungen, Aktionen und aktuelle Angebote auf dem Laufenden zu halten. Da Interessenten die eigenen Tweets aktiv abonnieren müssen, sind die Streuverluste sehr gering.

Um den Lesern einen besonderen Nutzen und einen Grund zu bieten, das Nachrichten-Abo nicht zu kündigen, bieten viele Unternehmen ihren Twitter-Leser hin und wieder besondere Rabatte, Gutscheine oder Sonderangebote. Auf diese Weise können Handwerksbetriebe interessierte Nutzer an sich binden und stehen mit ihren Kunden in einem regelmäßigen Austausch.

Image-Arbeit: per Twitter


Die meisten Unternehmen betreiben per Twitter auch Image-Arbeit: Durch Hinweise und Verlinkungen auf interessante Internet-Artikel zum eigenen Tätigkeitsbereich können Betriebe nicht nur Kompetenz demonstrieren, sondern auch zeigen, dass sie immer auf dem Laufenden sind. Bei wirklich interessanten Nachrichten oder Angeboten tritt dann auch schon mal ein Schneeball-Effekt ein: Denn Twitter bietet die Möglichkeit eines „Re-Tweets“, das ist die Weiterleitung einer empfangenen Nachricht an die eigenen Anhänger. Auf diese Weise kann jeder Leser zu einem wichtigen Multiplikator werden.

Wer Twitter selbst ausprobieren möchte, sollte sich zunächst online registrieren und dann eine Zeitlang interessante oder handwerksbezogene Tweets abonnieren. So merkt man schnell, wie Twitter funktioniert und kann selbst Marketing-Ideen entwickeln, die speziell auf den eigenen Betrieb zugeschnitten sind.

Auch das DHB "zwitschert"!


Leser gewinnt man am besten, indem man den eigenen Twitter-Account aktiv bewirbt, zum Beispiel in Mail-Signaturen, auf der eigenen Homepage oder in Weblogs. Auch wer sich als Follower eines anderen Twitter-Mitglieds einträgt, wird oft damit belohnt, dass der andere dann im Gegenzug den eigenen Tweets folgt. Übrigens: Regelmäßig aktuelle Neuigkeiten aus dem Handwerk liefert das Deutsche Handwerksblatt unter dem Twitter-Namen „Handwerksblatt“.

Von Thomas Busch

pdf Checkliste: Acht Ideen für die Twitter-Nutzung (als pdf-Datei)

Buchtipps:
– Stefan Berns/Dirk Hennigsen - Der Twitter-Faktor (24,80 Euro)
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