Dienstag, 24. Mai 2016
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Zwischen Smartphone und Netbook: Das iPad von Apple

Mit dem iPad hat Apple eine ganz neue Geräteklasse geschaffen. Das schlanke Gerät wirkt auf den ersten Blick wie ein übergroßes iPhone – oder wie ein Netbook ohne Tastatur. Seit Ende Mai ist das iPad auch in Deutschland verfügbar. Doch lohnt sich die Anschaffung? Und welche Einsatzbereiche bieten sich speziell für Handwerker an?

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Foto: Apple


Das iPad ist im Grunde ein iPhone mit größerem Display, dafür aber ohne Telefon- und Kamerafunktionen. Es ist sehr viel handlicher und leichter als ein Notebook, wodurch es ultra-transportabel wird: Es ist 1,34 Zentimeter dünn, weniger als 680 Gramm leicht, und der Akku hält bei geringer Beanspruchung bis zu zehn Stunden durch. Das iPad gibt es in zwei Versionen: nur mit WLAN oder mit WLAN und UMTS. In letzterem Fall kann man mittels einer Micro-SIM-Karte, die etwas kleiner ist als herkömmliche Handy-SIM-Karten, unterwegs per Mobilfunknetz online gehen.

Vor allem dank des 24,6 cm großen Multi-Touch-Displays machen tägliche Routine-Aufgaben deutlich mehr Spaß: Das Surfen im Internet, die Nutzung von E-Mails oder das Betrachten von Bildern, HD-Videos oder E-Books gestalten sich sehr komfortabel. Auch Präsentationen für Kunden laufen in beeindruckender Bildqualität.

Display als Highlight

Das iPad sorgt unterwegs außerdem immer für Unterhaltung, denn es wurde auch für Musik und Spiele geschaffen. Eingebaute Lautsprecher und ein Ausgang für Kopfhörer oder externe Lautsprecher sind vorhanden. Über ein integriertes GPS-Modul wird das UMTS-fähige iPad-Modell „WiFi + 3G“ unterwegs auch zum Navigationsgerät. Erste Zubehör-Hersteller haben bereits entsprechende Einbaulösungen fürs Auto angekündigt.

Ein echtes Highlight des iPads ist das Display: Es lässt sich komplett ruckelfrei bedienen und reagiert deutlich schneller als beim iPhone, vor allem wegen des schnelleren Prozessors. Wer schon mal ein iPhone oder einen „iPod Touch“ genutzt hat, findet sich beim iPad sofort zurecht, denn die Bedienung ist nahezu identisch.

Daten per Fernzugriff löschen

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Foto: Apple
Die Unterschiede liegen im Detail: So sind die Tasten der virtuellen Tastatur deutlich größer als beim iPhone, wodurch die Finger seltener danebentippen. Das iPad lässt sich locker in der einen Hand halten, während die andere den Touchscreen bedient. Ein kleiner Nachteil: Bereits nach kurzer Zeit sind auf dem Display Fingerabdrücke zu sehen, die sich allerdings leicht wieder entfernen lassen. Alternativ bietet Apple einen „iPad Keyboard Dock“ – eine andockbare, echte Tastatur.

Speziell für Unternehmen hat Apple einige wichtige Funktionen in das iPad integriert. So ist das Gerät kompatibel zu Microsoft Exchange Server 2003 oder 2007 oder anderen standardbasierten Servern, so dass E-Mails, Kalender-Einträge und Kontakte drahtlos abgeglichen werden können. Dabei ist es auch möglich, im eigenen Postfach und auf dem Server nach E-Mails zu suchen oder Kalendereinladungen zu verwalten. Daten lassen sich verschlüsseln oder über Kennwörter sichern. Sollte das eigene iPad verloren gehen, lassen sich sogar alle auf dem iPad gespeicherten Daten per Fernzugriff löschen.

„Apps“ laufen auch auf dem iPad

Grundsätzlich laufen die meisten der über 200.000 herunterladbaren iPhone-Programme („Apps“) aus dem Apple App-Store auch auf dem iPad, allerdings teilweise mit einer geringeren Grafik-Auflösung. Deshalb muss man sich entscheiden, ob die Programme verkleinert oder aber in bildschirmfüllendem Format, dafür aber leicht pixelig dargestellt werden. Nur bei den bislang rund 5.000 speziell für das iPad designten Anwendungen muss man keine Grafik-Kompromisse eingehen.

Mit den entsprechenden Programmen kann man dann zum Beispiel Verträge und Dokumente per Fernzugriff lesen und bearbeiten oder Angebote prüfen und verwalten. Das Programm zum Erstellen von Dokumenten, animierten Präsentationen sowie Arbeitsblättern mit Diagrammen, Funktionen und Formeln heißt beim iPad „iWork“. Dabei handelt es sich um eine überarbeitete Version der gleichnamigen Software für Mac-Computer.

Weder erweiterbarer Speicher noch Kamera

pdf iPad und Co im Überblick (als pdf-Datei)Fazit: Das iPad ist ein echtes „Überall“-Allzweck-Gerät, das eine große Funktionsvielfalt bereitstellt. Die Bedienung gestaltet sich – wie bei allen Apple-Produkten – hochkomfortabel. Doch es gibt auch Schattenseiten: Das iPad verfügt weder über einen erweiterbaren Speicher noch eine Kamera. So kann zwar Internet-, aber keine Videotelefonie genutzt werden. Auch einen USB-Anschluss zur einfachen Vernetzung mit anderen Geräten erhält man nur über einen teuren Umweg, indem man eine Dockingstation hinzukauft.

Außerdem beherrscht der iPad-Browser keine Flash-Technologie, so dass einige Internetseiten nicht angezeigt werden können. Besonders ärgerlich: Der Speicherplatz des iPads lässt sich nicht per Flash-Speicherkarten erweitern. Wer sich mit diesen Nachteilen anfreunden kann, findet im iPad einen komfortablen Begleiter im Berufsalltag.

Vonn Thomas Busch


Preis und Leistung:
Der Einstieg in die iPad-Welt beginnt in Deutschland bei 499 Euro. Dafür gibt es das „iPad Wi-Fi“ mit 16 GB Speicher, das als Funktechnologie lediglich WLAN bereitstellt. Mit doppeltem Speicherplatz kostet das iPad 599 Euro, mit 64 GB stattliche 699 Euro.

Das „iPad Wi-Fi + 3G“ bietet neben WLAN auch UMTS und wird mit 16 GB Speicher für 599 Euro angeboten. Wer mehr Speicher braucht, greift zur Ausstattungsvariante mit 32 GB für 699 Euro oder zum Top-Modell mit 64 GB für 799 Euro (alle Preise inkl. Mehrwertsteuer).










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