Freitag, 01. Juli 2016
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Sicher bezahlen im Netz

Immer mehr Geschäfte werden online abgewickelt. Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bezahlarten wie Rechnung, Kreditkarte, PayPal oder Giropay? Welche Risiken gibt es – und wie funktioniert das Bezahlen im Netz möglichst sicher?

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Foto: bilderbox


Online-Shopping spart Zeit und Geld: Alle Waren lassen sich bequem vom eigenen Schreibtisch aus bestellen, durch Preisvergleichsseiten sichert man sich die besten Schnäppchen und nur wenige Tage später wird alles per Paketdienst angeliefert.

Doch das Einkaufen per Internet birgt auch Risiken: Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) und das Bundeskriminalamt (BKA) warnen immer wieder vor einer Professionalisierung der Betrugsmethoden. Nach der aktuellen BKA-Statistik sind bereits sechs Millionen deutsche Online-Käufer auf unseriöse Händler hereingefallen. Weiteren 3,5 Millionen Internet-Nutzern wurden Zugangsdaten gestohlen, etwa für Banken, Online-Shops oder -Auktionen.

HandwerkSo wenig persönliche Daten wie möglich angeben

„In immer mehr Kriminalitätsbereichen verwenden Betrüger das Internet“, erklärt BKA-Präsident Jörg Ziercke. „Die im Cybercrime aktiven Täter sind höchst innovativ, flexibel und reagieren auf neue Sicherungstechniken mit neuen oder angepassten Begehungsweisen.“

Bei Online-Zahlvorgängen beschleicht den Käufer deshalb oft ein ungutes Gefühl: Was passiert, wenn die eigene Bankverbindung oder Kreditkartennummer in falsche Hände gerät? Denn die wertvollen Angaben können nicht nur auf dem Weg durchs Internet abgefangen werden – oft werden sie auch in den Datenbanken von Online-Shops gespeichert. Und dort sind sie ein beliebtes Ziel von Hackern, die diese Daten gezielt stehlen und im Internet weiterverkaufen.

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  – pdf Checkliste für sichere Online-Geschäfte
  – pdf Die verbreitetsten Bezahlarten im Netz
Deshalb gilt als wichtigste Grundregel: Auch beim Online-Shopping so wenig persönliche Daten wie möglich angeben. Ein Kauf per Kreditkarte ist zwar schnell und unkompliziert – aber auch höchst unsicher. Besser sind Bestellungen auf Rechnung oder per Nachnahme, da hier keine Bankdaten in falsche Hände geraten können. Außerdem erhält man so vor der Bezahlung auf jeden Fall die bestellte Ware. Denn ein großes Risiko bei Vorkasse-Geschäften per Überweisung oder Kreditkarte ist immer, dass die bestellte Ware gar nicht, falsch oder defekt geliefert wird.

Absicherung des eigenen PCs besonders wichtig

Eine Absicherung dagegen bieten Käuferschutz-Garantien, beispielsweise vom unabhängigen Anbieter Trusted Shops: Über diesen können Online-Händler ihren Kunden eine Geld-zurück-Garantie anbieten, wenn es zu Problemen kommt. Der Käufer muss diese Garantie lediglich nach Abschluss des Bestellvorgangs durch eine kostenfreie Registrierung aktivieren. Um sich darüber hinaus vor Datendieben und Hackern zu schützen, ist auch die Absicherung des eigenen PCs besonders wichtig.

Handwerk„Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz – und es gibt weiter Aufklärungsbedarf zum Umgang mit persönlichen Daten“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf. „Wer die digitale Identität eines Nutzers stiehlt, kann mit fremdem Namen und auf fremde Rechnung online einkaufen oder Gegenstände ersteigern und damit einen direkten finanziellen Schaden erzeugen.“ Eine aktueller Virenschutz, eine Firewall und verschlüsselte Datenübertragungen (auch per WLAN) sollten deshalb zur Grundausstattung vor jedem Online-Kauf zählen.

14-tägiges Rückgaberecht für alle bestellten Waren

Wer seinen PC sowie persönliche Daten optimal schützt und sich für eine sichere Zahlungsart entscheidet, hat beim Online-Kauf aber auch Vorteile: Gegenüber einem Kauf im lokalen Einzelhandel gilt laut Fernabsatzgesetz ein 14-tägiges Rückgaberecht für alle bestellten Waren – auch ohne Angabe von Gründen. Der Verkäufer muss in diesem Fall den Kaufpreis zurückerstatten.

Damit bei späteren Streitigkeiten deutsches Recht gilt, muss der Verkäufer seinen Firmensitz allerdings in Deutschland haben. Vorsicht ist geboten bei Unternehmen, die als Limited firmieren: Hier gibt es bei Problemen – zum Beispiel Vorkasse-Zahlungen im Zuge einer Insolvenz – kaum eine Aussicht auf Erstattung des Kaufpreises.

Von Thomas Busch


  – Wie Online-Geschäfte möglichst sicher ablaufen, zeigt diese pdf Checkliste (Handwerkpdf-Datei).
  – pdf Die verbreitetsten Bezahlarten im Überblick (Handwerkpdf-Datei).






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