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Januar, 2012
Kreative Technologien machen die Handhabung leichter

Moderne Technik prägt Elektrowerkzeuge

Maschinenpark
Foto: Fein, Bosch
Eine gut hundertjährige Geschichte haben sie, die handgeführten Elektrowerkzeuge, und sie haben eine rasante Entwicklung genommen.

1895 erfand der schwäbische Elektrowerkzeughersteller Fein die erste elektrische Handbohrmaschine. Sie wog 7,5 Kilogramm und hatte einen Bohrdurchmesser von vier Millimetern. Die aktuelle Bohrmaschine desselben Herstellers wiegt nur noch 1,8 Kilo und hat einen maximalen Bohrdurchmesser von zehn Millimetern. Bosch stellte 1928 die Haarschneidemaschine „Forfex“ vor, das erste Gerät mit Motor im Handgriff und mit diesem Konstruktionsprinzip Basis für alle weiteren Elektrowerkzeuge von Bosch. Auch in Sachen Größe, Präzision, Leistungsfähigkeit und Handhabung, aber auch den zugGrunde liegenden Technologien hat sich viel getan in diesen 100 Jahren.

Die Herstellerunternehmen arbeiten ständig an Innovationen und bringen jährlich zahlreiche verbesserte Geräte auf den Markt. „Der Anspruch, Gutes noch besser zu machen und die Nähe zu den Verwendern unserer Maschinen treiben uns ständig zu neuen Innovationen an“, beschreibt Matthias Krauss, Vorstandsvorsitzender von Mafell, die Philosophie in seinem Unternehmen.
Forfex_neu
   Foto: Bosch

 „Wir schauen den Profis sprichwörtlich bei der Arbeit auf die Finger, um Lösungen zu entwickeln, die diese Arbeit erleichtern, Zeit sparen und die Qualität erhöhen.“

Immer neue Innovationen

So ist die Mafell Tauchsäge MT 55 cc mit einer automatischen Vorritzfunktion ausgestattet. Dabei wird in einem ersten Schnitt in die Oberfläche nur der Lack oder die Beschichtung „angeritzt“ und dann im zweiten Trennschnitt das Werkstück ohne Ausriß an der Sichtkante bearbeitet. Das Unternehmen aus Oberndorf am Neckar hat zudem weltweit die erste und bislang einzige Führungsschiene entwickelt, die nur mit Unterdruck, der durch den Staubsauger erzeugt wird, gehalten wird. Der Hersteller von Elektrowerkzeugen für das Holzhandwerk löst mit der Innovation ein tägliches Problem vieler Anwender. Das Set Aerofix F-AF fixiert die Führungsschiene fest auf dem Werkstück, ohne Druckstellen zu hinterlassen. Damit kann auf Schraubzwingen verzichtet werden.

Für eine ganze Branche kann das Bestreben stehen, Geräte zu entwickeln, die Handwerker in ihrem Arbeitsalltag unterstützen. Da geht es etwa um kleine, rutschfeste und ergonomisch gut geformte Griffe, mit denen ein Gerät kaum noch aus der Hand gleiten kann. Da geht es um eine geringe Staubentwicklung und eine effektive Staubabsaugung, damit keine Partikel in die Lunge des Handwerkers dringen. Da geht es um technologisch komplizierteste Methoden, die Vibrationen zu reduzieren, die bei allen Rotationen und Oszillationen entstehen und Nerven, Gefäße, Knochen und Gelenke des Anwenders extrem schädigen können. Mit solchen Verbesserungen reagieren die Unternehmen auch auf verschärfte Arbeitsschutzvorschriften, die mittlerweile europaweit gelten. So gibt es seit 2007 eine Arbeitsschutzverordnung zu Vibrationen, die die tägliche Arbeitszeit mit stark vibrierenden Geräten begrenzt. Auch bei Stäuben – etwa bestimmter Hölzer – gibt es Vorschriften zu maximalen Konzentrationen am Arbeitsplatz.

Viel Geld für Forschung und Entwicklung

Aber nicht nur Vorschriften sind Motivation für die Hersteller, ihre Geräte zu optimieren und zu erneuern. Auch darüber hinaus ist die Innovationskraft erheblich. Etwa 4,4 Prozent ihres Nettoumsatzes hat die Firma Hilti 2010 in Forschung und Entwicklung gesteckt, Bosch hat im gleichen Jahr mehr als 100 neue Elektrowerkzeuge und Weiterentwicklungen auf den Markt gebracht.
MAFELL_Qualitt
Foto: Mafell


Allen Innovationen voran ist die rasante Entwicklung der Akkutechnologie zu nennen. Mit führenden Akkuherstellern arbeiten die Unternehmen zusammen. Klein, leicht und leistungsfähig sind in diesem Prozess Akkus geworden, austauschbar zwischen den verschiedenen Geräten und im selben Ladegerät wieder aufladbar. Das schützt nicht nur die Gesundheit, sondern erleichtert auch den Arbeitsalltag.

Geräte immer handlicher

Riesige Dimensionsunterschiede liegen zwischen den ersten Akkugeräten mit Nickel-Cadmium-Akkus und den heute im Markt befindlichen Geräten mit Lithium-Ionen-Akku. Bosch hat mit dem Ixo das kleinste Gerät dieser Technik für Heimwerker im Programm. „Bei Profigeräten geht der Trend ebenfalls hin zu kleineren, handlicheren Geräten, wohlgemerkt bei gleicher oder größerer Leistung“, weiß Andreas Leinfelder, Leiter des Produktmanagements bei Bosch für die Profi-Akkugeräte. „Für Handwerker ist die Verkleinerung der Geräte allerdings nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll. Man will schließlich noch etwas in der Hand halten.“

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