Samstag, 01. Oktober 2016
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Tarifvergleich: DSL und Festnetz zum Pauschalpreis

Multimedia-Zukunft zum Pauschalpreis: Viele Telekommunikationsanbieter haben ganz neue Komplett-Pakete geschnürt, die Internet, Telefon und teilweise sogar Fernsehen zum Pauschalpreis versprechen. Doch für wen lohnen sich die neuen Flatrate-Angebote?

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Der Gebührenzähler bei Internet und Telefon ist endlich abgeschafft: Fast alle Telekommunikationsunternehmen locken mit Flatrate-Paketen, die zeitlich unbegrenztes Surfen und Telefonieren ermöglichen. Dabei wird die Telefonleitung sogar zum Multimedia-Anschluss der Zukunft, denn bei einigen Tarifen sind auch Fernseh- oder Film-Angebote enthalten.

Die Vorteile der neuen Pauschal-Tarife liegen auf der Hand: Zeitlich unbegrenztes Telefonieren mit Kunden, Geschäftspartnern und Freunden, gleichzeitig wird der DSL-Anschluss zur Standleitung zwecks Informationsbeschaffung, zum Surfen oder Herunterladen von geschäftlichen Daten. Ob darüber hinaus auch Fernsehen per DSL-Leistung wirklich Sinn macht, sollte jeder für sich selbst entscheiden: Im Betrieb selbst wird eine Fernsehfunktion oft nicht benötigt – da ab 2007 für Multimedia-PCs aber auch GEZ-Gebühren anfallen, gibt es ab dann zumindest keinen Grund mehr, sich gegen TV im Büro aus GEZ-Kostengründen zu wehren. Fast alle Privathaushalte verfügen hingegen schon über einen Kabelanschluss, eine Satelliten-Anlage oder DVB-T, weshalb TV per DSL hier im besten Fall ein Zusatzangebot sein kann.

Komplett-Pakete ab 40 Euro

Ob sich die neuen Flatrate-Tarife für den eigenen Betrieb lohnen, kann man ganz einfach anhand von Telefon-Rechnungen der letzten zwölf Monate herausfinden: Liegen die eigenen DSL- und Telefon-Kosten – ohne Anrufe zu Mobilfunk- und Auslandsanschlüssen – durchschnittlich höher als 40 bis 60 Euro im Monat? Dann kann sich ein Flat-Paket zumindest rein rechnerisch rentieren. Ein Kostenbeispiel: Allein die bisherigen Grundgebühren fürs Festnetz (z.B. bei T-Com analog rd. 16 Euro / ISDN rd. 24 Euro), für DSL (ab ca. 17 Euro für 1 Mbit-Leitung) und eine Internet-Flatrate (ca. 5 Euro) liegen meist zusammen schon bei etwa 40 Euro – und die Tarifeinheiten für Festnetzgespräche sind darin noch nicht einmal enthalten.

Je nach Anbieter und gewünschtem Leistungsumfang sind in der genannten Preisspanne viele der neuen Pauschal-Pakete erhältlich. Diese umfassen als Grundausstattung einen DSL-Anschluss (1 bis 16 Mbit-Leitung) inklusive Flatrate sowie eine Telefon-Flat (per Festnetz oder Voice-over-IP) für deutschlandweite Festnetzgespräche. Manchmal sind auch Zusatzleistungen wie mehrere Telefonnummern, Webspace, Domainamen oder herunterladbare Filme im Pauschalpreis enthalten. Beim Preisvergleich empfiehlt es sich, vor allem auch die in den Paketen enthaltene DSL-Geschwindigkeit beachten.

Nachteile der Komplett-Angebote

Dass die neuen Pauschal-Pakete auch Nachteile haben, wird in der Werbung allzu gern unter den Tisch gekehrt. So kann zum Beispiel die Sprachqualität beim Telefonieren mit einer 1 oder 2 Mbit schnellen DSL-Leitung marginal schlechter sein als gewohnt, da viele Flatrates per Voice-over-IP realisiert werden. Zudem bedeutet "Flatrate" im Telefonbereich nicht automatisch, dass wirklich alle Telefonkosten abgedeckt sind: So fallen für Mobilfunkanrufe, Telefonate ins Ausland oder zu Sonderrufnummern oft Zusatzgebühren an, die im Minutentakt abgerechnet werden. Call-by-Call wäre in diesem Fall zwar eine sehr viel günstigere Alternative, ist aber grundsätzlich nicht möglich, wenn man per Voice-over-IP telefoniert und keinen Festnetz-Anschluss der Deutschen Telekom besitzt. Einige Anbieter haben zwar zusätzliche Auslands- oder Mobilfunk-Flatrates im Programm, die optional draufgesattelt werden können – dadurch wird das Pauschalpaket aber noch einmal deutlich teurer.

Bedenken sollte man auch, dass die monatlichen Pauschal-Paketkosten wirklich zwölf Mal im Jahr abgerechnet werden, auch wenn der Betrieb mehrere Wochen Ferien macht und Leistungen gar nicht nutzt. Ist ein Betrieb auf Faxgeräte angewiesen, kann auf einen herkömmlichen Telefonanschluss nicht völlig verzichtet werden: Denn per Voice-over-IP funktioniert das Faxen entweder gar nicht oder wird zum Glücksspiel.

Bis zu zwei Jahre Vertragsbindung

Die meisten Anbieter fesseln ihre Paket-Kunden mit langfristigen Verträgen bis zu 24 Monaten an sich. Der Absprung zu einem günstigeren oder besseren Angebot bei einem Wettbewerber wird so bis zu zwei Jahre lang unmöglich. Eine vertrackte Situation: Einerseits möchte man von den Pauschal-Tarifen schon jetzt profitieren – andererseits ist klar, dass die Preise auch in den nächsten Monaten immer weiter fallen und das Leistungsangebot ständig besser wird. Bei der Preiskalkulation berücksichtigen sollte man auch, dass viele Anbieter einmalige Einrichtungskosten pro Flatrate-Paket von bis zu 100 Euro erheben. Diese werden bei Aktions- oder Einführungsangeboten jedoch regelmäßig teilweise oder komplett erlassen. Für Neukunden ist darüber hinaus oft vergünstigte oder kostenlose Hardware verfügbar, etwa Router oder DSL-Modems.

Wer sich für eines der neuen Flatrate-Pakete interessiert, sollte vorher im Internet oder bei der Hotline des Anbieters nachfragen, ob die entsprechenden Tarife auch in der eigenen Region verfügbar sind – denn die Wahl eines passenden Flat-Paket-Anbieters kann zurzeit noch abhängig vom Wohnort stark eingeschränkt sein: Viele Tarife sind nur regional begrenzt erhältlich, vor allem in ländlichen Gebieten gibt es zur Deutschen Telekom oft noch keine Alternative.

Ausgewählte Flatrate-Pakete für Festnetz-Telefonate und DSL im Überblick zum Download


Triple Play: Telefon, Internet und Fernsehen im Paket

Die Bezeichnung "Triple Play" ist zu einem festen Marketing-Begriff geworden, unter dem Telekommunikationsanbieter in Zukunft ihre gebündelten Dienstleistungen verkaufen werden. Gemeint ist Telefon, Internet und Fernsehen über eine Leitung. Neben Telekommunikationsunternehmen haben auch viele Kabelnetzbetreiber Flatrate-Pakete inklusive Fernsehangeboten geschnürt.

Ein Triple-Play-Paket besteht immer aus drei Komponenten:

1.) Breitband-Internet-Zugang
Das wichtigste Element ist ein Breitband-Internet-Zugang mit Flatrate, der meist per DSL bereitgestellt wird. Für das echte Triple-Play-Erlebnis sollte die Geschwindigkeit über 2 Mbit betragen, ideal sind mindestens 16 Mbit.

2.) Telefonie
Unbedingter Bestandteil ist eine Telefonie-Möglichkeit, die meist per Voice-over-IP in Verbindung mit einer Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz realisiert wird.

3.) Filme/Fernsehen
Die dritte Komponente ist ein Film- oder Fernsehangebot, das per IPTV oder Video-on-Demand bereitsteht. Zum Empfang direkt am Fernseher ist eine Set-Top-Box nötig.

Triple-Play-Pakete im Überblick

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