Freitag, 01. Juli 2016
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MS Office 2007: Mit weniger Klicks zum Ziel

Revolution statt Evolution: Dank einer ganz neuen Benutzerführung hat sich Microsoft mit Office 2007 von den unübersichtlichen Bedienoberflächen der Vorgänger-Versionen verabschiedet. Doch wird die Nutzung des Bürosoftware-Pakets damit wirklich vereinfacht?

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Das Office-Paket von Microsoft glänzte schon immer mit vielen tausend Funktionen – die aber bislang schwer zu finden waren, nicht zuletzt auf Grund unübersichtlicher Menüs und verschachtelter Bedienoberflächen. Mit Office 2007 soll jetzt alles anders werden: Microsoft hat die Benutzerführung komplett neu konzipiert. „Microsoft Office Fluent“ heißt die vollkommen neu gestaltete Benutzeroberfläche. Das Herzstück bezeichnet Microsoft als „Ribbon“ (Band): Dies ist eine neue kontextabhängige Multifunktionsleiste. So sollen Word, Excel, PowerPoint, Access sowie einzelne Outlook-Teile leichter bedienbar sein. Die neuen Symbolleisten umfassen zwar immer noch viele Einzelfunktionen, sind jetzt aber übersichtlich in thematischen Gruppen angeordnet.

Am oberen Bildrand, wo den Nutzer früher die Menüleiste mit verschachtelten Unterstrukturen erwartete, sind nun einzelne Reiter zu finden, mit denen zwischen verschiedenen Symbolleisten hin- und hergeschaltet werden kann. Bei Excel gibt es zum Beispiel die Reiter „Start“, „Einfügen“, „Seitenlayout“, „Formeln“, „Daten“, „Überprüfen“ und „Ansicht“, die nach Anklicken jeweils ihre Symbolleisten präsentieren. Damit musste die bisherige Flexibilität beim individuellen Anordnen von Bedienelementen zwar weichen, trotzdem erscheint das Ribbon-Konzept sehr viel übersichtlicher. Frei konfigurierbar ist jetzt immerhin noch eine Schnellzugriffsleiste, die beliebige Funktionen beinhalten darf.

Oft benötigte Funktionen wie „Speichern“, „Arbeitsschritt vor/ zurück“ und „Drucken“ sind als Icons immer in der oberen linken Ecke sichtbar. Ein Klick auf das große Office-Symbol führt zum einzig verbliebenen klassischen Menü, das einige Funktionen des bisherigen Datei-Menüs umfasst – zur Auswahl stehen hier unter anderem „Neu“, „Öffnen“ und „Speichern“.

Die komfortable Möglichkeit, ein Dokument direkt im PDF-Format abzuspeichern, gibt es nach Streitigkeiten mit der Firma Adobe in der finalen Verkaufsversion standardmäßig nicht mehr – über ein kostenloses Online-Update lässt sich diese Funktion aber nachrüsten. Alternativ kann man Dokumente auch im von Microsoft entwickelten XPS-Format speichern, das nicht nur Volltextsuchen, sondern auch digitales Rechte-Management unterstützt.


Verbesserungen im Detail

Die Arbeit mit Office 2007 soll einfacher werden – deshalb hat Microsoft eine ganze Reihe Neuerungen in alle Office-Programme integriert. So bieten Excel, Word und PowerPoint jetzt zum Beispiel eine „Live-Vorschau“: Zum Begutachten von Formatierungsänderungen genügt es ab sofort, die entsprechenden Passagen zu markieren und anschließend mit der Maus über die Schaltflächen zu fahren – zum Beispiel zur Festlegung der Schriftart. Sofort werden alle Änderungen im Dokument selbst angezeigt, eine endgültige Übernahme der neuen Formatierung erfolgt jedoch erst nach einer Bestätigung per Mausklick.
Auch bei den Grafik-Fähigkeiten hat das Office-2007-Paket deutlich zugelegt: Diagramme und andere Elemente wirken jetzt sehr viel professioneller. Weitere Verbesserungen: Menüs mit kontextabhängigen Inhalten werden nicht mehr mitten auf dem Bildschirm eingeblendet, sondern klinken sich in den Ribbon-Bereich nahtlos ein. Bei Unsicherheiten zur Bedeutung eines Icons lassen sich per „Tooltipps“ hilfreiche Funktionserklärungen einblenden, sobald der Mauszeiger über ein Icon fährt. Formatierungen werden mit den neuen Galerien noch einfacher: Diese enthalten sehr viele und vor allem neue Vorlagen, die einfach per Mausklick übernommen werden.
Beim Abspeichern von Office-2007-Dateien kann man künftig eine Menge Festplattenplatz sparen, denn Microsoft setzt auf das Dateiformat „Open XML“. Inhalte und Formatierungen werden dabei getrennt gespeichert. So sind Office-Dokumente jetzt dank automatischer ZIP-Komprimierung zwischen 20 und 75 kleiner als noch bei Office 2003.


Word und Excel 2007

Die Textverarbeitung Word 2007 profitiert nicht nur vom neuen Ribbon-Konzept, zusätzlich macht eine Mini-Toolbar die Bedienung effektiver: Diese taucht automatisch in Mauszeiger-Nähe auf, wenn Textelemente markiert werden und enthält die wichtigsten Formatierungsfunktionen, zum Beispiel zur Änderung von Schriftgröße, -art oder -ausrichtung. Professionelle Schreiber werden sich darüber freuen, dass Wörter-/Zeichenzahlen jetzt direkt am linken unteren Bildrand angezeigt werden. Das stufenlose Zoomen erfolgt neuerdings mit einem Schieberegler am rechten Bildrand. Mit dem Dokumenteninspektor können Word-Dokumente komfortabel untersucht werden: So lassen sich etwa Kommentare, versteckte Elemente, Kopf-/Fußzeilen nicht nur anzeigen, sondern auch auf Mausklick entfernen.
In Excel 2007 wurde die Visualisierung von Zahlen deutlich verbessert: Mit Pfeilen und Farben können beispielsweise Tendenzen markiert werden. Anschließend berechnet Excel automatisch Summen sowie Durchschnittswerte und zeigt diese am unteren Bildrand an. Excel-Profis werden sich darüber freuen, dass es in der 2007er-Version kaum noch Tabellen-Beschränkungen gibt: Diese können jetzt aus bis zu 16.000 Spalten und einer Million Zeilen bestehen.

Outlook und PowerPoint 2007
 
Sofort beim ersten Start sticht das neue Layout von Outlook 2007 ins Auge: So gibt es jetzt vier Spalten, in der E-Mail-Standardansicht sind dies E-Mail-Ordner, eine Liste der Mail-Elemente, das Mail-Hauptfenster mit Text-Inhalten sowie in der letzten Spalte Kalender/Termine und To-Do-Listen. Das neue Fluent-Konzept wurde in Outlook 2007 nur teilweise verwirklicht, zum Beispiel wenn Kontakte, Mails oder Termine bearbeitet werden – ansonsten bleibt es bei den bekannten Menü- und Symbolleisten-Strukturen. Die Suchfunktion ist jetzt deutlich schneller, zudem verfügt Outlook 2007 über einen RSS-Reader für Echtzeit-Newsticker.
Mit den wenigsten Neuerungen kann das Präsentationsprogramm PowerPoint in der 2007er-Version auftrumpfen. Vor allem wurde die Grafikqualität deutlich verbessert, und Folien-Animationen lassen sich per Live-Vorschau gezielt auswählen. Dank „Ribbon“-Bedienung kann man mit PowerPoint jetzt sehr viel effektiver arbeiten: Professionell aussehende Ergebnisse lassen sich deutlich schneller realisieren als bisher.

Fazit: Revolution gelungen: Office 2007 glänzt zwar mit nur wenigen, dafür aber lange überfälligen neuen Funktionen. Trotzdem ist die 2007er-Edition eines der wichtigsten Updates der letzten Jahre, denn endlich kann man bislang versteckte Funktionen dank des neuen Bedienkonzepts auch wirklich finden. Alle Bedienschritte sind kinderleicht, logisch und ganz einfach rückgängig zu machen. Nach einer schnellen Eingewöhnungsphase macht das neue Microsoft-Office-Fluent-Bedienkon-zept wirklich Spaß – und es ist um Lichtjahre leichter zu bedienen als alle bisherigen Office-Versionen, vor allem für Gelegenheitsnutzer. Da kaum eine Funktion dort geblieben ist, wo sie vorher war, werden Office-Profis etwas länger benötigen, um sich an die neue Benutzerführung zu gewöhnen. Doch Tests haben ergeben, dass Nutzer von Office 2007 mit rund 60 Prozent weniger Klicks und 65 Prozent kürzeren Mauswegen zum selben Ergebnis kommen wie unter Office 2003.
Mit Office 2007 ist Microsoft die angekündigte Revolution bei der Nutzerführung wirklich gelungen. Ein ausführlicher Blick auf das neue Microsoft Office-System, das ab sofort in fünf Paketen mit unterschiedlichem Funktionsumfang erhältlich ist, lohnt sich für alle Nutzer, die regelmäßig mit einzelnen Office-Programmen arbeiten. Wer sich selbst ein Bild von Funktionalität und Design der neuen Office-Bedienung machen möchte, kann sich alle Editionen unter http://germany.trymicrosoftoffice.com als Testversion herunterladen.


Die Office-Editionen und Systemvoraussetzungen im Überblick

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