Samstag, 28. Mai 2016
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Windows Vista: Mehr Sicherheit und über 1.000 neue Funktionen

Nach über fünf Jahren Entwicklungszeit steht es jetzt in den Verkaufsregalen: Das lang erwartete und immer wieder verschobene neue Microsoft-Betriebssystem Windows Vista. Die Unterschiede zu XP sollen so gewaltig sein wie damals zwischen Windows 3.11 und 95. Doch bedeuten die über 1.000 neuen Funktionen wirklich mehr Sicherheit und eine Erleichterung der täglichen Arbeit?

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Das erklärte Ziel von Microsoft war es von Anfang an, mit Windows Vista ein sichereres und leis-tungsfähigeres Betriebssystem zu entwickeln. Schon der neue Name gibt die Richtung vor: „Vista“ heißt übersetzt so viel wie Blick, Sicht oder Perspektive. Schon der erste Blick auf den Desktop zeigt, dass sich Vista auch optisch im Vergleich zu Windows XP deutlich verändert hat.

Die Taskleiste wird jetzt von einem runden, unbeschrifteten Start-Button auf der unteren linken Seite geschmückt. Fährt man mit der Maus auf ein geöffnetes Programm in der Taskleiste, wird ein Live-Thumbnail eingeblendet. Beim Klick auf die Uhrzeit öffnet sich wie gewohnt ein Kalender, der auf Wunsch zusätzlich bis zu drei analoge Uhren mit verschiedenen Zeitzonen anzeigt. Die neue Aero-Oberfläche ist sehr chic, wirkt dreidimensional und bietet transparente Fenster.

Vista kann als sicherstes Windows aller Zeiten Netzwerke, das Dateisystem und die Registry nach außen hin abschotten. Eine verbesserte Firewall wird eingesetzt, damit Hacker weniger Chancen haben, und das neue Programm „Defender“ spürt unerwünschte Spyware (Spionageprogramme) auf. Zudem lassen sich mit der Ultimate-Edition nicht nur die Daten, sondern auch  ganze Festplatten verschlüsseln und somit vor unbefugtem Zugriff schützen.

Aufgeräumte Fenster und komfortable Suche
 
Sehr viel einfacher gestaltet sich das Finden von Dateien unter Windows Vista: So besitzt jetzt jedes Fenster eine Adressleiste mit einem Vor- und Zurück-Button, wodurch das Navigieren in Ordnern komfortabler wird. Zudem gibt es ein Suchfeld: Schon während des Eintippens werden dabei passende Ergebnisse herausgefiltert, für noch genauere Ergebnisse kann eine Leiste mit weiteren Optionen genutzt werden. Ebenfalls sehr nützlich: Alle Ordner zeigen bereits vor dem Öffnen Datei-Inhalte als Thumbnails an. Bilder oder Dokumente mit weniger als einer Seite werden unter Vista nicht mehr nur mit einem Standard-Icon, sondern als verkleinerte Live-Ansicht dargestellt. So spart sich der Nutzer künftig so manchen „Öffnen“-Klick. Besonders für Widescreen-Monitore ein interessantes Feature ist die Vista-Sidebar: Eine an den Bildrand andock-bare Seitenleiste. Auf diese lassen sich Mini-Programme ablegen, die Microsoft als „Gadgets“ bezeichnet. So geht kaum wertvoller Monitor-Platz verloren, und trotzdem hat man z.B. eine Uhr, aktuelle Newsticker-Headlines des RSS-Readers oder den Windows-Mülleimer immer im Blick.


Sicherer: Der Internet-Explorer 7

Um an Firefox und Mozilla verlorene Marktanteile wieder wettzumachen, hat Microsoft auch den Internet-Explorer 7 komplett überarbeitet: Dieser bietet nicht nur erstmals die bei der Konkurrenz schon seit vielen Monaten üblichen Möglichkeiten des „Tabbed Browsings“, sondern kann auch RSS-Feeds lesen. Über eine Zoom-Funktion lassen sich Webseiten stufenweise skalieren – von zehn bis 1.000 Prozent. Damit künftig nicht wieder jede Woche ein Sicherheitspatch nötig wird, läuft der neue IE 7 unter Vista in einem „Protected Mode“, zudem soll ein Phishing-Schutz automatisch vor gefälschten Internet-Seiten schützen.

Auch der Media-Player 11 hat eine längst überfällige Überarbeitung erhalten: Vor allem die bislang chaotische Medien-Bibliothek wirkt jetzt sehr viel aufgeräumter: Statt Baumstrukturen gibt es nun eigene Bereiche für Bilder, Videos, Musik und Fernsehaufzeichnungen. Gerade in das Musik-Archiv ist viel mehr Ordnung eingezogen, da Songs jetzt nach Alben gruppiert werden können – inklusive Cover-Einblendung. Auch die Suche nach Medien-Daten geht jetzt sehr viel zügiger vonstatten, da die Ergebnisse bereits mit jedem neu eingetippten Buchstaben herausgefiltert werden. Ebenfalls schön: In einem Netzwerk können einzelne Medien-Dateien für andere Nutzer freigegeben werden – ganz ohne kopieren.

Die neue Photo-Gallery macht für viele Nutzer einige bislang zusätzlich benötigte Programme überflüssig: So werden beispielsweise abgelegte Bilder und Videos direkt vergrößert, sobald die Maus darüber fährt. Per Assistenten können Bilder per Mail versendet, ausgedruckt oder in einer gewünschten Reihenfolge auf einen optischen Datenträger gebrannt werden.

Darüber hinaus ist mit der Photo-Gallery sogar eine Bildbearbeitung in kleinem Umfang möglich: Rote Augen lassen sich entfernen, Fotos zuschneiden oder Bildeigenschaften wie zum Beispiel Kontrast, Helligkeit und Farben verändern.

Fazit: Viele Verbesserungen im Detail

Windows Vista zeigt, dass Microsoft auf dem richtigen Weg ist: Die vielen nützlichen Detail-Verbesserungen machen die Arbeit unter Windows deutlich komfortabler, die Benutzerfreundlichkeit wurde spürbar erhöht. Gerade Einsteiger profitieren von den neuen Sicherheitsfeatures, ein Virenscanner sollte jedoch immer zusätzlich installiert werden. Ob Microsoft mit Windows Vista wirklich das beste Betriebssystem aller Zeiten geschaffen hat, ist im Moment noch schwierig zu beurteilen. Denn die Freude über die neuen Funktionen wird deutlich getrübt: Obwohl alle Soft- und Hardwarehersteller bis Ende Januar neue Treiber für Vista bereitstellen wollten, sieht die Realität zurzeit anders aus. Viele Software-Anpassungen stehen noch aus, so dass einzelne Programme unter Vista nur eingeschränkt oder gar nicht funktionieren. Auch Hardware wie Drucker, Scanner oder Grafikkarten einzelner Hersteller sind aufgrund fehlender Treiber immer noch nicht Vista-tauglich. Experten empfehlen deshalb, mit dem Vista-Wechsel noch einige Monate zu warten, bis alle Hersteller mit entsprechenden Software- und Treiber-Anpassungen nachgezogen sind.

Tipp: Vor dem Umstieg auf Vista sollten sich Interessenten unbedingt den kostenlosen „Windows Vista Upgrade Advisor“ im Download-Center von www.microsoft.de herunterladen. Das kleine Programm analysiert den eigenen PC und listet anschließend mögliche Soft- oder Hardware-Probleme detailliert auf.

Vista im Überblick

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