Samstag, 30. Juli 2016
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DSL-Komplett-Angebote für Handwerksbetriebe im Test

Die DSL-Komplett-Pakete von Providern reichen von kos­tengünstigen Lösungen bis hin zu technischen Premium-Angeboten: Bei gleicher Funktionalität sind Preisunterschiede von bis zu 150 Prozent möglich.

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Foto: bilderbox / Text: Thomas Busch

Aufgrund der oft angebotenen Baukasten-Systeme sind DSL-Angebote für Geschäftskunden nicht nur unübersichtlich, sondern auch nur schwer miteinander vergleichbar: Während einige Provider reine DSL-Anschlüsse mit verschiedenen Geschwindigkeiten an­bieten, verkaufen andere gleichzeitig mit dem Internetzugang auch noch einen Telefonanschluss. Wenn dann noch Zusatzoptionen wie Sicherheits- und Mail-Pakete, feste IP-Adressen oder mobile Internetzugänge hinzukommen, die je nach Vertragslaufzeit auch noch unterschiedlich teuer sind, verlieren viele Geschäftskunden schnell den Überblick.

Das Deutsche Handwerksblatt wollte es genau wissen: Wie unterscheiden sich die Angebote der verschiedenen DSL-Provider bei der technischen Realisierung und im Preis? Um von verschiedenen Providern Angebote zu erhalten, die von der Funktionalität her vergleichbar sind, haben wir an die Deutsche Telekom, Arcor, Versatel und Vodafone zwei typische Handwerksfirmen-Szenarien mit genauem Anforderungsprofil geschickt. Nach einer Woche hatten alle Provider ihr jeweils bestes Angebot für die beiden virtuellen Handwerksbetriebe eingereicht.

Preisunterschiede von mehr als 150 Prozent


Obwohl sich die Angebote von der Funktionalität her nur wenig unterscheiden, liegen die Preisunterschiede bei mehr als 150 Prozent. Dies liegt vor allem an den technischen Unterschieden: Während Provider wie Arcor und Vodafone meist einfache, aber effektive Lösungen bereitstellen, setzt zum Beispiel Versatel auf technisch besonders aufwändige Szenarien, die dafür aber auch maximale Qualität, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit versprechen.

Besonders auffällig sind diese Unterschiede bei den sogenannten Virtual Private Networks (VPN, virtuelles privates Netzwerk): Diese bieten sich für Außendienst-Mitarbeiter an, die mobil per Notebook auf sensible Daten des Büro-Servers zugreifen wollen. Über ein VPN ist der Zugriff wirklich sicher, da nicht nur eine Authentifizierung erforderlich ist, sondern alle Daten zudem verschlüsselt übertragen werden. Nur der Anbieter Versatel wies in seinem Angebot die Installation und Einrichtung von VPN-Funktionalität aus, während Arcor und Vodafone davon ausgehen, dass der Kunde sich selbst ein VPN einrichtet.

Fazit: Preise und Leistungen genau vergleichen

Beim Kosten-Vergleich der DSL-Komplett-Pakete sollten Betriebe nicht nur die technischen Daten berücksichtigen, sondern auch die im Paket angebotenen Leistungen. Bei besonders günstigen Lösungen fehlen oft Sicherheits- oder Komfort-Funktionen, die Betriebe dann selbst zeit- und kos­tenaufwändig nachrüsten müssen (z. B. Firewalls, VPN-Funktionalität, Blackberry-Server). Hier gilt es also sorgfältig abzuwägen, ob Kostenvorteile oder Funktionalität mittelfristig im Vordergrund stehen sollen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Laufzeiten der DSL-Verträge: Während Vertragsbindungen von zwei Jahren mittlerweile fast überall Standard sind, bieten einige Provider auch Verträge mit drei Jahren Laufzeit an, die als Ausgleich geringe Kostenvor­teile mit sich bringen. Hier sollte im Zweifelsfall jedoch immer der Vertrag mit der kürzesten Laufzeit gewählt wer­den, denn eines ist sicher: In den nächs­ten drei Jahren werden die DSL-Preise nicht nur deutlich günstiger, sondern es werden auch immer leistungsfähigere Pakete auf den Markt kommen.

Provider beraten kostenlos

Obwohl die Angebote der Deutschen Telekom im Vergleich nicht die günstigsten sind, liegt hier jedoch das meiste Spar-Potenzial für Betriebe: Die sogenannten „Hosted“-Lösungen machen eigene Server komplett überflüssig.

Die Mitarbeiter arbeiten auf „Festplatten im Netz“, deren Funktionalität einem eigenen Server gleichkommt – mit dem Unterschied, dass man nicht nur die einmaligen Hardware-Kosten spart (1.000 bis 2.000 Euro pro Server), sondern auch das Geld für Software-Updates, die Server-Administration, Wartungen und Strom­verbrauch (bis zu 2.000 Euro pro Jahr). Der einzige Nachteil: Wenn die DSL-Leitung einmal gestört sein sollte, kommt der Betrieb in dieser Zeit nicht an seine abgelegten Daten heran.

In jedem Fall empfiehlt es sich für Handwerksbetriebe, vorab persönlich den Kontakt zu mehreren Providern aufzunehmen und sich kostenlos beraten zu lassen und maßgeschneiderte Angebote für die eigenen Anforderungen anzufordern. Da viele Provider nur regional oder in Großstädten ihre DSL-Leistungen anbieten, lässt sich auf den Internetauftritten der Anbieter vorab eine Verfügbarkeitsabfrage starten.   

Von Thomas Busch

  • Test: DSL-Komplett-Angebote (als pdf-Datei)

  • Mehr dazu:
    DSL für Handwerksbetriebe: Komplett-Pakete mit maximaler Sicherheit
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