Freitag, 30. September 2016
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Überall-Zugriff: Online-Festplatten

Online-Backups sind der neueste Trend im Bereich der Datensicherung: Alle wichtigen Unternehmensdaten werden dabei regelmäßig ganz einfach per DSL-Leitung auf eine Festplatte kopiert, die sich im mehrfach abgesicherten Server eines professionellen Rechenzentrums befindet. {teaser-links}
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Termine: 2. - 5.9.2009:
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Dieser Service ist nicht nur bequemer und sicherer als das tägliche manuelle Daten-Backup, sondern bei einigen Anbietern sogar komplett kostenlos. Doch lagern die Dokumente im World Wide Web wirklich sicher, wie schnell funktioniert der Zugriff, und was sollte man bei der Auswahl eines Anbieters beachten?

Regelmäßige Datensicherungen sind lästig, aber unerlässlich: Bei einem Festplatten-Defekt können ansonsten alle wichtigen Kunden-Datenbanken, sämtliche Angebote, Fahrtenbücher, Steuer-Unterlagen und Mails von einer auf die andere Sekunde im digitalen Daten-Nirwana verschwunden sein. Wer zwar regelmäßig Datensicherungen durchführt, die entsprechenden CDs, DVDs, Bandsicherungssysteme oder externe Festplatten aber im Büro lagert, hat bei Katastrophen-Szenarien wie im Brand-Fall ebenfalls alles verloren. Genauso kritisch ist es, wenn alte Backup-Medien nicht mehr lesbar sind oder ausgerechnet am Vortag die Datensicherung vergessen wurde.

Als Alternative zu herkömmlichen Sicherungsmethoden sind Online-Backups mittlerweile eine ebenso kostengünstige wie sichere Alternative. Beim Online-Backup werden alle wichtigen Daten über eine Breitbandverbindung (zum Beispiel DSL) auf der Festplatte eines externen Servers gespeichert. Diese Server befinden sich in professionellen Rechenzentren, die gegen jede Art von Datenverlust besonders gesichert sind, u.a. durch mehrfache Daten-Spiegelungen.

Automatische Backup-Funktion

Im Vergleich zur herkömmlichen Datensicherung bieten Online-Backups deutliche Vorteile: Der Betrieb muss keine Backup-Medien oder zusätzliche Festplatten anschaffen, die mit der Zeit abnutzen und dann eventuell nicht mehr lesbar sind. Sofern der Online-Dienstleister automatische Backup-Funktionen anbietet, können Datensicherungen auch nicht mehr vergessen werden. Außerdem lagern die wertvollen Unternehmensdaten nirgendwo sicherer als in einem Rechenzentrum.

Der Zugriff auf die Backup-Daten ist rund um die Uhr von jedem PC oder Notebook auf der Welt aus möglich – sofern man im Besitz der Zugangsdaten ist. Einige Anbieter bieten für den Zugang eine eigene Software, die heruntergeladen und auf dem eigenen PC installiert werden muss. Der Vorteil: Häufig lässt sich der Online-Speicherplatz dann wie eine normale lokale Festplatte in das Betriebssystem einbinden. Ganz ohne Software-Download funktioniert das Speichern und Abrufen von Daten bei einigen Anbietern auch über Webbrowser wie den Internet Explorer oder Firefox. Besonders praktisch: Bei den meisten der Online-Services hat man die Möglichkeit, Dateien oder ganze Ordner für ausgewählte Nutzer freizugeben, so dass ein gemeinsamer Zugriff erfolgen kann. So stehen allen Mitarbeitern immer die aktuellsten Daten zur Verfügung.

Die Kosten für den Online-Speicherplatz variieren je nach Anbieter und Leistungsumfang stark: Von einmalig rund 100 Euro für die Fünf-Jahres-Nutzung von 20 GB bis hin zu 260 Euro jährlich für 250 GB Speicherplatz. Doch das Online-Daten-Backup funktioniert nicht nur billiger, sondern sogar komplett kostenlos – sofern nicht allzu viel Speicherplatz benötigt wird. So bietet Microsoft jedem Internet-Nutzer satte 25 GB komplett gratis an, andere Dienstleister haben immerhin 1 bis 2 GB kostenfrei im Angebot. Allerdings muss man bei den meisten Kostenlos-Angeboten auf Komfort oder Sicherheit verzichten: Nur selten gibt es hier automatische Backup-Funktionen oder eine verschlüsselte Datenübertragung.

Bei sensiblen Daten auf Sicherheit achten

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Genau darauf sollte man bei wichtigen und sensiblen Daten aber keinesfalls verzichten: Eine regelmäßige automatische Datensicherung ist immer noch die beste Waffe gegen den Hauptgrund für fehlende Sicherheitskopien: die menschliche Nachlässigkeit. Eine verschlüsselte Datenübertragung gewährleistet darüber hinaus, dass kein Hacker die Datenströme abfangen und auslesen kann. Wer besonders große Dateien wie z.B. verschlüsselte und komprimierte Archive sichern will, sollte darauf achten, dass bei dem ausgewählten Speicherplatz-Anbieter die maximale Dateigröße nicht beschränkt ist. So können auf Microsofts „Windows Live SkyDrive“ keine Dateien mit mehr als 50 MB abgelegt werden, der Anbieter ADrive erlaubt maximal 2 GB.

Die größten Nachteile von Online-Festplatten: Eine Datensicherung oder ein Zugriff auf die Backup-Daten ist ohne Online-Zugang nicht möglich. Bei einer Störung der DSL- und/oder Telefonleitung sollte man deshalb Alternativen parat haben – zum Beispiel ein UMTS-Modem, das den Online-Zugang jederzeit per Handy-Karte gewährleistet. Außerdem ist der Up- und Download bei einer Online-Festplatte in jedem Fall sehr viel langsamer als bei einem lokalen Datenträger. Für die Sicherung von 100 MB sollte man mit DSL 6.000, das typischerweise eine Upload-Geschwindigkeit von 640 Kilobit pro Sekunde bietet, mindestens 21 Minuten einplanen. Das Herunterladen derselben Datenmenge funktioniert mit DSL 6000 sehr viel schneller: Im besten Fall sind die Daten in etwas mehr als zwei Minuten wieder auf der heimischen Festplatte.

Vor dem Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags empfiehlt es sich in jedem Fall, eventuell verfügbare Gratis-Angebote zu nutzen, um Geschwindigkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit der Online-Festplatten zu testen.

Checkliste: Maximale Sicherheit beim Online-Backup

1. Achten Sie bei der Sicherung von sensiblen Daten darauf, dass der Anbieter eine verschlüsselte Datenverbindung bereitstellt (SSL-Verschlüsselung), damit Informationen nicht in falsche Hände gelangen können.

2. Wählen Sie für Ihren Online-Zugang nur Passwörter und Benutzernamen, die nicht leicht erraten werden können. Am besten bewährt hat sich eine scheinbar willkürliche Abfolge von Klein- und Großbuchstaben, gemischt mit Zahlen oder Sonderzeichen.

3. Damit Hacker potenzielle Sicherheitslücken nicht ausnutzen können, sollte man Betriebssystem und Browser regelmäßig updaten. Für Microsoft-Produkte steht dafür die Seite www.windowsupdate.com zur Verfügung.

4. Eine stets aktuelle Virenschutzsoftware sowie eine Firewall sind für jeden Betriebs-PC absolute Pflicht.

Fachbegriffe kurz erklärt

Browser: Ein Programm zum Darstellen von Internet-Inhalten, z.B. Texten oder Grafiken. Die meisten Surfer nutzen den Internet Explorer von Microsoft, nicht ganz so häufig werden andere Browser wie Firefox, Netscape, Mozilla oder Opera eingesetzt.

Hacker: Ein Hacker nutzt Sicherheitslücken in Computersystemen aus, um sich übers Internet unberechtigt Zugang zu fremden PCs zu verschaffen. Sein Ziel ist es, die Kontrolle über einen Rechner zu übernehmen oder Daten zu stehlen.

SSL-Verschlüsselung: Die Abkürzung SSL steht für „Secure Socket Layer“ (auf Deutsch sinngemäß „Sicherheits-Anschluss-Adapter“) und bezeichnet ein Protokoll zur Verschlüsselung von Daten im Internet, die über einen Browser übertragen werden.

Von Thomas Busch

- Kostenlose Online-Festplatten im Überblick (als pdf-Datei).

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