Dienstag, 30. August 2016
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Windows 7 – das bessere Vista?

Microsoft hat aus den Fehlern bei der Markteinführung von Windows Vista vor über zwei Jahren gelernt: Mit dem neuen Windows 7 soll ab Ende 2009 alles sehr viel runder laufen – sogar auf Netbooks, die von Windows Vista bislang eher ausgebremst werden.

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Die Desktop Vorschau von Windows 7.


Bis heute klebt an dem eigentlich sehr guten Betriebssystem Windows Vista ein schlechtes Image, weil wichtige Hardware-Treiber noch monatelang nach dem Verkaufsstart fehlten und einige XP-Software-Programme inkompatibel waren. Mehr als 71 Prozent aller Computer-Besitzer nutzen heute immer noch Windows XP, das vor mehr als sieben Jahren eingeführt wurde. Windows Vista bringt es rund zweieinhalb Jahre nach dem Verkaufsstart nur auf unter 19 Prozent Marktanteil, im geschäftlichen Bereich sind es magere sieben Prozent.

Diese Ergebnisse der aktuellen W3B-Studie des Marktforschungsinstituts „Fittkau & Maaß Consulting“ zeigen, warum es Microsoft mit der Einführung einer neuen Windows-Version eilig hat: Vista konnte die Verbraucher nicht überzeugen, deshalb soll bereits zum Weihnachtsgeschäft 2009 das neue Windows 7 in den Verkaufsregalen liegen.

Skeptiker überzeugen:
Der jetzt vorliegende „Release Candidate“ (Veröffentlichungskandidat) von Windows 7 hat das Zeug, selbst Windows-Skeptiker zu überzeugen – denn die Liste der potenziellen Vorteile ist lang: Da die neue Windows-Version eine Weiterentwicklung von Vista ist, gibt es mit aktueller Hardware keine Treiber-Probleme. Und damit ältere Software-Programme wieder laufen, die unter Windows Vista den Dienst versagten, wurde Windows 7 ein „XP-Modus“ spendiert.

Aber auch Netbooks, die es zur Einführung von Windows Vista als eigene Geräteklasse noch gar nicht gab, profitieren von Windows 7: Das neue Betriebssystem zeigt sich in puncto Leistungshunger genügsamer, wodurch die Mini-Notebooks spürbar schneller laufen. Die Verkaufsversion soll außerdem den schnellen Mobilfunkstandard UTMS unterstützen, so dass Netbooks unterwegs direkt mit DSL-Geschwindigkeit online gehen können.

Schnelle Installation:
Die Installation von Windows 7 dauert je nach Hardware rund 20 bis 30 Minuten. Die aktuelle Vorab-Version läuft bereits sehr stabil, und es ist prinzipiell jede Software lauffähig, die auch unter Windows Vista funktionierte. Ausnahme sind bislang vor allem einige Anti-Viren-Programme, von denen bis zum Verkaufsstart aktualisierte Versionen vorliegen sollen.

Nach dem ersten Start von Windows 7 sieht man auf den ersten Blick nur wenige Veränderungen, denn die wichtigsten Neuerungen laufen unsichtbar „unter der Haube“: So werden Mehrkern-Prozessoren jetzt effektiver unterstützt, und der Speicherbedarf von aktiven Programmen in Windows-Fenstern wurde um bis zu 50 Prozent gesenkt.

Ungewohnt:
Die Taskleiste unter Windows 7 zeigt statt Programm-Namen nur noch Icons an und bietet damit mehr Platz, sodass mehrere Programme gleichzeitig geöffnet sein können, ohne dass die Übersicht verloren geht. Die aus Vista und XP bekannte Schnellstartleiste wurde unter Windows 7 ersatzlos gestrichen, da sich Programmverknüpfungen jetzt direkt in der Taskleiste ablegen lassen.

Wenn die Maus über die Vorschaubilder in der Taskleiste gleitet, wird das entsprechende Programm jetzt auch direkt auf dem Bildschirm angezeigt – eine sinnvolle Neuerung, die Vista und XP nicht beherrschten. Über ein Pop-up-Fenster werden außerdem sogenannte „Sprunglisten“ eingeblendet, über die jeweils die zehn zuletzt genutzten Dateien eines Programms direkt geöffnet werden können. Diese Sprunglisten sind alternativ auch über die Programm-Einträge in der Startleiste erreichbar.

Praktisch: Geöffnete Programm­fenster ändern in Windows 7 automatisch ihre Größe, wenn sie an den Bildschirmrand gezogen werden, so dass alle Inhalte jederzeit optimal sichtbar bleiben („AeroSnap“). So lassen sich mehrere Fenster schnell nebeneinander anordnen. Sobald ein Fenster an den oberen Rand gezogen wird, wechselt es wieder in den Vollbildmodus. Wird ein Fenster mit der Maus geschüttelt („AeroShake“), werden alle sonstigen Fenster sofort minimiert. Ein weiteres Schütteln stellt wieder die Ausgangssituation her.

Die Verteilung von Musik wird mit dem aktualisierten Windows Media Player 12 erleichtert: Über diesen lassen sich freigegebene Titel per Internet mit der Funktion „Remote Media Streaming“ von ausgewählten Computern direkt abrufen, so dass die eigene Musikbibliothek ortsunabhängig zur Verfügung steht.

XP-Modus für ältere Software: Da vor allem Unternehmen den Umstieg auf Vista bislang verweigert haben, weil viele XP-Programme unter dem neuen Betriebssystem nicht mehr starten, hat Microsoft diesen gravierenden Nachteil in der neuen 7er-Version ausgebügelt: Der „Windows-XP-Modus“ stellt eine virtuelle XP-Umgebung zur Verfügung, unter der so gut wie alle Programme laufen sollen.

Sind XP-Programme einmal installiert, werden sie ganz einfach über das Startmenü, eine Desktop- oder Taskleisten-Verknüpfung gestartet. Einzige Einschränkung: Grafisch anspruchsvolle 3D-Spiele laufen im XP-Modus nicht.

Mehr Sicherheit:
Obwohl Experten damals Windows Vista als „sicherstes Windows aller Zeiten“ gelobt haben, legt Microsoft bei Windows 7 noch einmal nach: Änderungen in der Benutzerkontensteuerung müssen vom Anwender immer explizit bestätigt werden, außerdem starten externe Laufwerke wie USB-Sticks und Festplatten jetzt nicht mehr automatisch, damit sich auf diesen Wegen keine Schadprogramme unbemerkt einschleichen können. Auch der Internet-Explorer 8 bringt neue Sicherheitsfunktionen für das Browsen im Web mit.

Effektive Zeitersparnis verspricht die neue Suchfunktion: Passende Inhalte aus Dateien wie etwa Word, Excel oder Mails werden direkt in den Suchergebnissen mit angezeigt. Praktisch ist auch die neue Funktion „Aero Peek“: Diese schaltet alle geöffneten Programmfenster transparent, so dass der Blick auf den Desktop möglich wird.

Verbessert wurde darüber hinaus auch die in Windows integrierte Spracherkennung, so dass sich nicht nur der PC über Sprachkommandos steuern lässt, sondern nach einer kurzen Einarbeitungszeit auch Briefe annähernd fehlerfrei diktieren lassen. Über die Taskbar wird jeder PC künftig schneller zum Energiesparer, denn dort befindet sich ein Icon, über das der PC direkt den Energiespar- oder Hochleistungsmodus aktivieren kann. Ganz neu ist die Unterstützung von PC-Touchscreens.

Fazit – Das bessere Vista:
Mit Windows 7 könnte Microsoft der ganz große Wurf gelingen. In der jetzt vorliegenden Vorab-Version sind bereits viele Verbesserungen integriert, die Nutzer seit vielen Jahren fordern. Windows 7 ist von den Neuerungen her keine Revolution, aber eine sinnvolle Weiterentwicklung.

Die größten Nachteile von Vista wurden bereinigt. Windows 7 läuft nicht nur schneller und ist weniger Hardware-hungrig, sondern liefert Unternehmen besonders mit dem neuen XP-Modus einen Grund für den Umstieg.

Von Thomas Busch{forum-links}
IT-Experte Thomas Busch beantwortete Fragen zu Windows 7{/forum-links}

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