Dienstag, 28. Juni 2016
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IPTV: Telefonieren, surfen und fernsehen

Das Fernsehen der nächsten Generation benötigt keine Antenne mehr: In einigen aktuellen DSL-Tarifen ist die Multimedia-Zukunft bereits integriert – per IPTV, also Fernsehen per Internet.

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Foto: bilderbox


Gleich drei Anbieter versuchen, die bundesdeutschen Haushalte mit dem Fernsehen der Zukunft zu erobern. Doch welche Vorteile bietet das Internet-Fernsehen, wie hoch sind die Kosten und welche technischen Voraussetzungen werden benötigt?

Für über eine halbe Million Kunden in Deutschland ist das neue Fernsehzeitalter bereits Realität: So viele Abonnenten nutzten laut einer Studie des High-Tech-Verbands Bitkom bereits die neuen DSL-Komplett-Pakete mit Fernsehen per Internet. Obwohl die Zahl noch überschaubar ist, entwickelt sich das Internet-Fernsehen rasant: Ende 2007 gab es in Deutschland gerade mal 180.000 IPTV-Kunden – das entspricht einem Zuwachs von fast 150 Prozent innerhalb eines Jahres.

Kein Computer für IPTV benötigt

Doch was ist IPTV eigentlich? Die Abkürzung steht für „Internet-Protocol-Television“ (Fernsehen per Internet-Protokoll) und bedeutet, dass TV-Angebote ganz ohne Antenne, Kabelanschluss oder Satellitenschüssel über ein digitales Datennetz wie z.B. DSL auf den Fernseher gelangen. Der Nutzer benötigt dazu einen schnellen Internet-Zugang mit einer empfohlenen Mindestgeschwindigkeit von 6, besser 16 Megabit pro Sekunde sowie eine Set-Top-Box, die als Bindeglied zwischen einem DSL-Modem oder -Router und dem Fernseher dient.

Ein Computer wird für IPTV nicht benötigt. Je nach Anbieter stehen so zwischen 50 und 70 frei empfangbare sowie weitere 30 bis 70 Pay-TV-Sender über die DSL-Leitung zur Verfügung. Die Set-Top-Box ist als Leihgerät meist fester Bestandteil des Angebots oder kann zu Preisen zwischen 50 bis 300 Euro hinzugekauft werden. Derzeit gibt es in Deutschland drei IPTV-Anbieter: die Deutsche Telekom (T-Home Entertain), HanseNet (Alice HomeTV) und Arcor (Arcor Digital TV).

Zeitversetztes Fernsehen möglich


Die größten Vorteile von IPTV: Da die meisten Set-Top-Boxen über eine Festplatte verfügen, lassen sich Sendungen wie bei einem Videorekorder aufnehmen oder programmieren. Durch die Funktion „Timeshifting“ (zeitversetztes Fernsehen) wird man als Zuschauer unabhängiger vom Sendeplan, denn das laufende Programm lässt sich jederzeit anhalten oder zurückspulen. Darüber hinaus stehen bei allen Anbietern mehrere Hundert Filme und Serien für eine zusätzliche Gebühr rund um die Uhr in einer virtuellen Videothek als Video-on-Demand zum Abruf bereit.

Künftig sollen auch interaktive Funktionen möglich sein, so dass Zuschauer bei Spielshows direkt mitmachen können. „Die Ansprüche an den TV-Konsum ändern sich im Internetzeitalter. Immer weniger Menschen wollen sich noch an das Programm anpassen – sie wollen stattdessen das Programm nach ihren Bedürfnissen gestalten“, erklärt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. „Das Internet-Fernsehen gibt dem Zuschauer diese Freiheit.“

Pauschal-Pakete mit IPTV

Auch das hochauflösende Fernsehen in HDTV-Qualität ist grundsätzlich möglich, dazu wird jedoch eine schnelle Internetanbindung per VDSL benötigt, die erst in rund 50 Städten verfügbar ist. Je nach Anbieter und gewünschtem Leistungsumfang sind Pauschal-Pakete mit IPTV zu Preisen von rund 30 bis 80 Euro verfügbar. In den Angeboten enthalten sind ein DSL-Anschluss inklusive Surf-Flatrate, eine Flatrate für deutschlandweite Festnetzgespräche sowie das TV-Angebot. Bei allen Anbietern lassen sich gegen Aufpreis weitere Optionen hinzubuchen.

Wer sich für eines der Pakete interessiert, sollte vorher im Internet oder bei der Hotline des Anbieters nachfragen, ob die entsprechenden Tarife auch in der eigenen Region verfügbar sind – denn das IPTV-Angebot kann zurzeit noch abhängig vom Wohnort stark eingeschränkt sein.

Von Thomas Busch

- pdf IPTV-Anbieter im Überblick (als pdf-Datei)
- pdf Die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt (als pdf-Datei)

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