Montag, 25. Juli 2016
Handwerksblatt Logo
Anzeige

Internet-TV: Technik mit Hürden & Stolperfallen

Das neue Internet-Fernsehen stellt Mieter und Hausbesitzer vor ganz neue Herausforderungen: Die wichtigsten Räume sind meist für den Anschluss von Kabel- oder Satelliten-TV vorbereitet – doch die neuen IPTV-Angebote benötigen eine ganz andere technische Infrastruktur. Technische Hürden und Kabel-Stolperfallen lassen sich mit etwas Fachwissen aber ganz einfach vermeiden.

Handwerk


Das Interesse an den neuen IPTV-Angeboten ist groß: Laut einer Bitkom-Studie wünscht sich jeder Zweite zeitversetztes Fernsehen, jeder Dritte will seine Lieblingsprogramme individuell archivieren. Mit IPTV lassen sich diese Wünsche realisieren – trotzdem bleibt bei vielen Interessenten die Angst vor einer zu komplizierten Einrichtung, unübersehbaren Kosten und technischen Problemen.

Mit etwas Vorausplanung sind diese Anlaufschwierigkeiten aber leicht zu bewältigen. An erster Stelle sollten Überlegungen zur technischen Infrastruktur stehen: Die IPTV-Set-Top-Box zum Empfang des Internet-Fernsehens ist vergleichbar mit einem Satelliten- oder Kabel-TV-Receiver – mit dem einzigen Unterschied, dass sie einen Internetzugang benötigt.

Kabellose Vernetzung per W-Lan

Das größte Problem in vielen Wohnungen und Häusern: Der Fernseher befindet sich im Wohn- oder Schlafzimmer, die Telefondose mit dem DSL-Router hingegen im Flur oder sogar im Keller. Zur Realisierung des Anschlusses bieten sich grundsätzlich drei Möglichkeiten: Die sicherste und meist kostengünstigste Möglichkeit ist das möglichst unauffällige Verlegen von mehreren Dutzend Meter Ethernet-Kabeln etwa per Wandbohrungen und mit Kabelkanälen.

Sehr viel eleganter und für Mieter die bessere Lösung ist die kabellose Vernetzung per W-Lan. Einige neuere Set-Top-Boxen haben ein W-Lan-Modul bereits integriert, für ältere Receiver lassen sich sogenannte W-Lan-Brücken (W-Lan Bridge) nutzen, etwa das Modell „Speedport W 100 Bridge“ (ca. 200 Euro). Diese W-Lan-Nachrüst-Sets bestehen aus einem Sender und einem Empfänger, die jeweils am Router und der Set-Top-Box angeschlossen werden.

Eigene Set-Top-Box für jedes Gerät

Wer sich eine Lösung ohne W-Lan-Strahlung wünscht, kann auf verschiedene D-Lan-Lösungen (z.B. „Devolo 200 AVplus Starter“, ca. 150 Euro) zurückgreifen, die per Sender und Empfänger eine Daten-Verbindung über das Stromnetz aufbauen.

Teuer wird es, wenn mehrere Fernseher an das IP-Fernsehen angeschlossen werden sollen – denn dann wird nicht nur eine eigene Set-Top-Box für jedes Gerät benötigt, auch die technische Infrastruktur per Ethernet-Kabel, W-Lan oder D-Lan muss dann gleich für mehrere Räume geschaffen werden.

Einfache und komfortable Bedienung


Wenn die Technik installiert ist, funktioniert die Bedienung des Internet-Fernsehens genauso einfach und komfortabel wie bei herkömmlichen TV-Receivern. Obwohl das Fernsehen über die DSL-Leitung kommt, wird zum Empfang kein Computer benötigt. Der Fernseh-Datenstrom wird direkt in die Set-Top-Box eingespeist, die wie gewohnt per Fernbedienung gesteuert wird.

Der größte Nachteil von IPTV-Komplett-Paketen: Wenn die Telefon-/DSL-Leitung gestört ist, geht nichts mehr – kein Telefon, kein Internet und kein Fernseh-Empfang.

Von Thomas Busch

- pdf IPTV-Anbieter im Überblick (als pdf-Datei)
- pdf Die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt (als pdf-Datei)

Was Sie noch interessieren könnte:
IPTV: Telefonieren, surfen und fernsehen
Internet: Abmahnen, um Geld zu verdienen? Geht nicht!
Windows 7 – das bessere Vista?
Weitere Meldungen aus der Rubrik "Informationstechnologie"

Leserkommentare

nach oben