Februar 2010
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Die wichtigsten Infos für Schüler und Azubis im Handwerk!

Wie viel verdient ein Azubi? Soll ich ein Schülerpraktikum machen? Lohnt sich ein EQJ? Kann ich meine Ausbildung verkürzen? Vor und während der Lehre haben Jugendliche viele praktische Fragen: Wir haben die wichtigsten Infos von handwerksblatt.de für Schüler und Azubis zusammengestellt und jetzt wieder aktualisiert!Handwerk

Schülerpraktikum:

"Wer zögert und die Ausbildungsplatzsuche noch um Wochen verschiebt, verliert!", so Andreas Oehme, Ausbildungsexperte vom Westdeutschen Handwerkskammertag. Ein freiwilliges Ferienpraktikum könne ein sehr guter Türöffner für eine Ausbildungsstelle sein. Beim Ferienjob alles richtig machen!

beitrag-azubitest-200x100Mit einem solchen Praktikum könnten Jugendliche zeigen, dass sie engagiert sind und die Ausbildungssuche ernst nehmen. Gleichzeitig könnten Jugendliche den Betrieb und das Kollegenteam kennenlernen, erklärt der Ausbildungsexperte. Durch ein Praktikum können Schüler außerdem erste Erfahrungen mit der Berufswelt sammeln und testen, ob ihr Traumjob mit den eigenen Erwartungen übereinstimmt. Die wichtigsten Infos für ein Praktikum! Außerdem: Rechte und Pflichten während des Praktikums.

Mal in einen Beruf hineinschnuppern? Ein Praktikum eignet sich hervorragend, um einen ersten Einblick ins Arbeitsleben zu bekommen. Arbeitgeber können andererseits Jugendliche testen, ob sie als Azubis geeignet sind. Doch Achtung: Ein Pratikant soll den Beruf kennenlernen, er darf nicht als "kostengünstige" Arbeitskraft missbraucht werden!


Berufswahl:

Sie haben die Qual der Wahl: Unter 349 Berufen können sich Jugendliche heute wählen. Aber mehr als die Hälfte der jungen Frauen und über ein Drittel der jungen Männer entscheiden sich immer wieder für nur zehn Ausbildungsberufe. Damit sich das ändert, gibt es ein aktuelles Verzeichnis, dass alle anerkannten Ausbildungsberufe auflistet: Von A wie Änderungsschneider bis Z wie Zweiradmechaniker.

Spätestens wenn der Schulabschluss ins Haus steht, stellt sich jedes Mädchen die Frage: Was möchte ich einmal werden? Viele geben darauf ähnliche Antworten, doch das muss nicht sein. Ein Dossier gibt Tipps für Berufsfindung, Ausbildung und Berufseinstieg.

Schreiner, Augenoptiker oder Fliesenleger? Viele Jugendliche wissen nicht, für welchen Beruf sie geeignet sind. Ob man zwei linke Hände hat oder eine Zukunft als talentierter Handwerker - dafür gibt es Tests (Fragebogen bereitet Jugendliche auf die Berufsausbildung vor) und interessante Internetportale. Und auch wenn es altmodisch klingt, bei der Berufswahl können Eltern helfen.

Mit der Schule abgeschlossen und ohne Lehrstelle? Dann kann das Werkstattjahr in Nordrhein-Westfalen eine Alternative sein. Das Angebot der NRW-Landesregierung richtet sich an Jugendliche, die maximal den Hauptschulabschluss nach der zehnten Klasse haben.
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Foto: Archiv


Was soll ich mal werden? Das ist eine Frage, die viele Jugendliche beschäftigt. Informationen können helfen: Nach dem großen Erfolg der bundesweiten Initiative Jugend und Ausbildung startet jetzt die Aktion in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium für das nächste Ausbildungsjahr.

Eine Ausbildung am Bau lohnt sich: Denn im Baugewerbe werden gut ausgebildete Fachkräfte dringend gebraucht! So wirbt die SOKA-BAU für ihre neue Ausbildungsplatzbörse im Internet. 15.000 Ausbildungsbetriebe in ganz Deutschland haben schon Lehrstellen auf der kostenfreien Plattform eingestellt. (Dieser Beitrag ist nicht mehr verfügbar)

Was macht eigentlich ein Mechatroniker oder ein Galvaniseur? Ein neues Bildungsportal für Sachsen unterstützt Schüler bei der Berufsorientierung und stellt im neuen Berufelexikon verschiedene Berufe mit passenden Ausbildungsplätzen vor. Neues Bildungsportal hilft Schülern bei der Berufswahl.


Vergütung:

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Foto: Archiv
Das liebe Geld ist auch wichtig: Die tarifliche Ausbildungsvergütung lag bundesweit 2009 bei durchschnittlich 666 Euro. Das sind 3,7 Prozent als im Vorjahr. Zugelegt hat das monatliche Lehrlings-Salär vor allem in Ostdeutschland, so das Bundesinstitut für Berufsbildung. Eine Übersicht: (Dieser Beitrag ist nicht mehr verfügbar)

Azubis, die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Ausbildungsgeld (Abg) bekommen, können ab sofort einen Minijob mit einem Verdienst bis zu 400 Euro im Monat ausüben, ohne dass der Verdienst auf ihre Beihilfe angerechnet wird. Minijob-Verdienst für Azubis wird nicht angerechnet: (Dieser Beitrag ist nicht mehr verfügbar)

Auch Azubis sollten sich schon um die richtige Versicherung kümmern. Damit sie nicht unvorbereitet auf die Versicherungsvertreter stoßen, hat der Bund der Versicherten (BdV) eine Reihe von Tipps zusammengestellt.

So mancher Betrieb im Handwerk würde seinen Lehrling oder Geselle ja gerne mal ein Praktikum im Ausland machen lassen. Doch leider scheitern solche Pläne oft am lieben Geld. Mit einer neuen Datenbank kann jetzt jeder Interessierte Förderprogramme für Auslandsaufenthalte finden.

Bewerbung und Vorstellungsgespräch:

Der erste Eindruck ist entscheidend – vor allem im Bewerbungsgespräch. Hier lauern gerade für Berufsanfänger jede Menge Fallstricke. Welches Outfit ist ratsam? Wie verhalte ich mich im Gespräch? Ist Rauchen erlaubt und was mache ich mit meinem MP3-Player? Praktische Tipps für alle Jugendlichen, die es bis zum Vorstellungsgespräch geschafft haben.

Das Handwerk gibt Tipps für den Einstellungstest. Und noch ein praktischer Rat: Ehrenamtliche Mitarbeit lohnt sich für die Bewerbung!


Einstiegsqualifizierung (EQJ):

Wenn es nicht direkt mit einer Lehrstelle klappt, sollte es mit EQJ versuchen. EQJ soll für Jugendliche, die nur schwer in eine Lehrstelle zu vermitteln sind, eine Brücke ins Berufsleben bauen. Die Jugendlichen werden in sechs- bis zwölfmonatige Praktika vermittelt. Eine EQJ kann sich für beide Seiten lohnen: Jugendliche bekommen erste Eindrücke vom Arbeitsmarkt, und die Betriebe können sie über mehrere Monate beobachten: EQJ als erster Einstieg ins Handwerk.

Sinnlose Warteschleife, verlorene Zeit, Maßnahmekarrieren: Berufsgrundbildungsjahr, Einstiegsqualifizierungen oder Praktika werden häufig so genannt und haben einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, wie eine neue Studie zeigt. Vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss können ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz damit deutlich verbessern.

Probezeit:

Die ersten Wochen der Ausbildung schnell vorbei. Danach ist eine Kündigung des Azubis nur noch „aus wichtigem Grund“ möglich, das heißt bei massiven Verstößen gegen den Ausbildungsvertrag. Probezeit in der Handwerks-Lehre: Drum prüfe, wer sich bindet!

Ausbildungsbeihilfe:

Die Besserverdiener unter den Auszubildenden stehen im zweiten Jahr häufig vor einem Problem: Zwar gibt es schon gutes Geld vom Chef, oft geht dabei aber auch der Anspruch auf Kindergeld flöten. Ein Tipp, wie Azubi sich die 154 Euro sichern können: Azubilohn kappen, fürs Alter sparen, Kindergeld sichern. Sollte die Azubivergütung nicht reichen: Finanzielle Hilfe für Auszubildende.

Das Bundesbildungsministerium (BMBF) hat eine Datenbank zusammengestellt, in der nach verschiedenen Stipendien gesucht werden kann. Ein Lotse durch das Stipendienangebot ...

Kinder aus Familien mit geringem Einkommen erhalten zum neuen Schuljahr zusätzlich 100 Euro für Schulmaterial. Anspruch auf dieses Starterpaket haben Bedürftige bis zum 25. Lebensjahr, die eine allgemein bildende Schule oder eine Berufsschule besuchen. 100 Euro für bedürftige Berufsschüler ...

Wer im Herbst seine Ausbildung beginnt, sollte daran denken: Viele Arbeitgeber zahlen  zusätzlich zum meist kleinen Azubi-Gehalt vermögenswirksame Leistungen (VL). Je nach Tarifvertrag oder betrieblicher Vereinbarung stehen so zwischen 6,65 und 40 Euro als Extra-Zahlung auf der monatlichen Gehaltsabrechnung. Vermögenswirksame Leistungen für Azubis ...

Gerade mal Azubi geworden und dann schon an die Rente denken? Wäre schon sinnvoll, machen aber nur wenige Berufsstarter. Obwohl staatliche Förderprogramme durchaus lukrativ sind. Doch die Angebote sind oft undurchsichtig und schwer zu verstehen. Ein Broschüre informiert: (Dieser Beitrag ist nicht mehr verfügbar)

Schwanger?
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Foto: bilerbox

Wer während seiner Ausbildung schwanger wird, sollte nicht gleich verzweifeln: Schwanger - was nun? Außerdem sollten junge Mütter bedenken: Ausbildung ist auch Teilzeit möglich!


Besondere Ausbildungsformen:

Nach der Schule zur Bundeswehr, vier Jahre Verwendung in der Laufbahn der Mannschaften, vier Jahre älter, aber immer noch ohne Berufsabschluss... Ein neues Modellvorhaben für kürzerdienende Soldaten: Bundeswehr: Mit verkürzter Lehre zum Berufsabschluss

Mit dem Programm "Job4000" wird seit dem 1. Januar 2007 die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen unterstützt. Betriebe, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für schwerbehinderte Jugendliche schaffen, erhalten vom Integrationsamt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 3.000 Euro: Finanzielle Förderung für Lehrlinge mit Behinderung.

Begabte Lehrlinge:

Für besonders begabte Azubis, gibt es viele Interessante Möglichkeiten: In Koblenz können Sie zum Bachelor & Geselle in fünf Jahren werden.

Drei Abschlüsse in vier Jahren machen – das ist jetzt im Rheinland möglich: Die Handwerkskammer zu Köln startet im nächsten Jahr einen bundesweit einmaligen Modellversuch. Dabei können Abiturienten in vier Jahren drei Bildungsabschlüsse ablegen: Danach sind sie Geselle, Meister und Bachelor of Arts Handwerksmanagement.

Wer jetzt das Studium an der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe (BFC) aufnimmt, kann erstmals ein verkürztes Bachelor-Studium anschließen. Auf Initiative des Deutschen Kfz-Gewerbes hat die BFC mit der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach (FHDW) ein neues Programm erarbeitet.

Der Ausbildungsgang "Bachelor & Geselle in fünf Jahren" ist ein neues Angebot an Abiturienten und Fachoberschüler. Sie können dabei inrelativ kurzer Zeit in Leipzig eine handwerkliche Ausbildung mit einemFachhochschulstudium verbinden. Der kooperative Ausbildungsgang "Bachelor & Geselle in fünf Jahren" ist ein Angebot der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) und Handwerkskammer zu Leipzig.

Leistungsstarke Jugendliche können sich in einer Berufsausbildung schnell unterfordert fühlen. Zum Glück bietet das Handwerk einige Zusatzqualifikationen an, die sie schon während der Lehre absolvieren können: Lernen bis der Kopf raucht!

Ab sofort gibt es eine weitere Möglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), ihre Führungskräfte auszubilden. Das Land Sachsen startet neue kooperative Studiengänge. Sie verbinden den Kammerabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit einem Bachelor-Studium an einer Fachhochschule. Gesucht werden Handwerks-Betriebe aus dem Elektro- und Metallgewerbe, die mitmachen.

Azubis und Berufsanfänger sollen mehr Auslandserfahrungen sammeln. Dafür machen sich Politik und Wirtschaftsverbände stark. 16 Millionen Euro werden in der nächsten Zeit investiert, um bundesweit ein Beratungsangebot für Unternehmen und Azubis aufzubauen.

Wer im Betrieb mit Energie, Material und Rohstoffen „knauserig“ umgeht, spart Kosten. Gleichzeitig ist die Ökologie ein Riesenmarkt – gerade für das Handwerk. Demnächst gibt es für clevere Azubis eine neue Zusatzqualifikation: Den "Assistenten für energie- und ressourcenschonendes Wirtschaften".

Nicht so begabte Lehrlinge:

Wenn der Azubi schlechte Noten aus der Berufsschule mitbringt, muss das kein Beinbruch sein. Bildungsdefizite, aber auch Sprachprobleme oder Prüfungsängste können über ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) behoben werden. Die Kosten für diese "Nachhilfestunden" übernimmt die Agentur für Arbeit: Der Staat bezahlt die Nachhilfe und Probleme in der Lehre? Nachhilfe statt Abbruch

Den Hauptschulabschluss nicht geschafft oder nie gemacht? Wer einen neuen Versuch starten will, findet Hilfe im Internet: Eine neues Lernportal unterstützt Interessierte kostenlos bei der Vorbereitung auf einen Hauptschulabschluss.

Warum arbeitet jemand trotz umfangreicher Berufserfahrung ohne anerkannten Berufsabschluss im Baugewerbe? Eine fehlende oder abgebrochene Ausbildung, nicht bestandene Prüfungen oder durch Zuwanderung sind mögliche Gründe. Jetzt gibt es ein neues Angebot, dass junge Praktiker auf die Gesellenprüfung Maurer vorbereitet. Hilfe für die Gesellenprüfung zum Maurer:

Konflikte in der Lehre:

Handwerk
Foto: bilderbox
Zu Konflikten in der Ausbildung kann es kommen, weil die Kommunikation zwischen Lehrling und Ausbilder nicht stimmt. Wenn es in der Lehre knallt und Handwerk: „Rechte und Pflichten in der Ausbildung“. Was Azubis dürfen und was nicht, ist auch im kostenlosen Ratgeber "Gemeinsam gewinnen! Deine Rechte in der Ausbildung" nachzulesen, den der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bereits in der fünften überarbeiteten Auflage (Stand April 2008) herausgibt.

Der Weg zum Gesellenbrief kann hart und steinig werden. Selbst wer eine Lehrstelle hat, ist nicht auf der sicheren Seite. Rund ein Viertel aller Ausbildungsverträge wird im Handwerk vorzeitig aufgelöst. Gründe dafür gibt es viele, aber es gibt auch Hilfe:

Die Schule ist vorbei, der Berufsalltag hat begonnen. Der Start in diesen neuen Lebensabschnitt kann allerdings auch zu erhöhtem Druck und psychischen Belastungen für die Berufsanfänger führen. Was Auszubildende tun können, wenn Stress, Mobbing oder Gewalt zum Problem werden.

Überlegen Sie gerade, ob Sie Ihre Ausbildung abbrechen wollen? Sind Sie Betriebsinhaber und glauben Sie, dass Ihr Lehrling kurz davor steht, die Brocken hinzuschmeißen? Sind Sie Handwerker im Ruhestand und arbeiten Sie gerne mit jungen Menschen? Dann dürfte "VerA" für Sie interessant sein: Eine Pilotinitiative zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen.

Was passiert mit Azubis, wenn ihr Betrieb Kurzarbeit anmelden muss oder sogar Pleite geht? Die Handwerkskammern und die DGB Jugend geben aktuell ein gemeinsames Informationsfaltblatt für betroffene Auszubildende heraus.

Wenn die Ausbildung begonnen hat, haben die meisten neuen Azubis zahlreiche Fragen zu Probezeit, Arbeitszeit und Urlaubszeit: Was steht Lehrlingen zu? Und welche Versicherungen brauchen sie? Welche Rechte habe ich Azubis?