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Keine Angst vor der Liquiditätsplanung

Es hört sich gewaltig an, ist oft aber nicht mehr als die Gegenüberstellung der monatlichen Ein- und Ausgaben. Wer das für die Zukunft fortschreibt und erstellt, hat schon seine Liquiditätsplanung erledigt. 

Foto: © domencolja/123RF.com

Hilfen, was Handwerker berücksichtigen müssen, finden sich im Netz. Noch immer ist in vielen Handwerksbetrieben ein "Management by Kontoauszug" üblich. Ganz nach dem Motto: Habe ich Geld auf dem Konto, ist es gut, habe ich keins, muss ich mir etwas einfallen lassen. Diese Betriebsführung bar jeglichen betriebswirtschaftlichen Wissens garantiert nur eins - die nächste Krise. Das zeigt die Analyse aller Insolvenzen: Die meisten Pleiten in den ersten fünf Unternehmensjahren gingen auf Liquiditätsschwierigkeiten zurück. Der Grund: Junge Unternehmer schätzen den Kapitalbedarf für Wareneinkäufe und Forderungen in der Gründungsphase zu niedrig ein.

Liquiditätsplanung ist ein absolutes Muss

Eine sorgfältige und vor allem fortlaufende Liquiditätsplanung ist daher für jeden Unternehmer ein absolutes Muss und sollte mindestens die nächsten sechs Monate erfassen. Vergleichbar ist das mit der Buchführung. Nur werden statt der tatsächlichen, die geplanten Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt. Dazu sollte jeder die Konten nutzen, wie sie auch in der Buchführung anfallen, also Lohnkosten, Bürokosten, Warenverkäufe, Rohstoffe, etc. Aus der Differenz zwischen Ausgaben und Kosten sollte sich natürlich ein Überschuss ergeben, um die eigenen Rechnungen zu bezahlen. Bleiben die Zahlen rot, gilt es zu handeln. 

Forderungen konsequent eintreiben

Ein erster Blick sollte immer den eigenen Forderungen gelten. Kunden sollten keine langen Zahlungsziele bekommen, sondern die übliche gesetzliche Zahlungsfrist von 30 Tagen. Mit Skonti lassen sich Kunden oft zu schnellerer Zahlung animieren, eine Alternative sind Teil- oder Abschlagszahlungen. Landet das Geld dennoch nicht auf dem Konto, sollte keiner lange fackeln - und seine Forderungen konsequent eintreiben. 

Auch im Vorfeld eines Auftrags lässt sich schon etwas dafür tun, dass Kunden später auch zahlen: Durch eine Überprüfung der Bonität. Dienstleister wie SAF in Heidelberg etwa haben eine Datenbasis mit mehr als 100 Millionen Daten zu Bonität, Zahlungsverhalten und Haushalten und können daher Prognosen über die Wahrscheinlichkeit abgeben, wie der Kunde seinen Auftraggeber bezahlt.

Kontokorrentkredite nur kurzfristig nutzen

Bleibt die finanzielle Lage dennoch eng, sollte der Betriebsinhaber noch über weitere Schritte nachdenken. Dazu zählen etwa Absprachen mit Lieferanten, Zahlungen zu verschieben oder auch teure Kontokorrentkredite nur kurzfristig zu nutzen. An deren Stelle sollten Überlegungen kommen, wie sich frisches Beteiligungskapital bekommen lässt, etwa per Beteiligung oder ob es reicht, Teile des Betriebsvermögens zu veräußern.

Text: / handwerksblatt.de
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