Handwerksblatt Logo

Anzeige

Voller Mutterschutz für Selbstständige und Unternehmerfrauen

Selbstständige Frauen und Partnerinnen von Selbstständigen erhalten das Recht auf mindestens 14 Wochen Mutterschutzurlaub. 

 Foto: © Thanatip Srahogthong/123RF.com

Damit haben Millionen Frauen Anrecht auf besseren sozialen Schutz. Ihnen steht damit der gleiche rechtliche Schutz zu, wie anderen erwerbstätigen Frauen auch.   Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich auf die Gesetzesinitiative der Kommission, der das Europäische Parlament am 18. Mai zugestimmt hatte. Jede selbstständig arbeitende Frau, Ehe- oder Lebenspartnerin eines selbstständig Erwerbstätigen erhält damit Anspruch auf ausreichende Mutterschutzleistungen, um ihre Erwerbstätigkeit für mindestens 14 Wochen unterbrechen zu können.

Ob der Mutterschaftsurlaub und die Mitgliedschaft in sozialen Versicherungssystemen auf verpflichtender oder freiwilliger Basis erfolgt, bleibt Sache der Mitgliedstaaten. Bislang sind nur 30 Prozent der Selbstständigen in Europa Frauen, die neue Richtlinie soll dies ändern. Mit ihr modernisiert die EU das seit 1986 bestehende Gesetz zum Sozialschutz für selbstständig Erwerbstätige.

Der Ministerrat wird die Richtlinie voraussichtlich am 24. Juni formal annehmen. Die Mitgliedstaaten haben dann zwei Jahre Zeit, die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen und erhalten im Bedarfsfall noch eine zweijährige Verlängerungsfrist.

Handwerks-Frauen gegen Mutterschutzurlaub


Die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) lehnen diese Entscheidung der EU entschieden ab. Der Mutterschutzurlaub ist nach ihrer Ansicht der Unternehmerfrauen weder aus Gründen des Gesundheitsschutzes noch zur Gewährleistung des Stillens oder

zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nötig. „Längere Schutzfristen könnten sich sogar als Beschäftigungsbarriere für junge Frauen erweisen, da sich das finanzielle Risiko der Unternehmen durch jede Schwangerschaft einer Mitarbeiterin erhöht“, so die UFH-Bundesvorsitzende Heidi Kluth.

Mit dem Mutterschutzgesetz, dem Bundeselterngeldgesetz und besonderen Kündigungsschutzregelungen übererfülle Deutschland schon die europarechtlichen Vorgaben. Dass die Arbeitgeber den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zahlen müssen, hält der UFH-Bundesverband für falsch: Die finanzielle Absicherung der Frauen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aus Steuermitteln finanziert werden müsse. Kluth plädierte stattdessen für einen Ausbau der Kinderbetreuungsangebote.

Text: / handwerksblatt.de

Leserkommentare

nach oben