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Achtung: Fallstricke bei der Leiharbeit

Die sogenannte Leiharbeit hat in Deutschland Hochkonjunktur – auch im Handwerk. Aber Vorsicht! Es lauern Risiken, besonders für den Betrieb, der den Leiharbeitnehmer beschäftigen will.

Handwerker Jobs 123rf
 Foto: 123rf
Unzählige Unternehmen, wozu auch eine Vielzahl von Handwerksbetrieben gehört, machen Gebrauch von der scheinbar günstigen Gelegenheit, Arbeitnehmer mit überschaubaren rechtlichen Risiken einzustellen. Leiharbeitnehmer versprechen, jedenfalls auf den ersten Blick, dem neuen Arbeitgeber eine clevere Variante, vakante Stellen vorübergehend zu besetzen, ohne dabei die üblichen Risiken einer befristeten oder unbefristeten Einstellung eingehen zu müssen.

Das hinter der Leiharbeit steckende Prinzip ist dabei eigentlich zunächst vergleichsweise einfach: Der Begriff des Leiharbeitnehmers steht als Oberbegriff für alle Formen der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung nach Paragraf eins des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Hintergrund dieses schon im Jahre 1972 erlassenen und 1995 dann weitestgehend neu gefassten Gesetzes war die Idee, Arbeitgeber vermehrt zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen zu motivieren, und zwar unter Ausschaltung der üblichen vertraglichen Risiken.

Kein Vertrag zwischen Entleiher und Arbeitnehmer

Rechtlich betrachtet funktioniert das Ganze dann so, dass der zukünftige Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag mit einer Leiharbeitsfirma abschließt, die ihrerseits dann einen sogenannten Überlassungsvertrag mit dem Entleiher des Arbeitnehmers schließt, bei dem der Arbeitnehmer dann auch tatsächlich arbeiten soll. Einen Arbeitsvertrag zwischen dem Arbeitnehmer und dem Unternehmen, bei dem er später beschäftigt wird, besteht folglich gar nicht!

HandwerksblattDer Arbeitnehmer wird damit bei genauer Betrachtung bei einem Unternehmen tätig, mit dem er gar keinen Vertrag hat – er wird an dieses Unternehmen eben nur von der Leiharbeitsfirma verliehen mit der Folge, dass auch keine arbeitsvertraglichen Probleme (wie zum Beispiel Lohn, Kündigung, Urlaub oder sonstige Streitthemen) zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen auftreten können. Insoweit muss sich der Arbeitnehmer alleine mit der Leiharbeitsfirma auseinandersetzen. Wie gesagt, aus Sicht des Unternehmens eine scheinbar sichere Variante, einen neuen Arbeitnehmer für den Betrieb zu gewinnen.

Entleiherbetrieb hat Rechte

Beachten sollte man indes zum einen, dass im Verhältnis des Leiharbeitnehmers zu seinem Betrieb (mit dem er eigentlich keinen Arbeitsvertrag hat!) – entgegen landläufiger Meinung – gleichwohl rechtliche Verbindungen bestehen, und zwar solche, die sich auf die konkrete Erbringung der Arbeitsleistung beziehen. Insbesondere muss sich der Betrieb um die Arbeitssicherheit (!) kümmern und vor allem steht dem Betrieb das Weisungsrecht nach Paragraph 106 der Gewerbeordnung gegenüber dem Leiharbeitnehmer zu: Der Betrieb kann also über Ort, Zeit und Inhalt der Arbeit selbst bestimmen.

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