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Steuerfreies Urlaubsgeld vom Chef

Erholungsbeihilfe, das klingt so herrlich altmodisch wie Sommerfrische, ist aber ein modernes Mittel für Arbeitgeber, um ihrem Team steuerfreies Taschengeld für den Urlaub zu spendieren.

Foto: © sanfutur/123RF.com

Vom Urlaubsgeld bleibt oft wenig für den Mitarbeiter übrig. Anders bei der Erholungsbeihilfe: Weder Steuern noch Sozialabgaben werden dafür fällig, berichtet die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V..

Die Erholungsbeihilfe ist eine freiwillige Zahlung und hat für beide Seiten Vorteile:

  • Der Arbeitnehmer muss das Geld nicht versteuern, so dass er ohne Abzug von der Beihilfe profitiert.
  • Der Arbeitgeber zahlt lediglich pauschal 25 Prozent Steuern.
  • Für die Erholungsbeihilfe entfallen sämtliche Sozialabgaben.

364 Euro für eine Familie mit zwei Kindern

Bis zu 156 Euro im Jahr kann ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter als Erholungsbeihilfe zahlen. Zusätzlich kommen 104 Euro für den Ehepartner oder Lebenspartner hinzu, außerdem 52 Euro pro Kind. Für einen verheirateten Mitarbeiter mit zwei Kindern sind das 364 Euro im Jahr – steuerfrei.

Mitarbeiter muss Quittungen mitbringen

  • Die Erholungshilfe kann ein Zuschuss zum Strandurlaub am Meer, zur Wandertour in den Bergen oder zum Besuch eines Vergnügungsparks vor der Haustür sein.
  • Wichtig ist, dass die Erholungsbeihilfe für Erholungszwecke genutzt wird.
  • Die Zahlung der Erholungsbeihilfe muss in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Urlaub des Mitarbeiters stehen.
  • Sie sollte nicht länger als drei Monate vor oder nach dem Erholungsurlaub liegen.

So lässt sich der Erholungszweck nachweisen

Mitarbeiter, die eine Erholungsbeihilfe erhalten, müssen ihrem Arbeitgeber Nachweise bringen. Wer seinen Urlaub zu Hause verbringt, kann zum Beispiel die Quittungen für den Vergnügungspark, das Schwimmbad oder die Schifffahrt aufbewahren.

Für Urlaubsreisen in die Ferne kann man zum Beispiel die Rechnung des Reiseveranstalters oder Hotels einreichen. Der Chef kann dann die Erholungsbeihilfe nachträglich auszahlen und so einen Teil der Reisekosten erstatten. Eine andere Möglichkeit: Der Arbeitgeber überweist die Erholungsbeihilfe direkt an den Reiseveranstalter.

Wichtig: Die Summe, die ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter für dessen Erholung erstattet, darf die vorgeschriebenen Beträge nicht überschreiten. Schon ab einem Euro mehr darf der Arbeitgeber die Zahlung nicht mehr pauschal mit 25 Prozent versteuern; und für den Arbeitnehmer werden die Zuschüsse steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Übrigens: Arbeitnehmer, die Urlaubsgeld bekommen, können auch zusätzlich eine Erholungsbeihilfe erhalten.

Quelle: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH)

500 Euro für die Fitness, 600 für die Kur

Fitness und Gesundheit: Wer die Gesundheit und Fitness seiner Belegschaft fördern möchte, kann zudem jedem Mitarbeiter bis zu 500 Euro im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei für bestimmte Kurse beisteuern. Übernimmt die Firma zum Beispiel die Kosten für ein Rückentraining, eine Ernährungsberatung oder einen Stressbewältigungskurs, wird die Maßnahme in der Regel vom Finanzamt akzeptiert. Dies ist allerdings nicht der Fall, wenn der Chef die Beiträge für einen Sportverein oder ein Gesundheitszentrum beziehungsweise Fitnessstudio bezahlt. Förderungsfähig sind zum Beispiel Maßnahmen, die im Leitfaden für Prävention der Spitzenverbände der Krankenkassen aufgeführten sind.

Kur: Wenn ein Mitarbeiter aus betrieblichen Interessen zur Kur muss, damit seine Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt oder erhalten wird, kann der Chef unter bestimmten Voraussetzungen sogar bis zu 600 Euro steuerfrei dazugeben.

Sicherheitshalber sollte man vorher mit dem Steuerberater sprechen.

Foto: © sanfutur/123RF.com

Text: / handwerksblatt.de

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