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Gesundheit im neuen Jahr

Die Pflegeversicherung wird teurer, der Mindestbeitrag zur Krankenversicherung für Kleinselbstständige heruntergesetzt. Was ändert sich noch in puncto Gesundheit 2019?

2019 wartet auch mit einigen Neuerungen in Sachen Gesundheit und Pflege auf. Foto: © nicolasmenijes /123RF.com
2019 wartet auch mit einigen Neuerungen in Sachen Gesundheit und Pflege auf.

Auch was die Gesundheitsvorsorge betrifft, bringt das Jahr 2019 einige Neuerungen. Eine Zusammenfassung hat die Stiftung Gesundheitswissen zusammengestellt. Gegründet wurde die Stiftung vom Verband der Privaten Krankenversicherung.


Die kassenindividuellen Zusatzbeiträge werden geteilt
Auf Beschluss des Bundesrats werden ab dem 1. Januar 2019 die Zusatzbeiträge bei der gesetzlichen Krankenversicherung je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beziehungsweise Rentnern und Rentenversicherung bezahlt. Bisher sind die Versicherten alleine für die Zusatzbeiträge aufgekommen. Zeitgleich sinkt der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für 2019 von einem Prozent auf 0,9 Prozent. Wie hoch er für die Versicherten ausfällt, entscheidet die jeweilige Krankenkasse.


Für Soloselbstständige verringert sich Mindestbeitrag zur Krankenversicherung
Kleinselbstständige mit geringen Einkünften konnten bislang die hohen Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kaum aufbringen. Sie können jetzt aufatmen, denn ab Januar 2019 werden freiwillig versicherte Selbstständige bei den Mindestbeiträgen den übrigen freiwillig Versicherten in der GKV gleichgestellt. Das bedeutet, dass die Mindestbemessungsgrundlage für Selbstständige dann bei 1.038,33 Euro liegt. Ihr Mindestbeitrag zur Krankenversicherung verringert sich somit um mehr als die Hälfte von rund 360 Euro auf etwa 156 Euro.


Bemessungsgrenze bei der gesetzlichen Krankenversicherung steigt leicht
2019 werden die Bemessungsgrenzen der GKV wieder an die Lohnentwicklung vom Vorjahr angepasst. Damit liegt die Beitragsbemessungsgrenze zum Jahreswechsel bei 54.450 Euro pro Jahr, zum Vergleich: 2018 waren es 53.100 Euro. Die Bemessungsgrenze markiert den Wert, bis zu dem das Einkommen bei der Berechnung des Beitrages zur gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen wird. Zeitgleich steigt die Versicherungspflichtgrenze von 59.400 Euro auf 60.750 Euro pro Jahr. Nur wer mehr verdient, kann in die private Krankenversicherung wechseln.


Beiträge für die Pflege steigen
Versicherte müssen ab dem neuen Jahr mehr für die Pflegeversicherung zahlen. Der Satz steigt um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Beitragszahler ohne Kinder liegen dann bei 3,3 Prozent.


Schneller einen Termin beim Facharzt bekommen
Dank des Terminservice- und Versorgungsgesetzes, das voraussichtlich am 1. April 2019 in Kraft tritt, sollen Kassenpatienten schneller als bisher einen Termin bei einem Facharzt erhalten. Das neue Gesetz verpflichtet Ärzte, mindestens 25 statt bisher 20 Sprechstunden pro Woche für die Behandlung von gesetzlich Versicherten anzubieten. Niedergelassene Fachärzte wie Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren- oder Augenärzte sollen darüber hinaus mindestens fünf Stunden pro Woche eine offene Sprechstunde ohne Termin anbieten. Diese Leistung soll zusätzlich vergütet werden.


Krankenkassen schicken Einladung zum Darmkrebs-Screening
Voraussichtlich im Sommer 2019 werden Versicherte von ihren Krankenkassen die ersten Schreiben mit Informationen zu Untersuchungen, Datenschutz, Widerspruchsrechten und Programmbeurteilungen von Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen erhalten. Bislang gibt es solche sogenannten Einladungen nur für die Früherkennung von Brustkrebs. Das Einladungsverfahren gehört zum neuen Darmkrebs-Screening, das auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses bundesweit eingeführt wird. Dazu gehört, dass Männer künftig bereits ab 50 Jahren auf Kassenkosten eine Darmspiegelung vornehmen lassen können, und nicht erst ab 55 Jahren wie bisher. Für Frauen bleibt es jedoch beim Einstiegsalter von 55 Jahren für eine Darmspiegelung.


Rechtlicher Anspruch auf ärztliche Zweitmeinung wird ausgeweitet
Vor bestimmten Operationen haben Patienten das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung, dazu zählen bislang eine Mandeloperation oder das Entfernen der Gebärmutter. Weitere Eingriffe sollen folgen. Die Umsetzung der Verfahrensregeln wird in den ersten Monaten 2019 erwartet. Bis dahin sollen erste Ärzte eine Genehmigung für die Zweitmeinung erhalten. Für die Zweitmeinung schaut sich der Arzt die Befunde des Patienten an und führt mit ihm ein Anamnesegespräch. Auch ärztliche Untersuchungen können erforderlich sein, um einen Befund zu stellen oder die Indikation zu überprüfen.


Alte eGesundheitskarte ist nicht mehr gültig
Ab dem 1. Januar 2019 sind nur noch elektronische Gesundheitskarten (eGK) der zweiten Generation, sogenannte G2-Karten, gültig. Ältere Karten können nicht mehr eingelesen werden. Nur die G2-Karten enthalten die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik verlangten notwendigen Zertifikate und entsprechen den höchsten Sicherheitsstandards. Sie sind 2018 von den Krankenkassen an die Versicherten verschickt worden. Ob sie die richtige Version zur Hand haben, erkennen Versicherte an dem Kürzel "G2" oder "G2.1", das rechts oben unter dem Schriftzug "Gesundheitskarte" steht. Auf der eGK lassen sich ab dem 1. Januar 2019 neben den Stammdaten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Versichertennummer und Versichertenstatus jetzt auch Notfalldaten und ein Medikationsplan speichern – falls der Patient zustimmt.


Taxikosten lassen sich einfacher abrechnen
Nehmen schwer Pflegebedürftige ein Taxi zum Arzt, lassen sich die Kosten künftig einfacher abrechnen. Ab Januar gelten die Taxikosten für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 3 und Menschen mit Behinderungen mit der ärztlichen Verordnung als genehmigt. Bisher wurden diese Fahrtkosten nur auf Antrag und nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkasse übernommen. Zudem sieht das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz vor, dass Angehörige, die zur Kur sind, ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder in der gleichen Einrichtung betreuen lassen können.

Text: / handwerksblatt.de

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