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Die neuen Steuerregeln für Diensträder

Arbeitnehmer zahlen seit diesem Jahr keine Steuern mehr für ein neues Dienstfahrrad, egal ob klassischer Drahtesel oder Elektrorad. Auch Pedelecs, die schneller als 25 km/h fahren, werden begünstigt.

Warum nicht den Mitarbeitern ein Dienstfahrrad spendieren. Nicht nur steuerlich lohnt sich das. Foto: © hootie2710/123RF.com
Warum nicht den Mitarbeitern ein Dienstfahrrad spendieren. Nicht nur steuerlich lohnt sich das.

Spendiert der Chef seinen Mitarbeitern ein Fahrrad als Dienstrad, dann ist das für diese seit 2019 steuer-und abgabenfrei. Dabei ist es ganz egal, ob der Arbeitnehmer mit dem Rad beruflich oder privat unterwegs ist. Zusätzlich kann der Arbeitnehmer noch die Pendlerpauschale nutzen, also 30 Cent pro Kilometer und einfache Strecke am Tag von der Steuer absetzen. Das erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe  (VLH).

Wichtig: Die Neuregelung gilt für klassische Fahrräder (also ohne Elektroantrieb), die ab 1. Januar 2019 angeschafft werden und endet nach aktuellen Plänen am 31. Dezember 2021.

Und der Arbeitgeber muss das Fahrrad zusätzlich zum Lohn- und Gehalt spendieren, also als Gehaltsextra. Im Falle einer Gehaltsumwandlung muss das Fahrrad weiterhin wie ein Dienstwagen besteuert werden. Bei neueren Rädern aber nur noch mit 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises (siehe unten).

Auch neue E-Bikes bis 25 km/h sind jetzt steuerfrei

Foto: © VLH Foto: © VLH

Steuerfrei ist neuerdings auch das Elektrofahrrad bis 25 km/h als Dienstfahrrad. Hier gelten seit 2019 die gleichen Regeln wie für normale Fahrräder: Sowohl die berufliche als auch die private Nutzung sind steuerfrei, die Nutzung der Pendlerpauschale bleibt bestehen. Das gilt aber ebenfalls nur für Fahrräder, die erst in 2019 angeschafft wurden.

Steuerfrei bleibt das Fahrrad außerdem nur, wenn der Arbeitgeber es dem Mitarbeiter zur Nutzung überlassen hat. Überträgt der Arbeitgeber das Fahrrad als Eigentum auf den Mitarbeiter, werden Steuern fällig. Die Überlassung des Fahrrads sollte man am besten schriftlich regeln.

Die neue 0,5-Prozent-Regel 

Ein Elektrofahrrad, das über 25 Stundenkilometer schnell fahren kann, zählt verkehrsrechtlich zu den Kraftfahrzeugen. Diese Dienstfahrräder sind einem Dienstwagen gleichgestellt. Private Fahrten werden hier mit der 1-Prozent-Regelung versteuert.

Dieser geldwerte Vorteil bei Pedelecs wird seit 2019 mit einem Prozent des halben Listenpreises angesetzt – deshalb spricht man von der 0,5-Prozent-Regel. Dies gilt auch für alle neueren Dienstfahrräder und -pedelecs, die per Gehaltsumwandlung angeschafft werden.

Das heißt: Ausschlaggebend für die Steuer ist der Bruttowert des E-Bikes beim Kauf. In der Regel die unverbindliche Preisempfehlung. Dieser Wert wird halbiert und davon ein Prozent errechnet. "Das Ergebnis ist der Wert, der monatlich versteuert werden muss. Das Versteuern läuft automatisch über die Gehaltsabrechnung, denn der Arbeitgeber fügt den geldwerten Vorteil zum Mitarbeitergehalt hinzu", berichten die VLH-Experten.

Achtung: Alte Regelung für "ältere" Räder

Für alle Fahrräder, die bis zum 31. Dezember 2018 angeschafft wurden, gilt weiterhin die alte Regelung. Demnach werden private Fahrten grundsätzlich mit der 1-Prozent-Regelung versteuert – nämlich ein Prozent auf den vollen Listenpreis. "Dabei spielt es keine Rolle, ob das Fahrrad motorisiert ist oder nicht", so die VLH.

Quelle: VLH; handwerksblatt.de

Text: / handwerksblatt.de

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