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Glücks-Kekse: Nicht nur für Merkel und Wollseifer!

Ein Bäckermeister verbindet erfolgreich handwerkliche Tradition mit Innovation. Wie das genau funktioniert, bleibt sein Geheimnis.

Die Kekse von Gregor Stapper (r.) machen glücklich. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer genießen sichtlich begeistert das Glücks-Gebäck des Bäckermeisters in München. Foto: © GHM / Thomas Plettenberg
Die Kekse von Gregor Stapper (r.) machen glücklich. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer genießen sichtlich begeistert das Glücks-Gebäck des Bäckermeisters in München.

Das Krümelmonster aus der Sesamstraße und Gregor Stapper haben eine Gemeinsamkeit: beide lieben Kekse. Während das blaue Plüschtier allerdings sein ganzes Leben nichts anderes als Kekse im Sinn hat, reift die Idee zu einem Keks-Kreator bei Gregor Stapper erst nach und nach. Zunächst übernimmt der gelernte Bäcker- und Konditormeister im Jahr 2008 den elterlichen Betrieb in Brilon. Ganz traditionell produziert er Brote und die beliebten Stapper-Brötchen in der Backstube in der Friedrichstraße.

Wanderjahre de luxe

Fünf Jahre später fasst der junge Handwerksmeister einen ungewöhnlichen Entschluss: Er geht auf die Walz. "Na ja, ich habe schon im Hotel geschlafen und die Kosten für die Flüge nach Neuseeland oder Japan habe ich auch übernommen", lacht der 33-Jährige über seine Wanderjahre de luxe. Kost und Logis allerdings finanziert er mit seinem Handwerk. Als Handwerksmeister findet er schnell Arbeit. Vor allem in kleinen Bäckereien fühlt er sich zu Hause. "Dort wird noch traditionell gearbeitet. Hier konnte ich mir das meiste abgucken", blickt Stapper glücklich und zufrieden auf seine Tingeljahre ­zurück.

"Viele beneiden uns um die Tradition, die Qualität und das duale Ausbildungssystem"

Foto: © Brigitte Klefisch Foto: © Brigitte Klefisch Zwei Jahre ist er unterwegs. Immer wieder schaut er zu Hause kurz nach dem Rechten. Dann geht es auch gleich mit gepackten Koffern weiter nach Auckland, Boston und Las Vegas. Überrascht ist er vom hohen Stellenwert, den das deutsche Handwerk auf allen Erdteilen genießt. "Das hat mich immer wieder aufs Neue umgehauen. Viele beneiden uns um die Tradition, die Qualität und das duale Ausbildungssystem." Es sind schließlich die vielen Begegnungen in Übersee und Europa, die ihn auf eine unglaubliche Idee bringen.

Perfekt für den Onlineshop

Es war die Zeit von Handwerk 4.0. In Gregor Stapper wächst der Gedanke, sein traditionelles Handwerk zu digitalisieren und mit dem heutigen Einkaufsverhalten via Internet zu verbinden. 2016 gründet er das Start-up-Unternehmen "German Bakery Stapper". Auf der Suche nach einem handwerklichen Produkt fällt seine Wahl auf den Keks.

Die Frage nach dem Warum beantwortet der sympathische Start-upper lässig, klar und knapp: "Kekse sind haltbar, resistent gegen Kälte und Wärme, in großen Mengen rationell herstellbar und natürlich durchweg sympathisch." Und damit perfekt, um via Onlineshop auf Reisen zu gehen.

Vier Geschmacksrichtungen

Ausgestattet mit einer fundierten Computeraffinität beginnt der junge Familienvater zunächst an einem Keks-Kreator zu basteln. Mit dem Online-Konfigurator soll es nämlich für alle kinderleicht werden, die leckeren Butterkekse in rund, eckig oder Herzform, vor allem aber individuell und mit kessen Sprüchen zu gestalten. Danach ging es an die technische Umsetzung.

Der Anspruch von Gregor Stapper: die gestalteten Kekse in vier Geschmacksrichtungen in kleinen Mengen ab 75 Stück zu einem vernünftigen Preis anzubieten. Lange wird getüftelt. Dann macht es Klick und "die Maschine" ist geboren.

Wie sie funktioniert, verrät Gregor Stapper nicht. "Das ist ein Betriebsgeheimnis", bleibt der 33-Jährige auch auf Nachfrage des Deutschen Handwerksblatts hartnäckig schweigsam. Selbst einem Fernsehteam vom Wissenschaftsmagazin Galileo erteilt er dreimal eine Absage: "Sie möchten unbedingt meine Bäckerei besuchen. Das setzt aber voraus, dass sie auch 'die Maschine' zeigen möchten."

3.000 bis 8.000 Kekse täglich


Seit nunmehr zwei Jahren steht Gregor Stapper in seiner digitalisierten Backstube. Das, was er braucht, ist "die Maschine", eine Knetmaschine, Backofen, Backbleche und ein Rohstofflager mit fünfzehn Produkten. Mehr nicht.

Montags bis freitags zwischen 7 und 17 Uhr produziert der Jungunternehmer mit Vater Johannes und fünf Mitarbeitern an die 3.000 bis 8.000 Kekse mit lustigen, knackigen Sprüchen und neuen Wortschöpfungen. Selbst ungewöhnliche, aufwendige Wünsche gehen dem Handwerkstalent nicht auf den Keks. "Wir bekommen fast alles hin", zeigt sich Stapper begeistert von der Kreativität seiner Kunden.

"Kein Keks gleicht dem anderen"

Foto: © Brigitte Klefisch Foto: © Brigitte Klefisch Ein Highlight seiner noch jungen Firmenhistorie ist die Teilnahme an der Internationalen Handwerksmesse 2017 in München. Bei ihrem Besuch im "Land der Ideen" kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer für eine Knabberprobe auch an den Stand des Keks-Kreators. Spätestens jetzt weiß Gregor Stapper, dass er alleine mit Keksen ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen kann. Inzwischen liefert er die gebackenen Kunstwerke an Werbeagenturen, Banken und viele Handwerksbetriebe.

Einen Traum hat Stapper aber noch: die Kekse in der Gastronomie zu etablieren. "Wir sind leidenschaftliche Start-upper und probieren ständig alles Mögliche aus." Der Handwerkermeister ist zuversichtlich, dass er eines Tages mit den großen Keksproduzenten konkurrieren kann.

Zunächst aber warten am Ende eines normalen Arbeitstags weitere sechs Bleche "Lieblingsmensch" und zwei Bleche "alles Gute" auf den jungen Bäckermeister. Passt doch irgendwie auch auf Gregor Stapper. Einem engagierten Unternehmergeist der jungen Generation Handwerk.

Text: / handwerksblatt.de
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