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Plädoyer für Europa bei Meisterfeier in Düsseldorf

Die 70. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf ehrte mit 2.500 Gästen 846 Jungmeisterinnen und Jungmeister. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet forderte weniger Bürokratie und mehr Europa.

846 Jungmeisterinnen und Jungmeister wurden bei der 70. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf geehrt. Foto: © Michael Block
846 Jungmeisterinnen und Jungmeister wurden bei der 70. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf geehrt.

"Sie sind als Meister und Gründer bedeutende Innovatoren und Leistungsträger in unserem Land", würdigte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die 846 Absolventen der Meisterschulen an Rhein, Ruhr und Wupper auf der 70. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf. In seinem Festvortrag vor 2.500 Gästen setzte er auf bessere Rahmenbedingungen für Handwerk und Mittelstand durch den Abbau von Bürokratie: "Wir haben zu viel geregelt", gab der Regierungschef zu, warb aber zugleich um Verständnis für das Zustandekommen von Verordnungen und Gesetzen auf deutscher und europäischer Ebene: "Jede Vorschrift, die Sie kennen, ist gut gemeint."

Applaus für Kritik an Diesel-Fahrverboten

Foto: © Michael Block Foto: © Michael Block Großen Applaus erntete Laschet mit seiner Kritik an Diesel-Fahrverboten. Hier gebe es "keine Verhältnismäßigkeit". Der Umstieg auf die E-Mobilität werde zu einem Konjunkturprogramm für das Handwerk, zum Beispiel durch Einbau und Wartung der Ladeanlagen für die Fahrzeuge.

Lob von Kammer-Präsident Andreas Ehlert

Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert, zugleich Präsident von Handwerk NRW, nutzte in seiner Ansprache die Gelegenheit, dem Regierungschef "greifbare Fortschritte" zu attestieren, "die das Land derzeit in der Modernisierung und Ausbau seiner Infrastrukturen macht: im Straßen- und Wohnungsbau, bei der Umsetzung der zwischen Parlament und Land verabredeten Ziele der Enquetekommission zur Stärkung des Handwerks, und nicht zuletzt in der Bildung: bei der Gleichstellung von beruflichem und akademischem Qualifizierungsweg durch Investitionen in Schulen und Lehrer und in ein landesweites Azubi-Ticket." Es bleibe allerdings "noch viel zu tun." So sei mit Blick auf die Bildungspolitik im Bund "niemandem damit gedient, dass wir Tausende von manchmal fragwürdigen Studiengängen für lau anbieten und dass andererseits Tausende von Fachkräften in der Wirtschaft fehlen."

Plädoyer für das Handwerk

Foto: © Michael Block Foto: © Michael Block Die Kommunen im Land forderte Ehlert zu einer "nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik der Vielfalt und kurzen Wege" auf. "Uns ist wichtig, dass Handwerk bei der dynamischen Entwicklung unserer Städte nicht an den Rand gedrängt wird. Der Bäcker, der Installateur, die Radwerkstatt und das Sanitätshaus um die Ecke machen den Charme und die Lebensqualität unserer Städte aus." Die neue Führungsgeneration motivierte der Handwerkskammer-Präsident. Sie solle ihre frisch erworbene Spitzenqualifikation zur Übernahme von Verantwortung an der Spitze eines Unternehmens und in der Gesellschaft nutzen: "Bleiben Sie hungrig, bleiben Sie tollkühn!"

Flammender Appell für die Europa-Wahl

Zitat: "Wir lassen uns dieses Europa nicht kaputt machen." (NRW-Ministerpräsident Armin Laschet)Der Ministerpräsident und Handwerkskammer-Präsident Ehlert nutzten das Forum der größten Saalveranstaltung des Handwerks für einen flammenden Appell an die Anwesenden, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. "Wir brauchen Europa auch in Zukunft als einen Raum der Vielfalt und des Wettbewerbs", rief Ehlert ins Publikum, zu dem auch ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, Dortmunds HWK-Präsident Berthold Schröder, mehrere HWK- Hauptgeschäftsführer und eine französische Delegation gehörte. Laschet betonte, die Europäer müssten sich den "Frieden immer wieder neu erarbeiten" und "wir lassen uns dieses Europa nicht kaputt machen".

Text: / handwerksblatt.de
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