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Steigende Strompreise belasten das Handwerk

Die Strompreise sind im ersten Halbjahr 2019 stark gestiegen. Das belastet auch das Handwerk. 30 Cent/kWh sind für die Betriebe kaum noch hinnehmbar und tragbar, kritisiert ZDH-Präsident Wollseifer. 

Die Strompreise treiben von einem Rekord zum nächsten. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Das ist nicht nur für Privatverbraucher, sondern auch für das Handwerk ein großes Ärgernis. Foto: © primagefactory/123RF.com
Die Strompreise treiben von einem Rekord zum nächsten. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Das ist nicht nur für Privatverbraucher, sondern auch für das Handwerk ein großes Ärgernis.

Der durchschnittliche Strompreis für Verbraucher ist im ersten Halbjahr 2019 um zwei Prozent gestiegen. Im Januar 2019 zahlte eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden im Jahr im Schnitt 1.437 Euro für Strom, im Juni schon knapp 30 Euro mehr, nämlich 1.468 Euro. Das meldet das Vergleichsportal Check24.

Foto: © belchonock/123RF.com Foto: © belchonock/123RF.com "Der Strompreis bewegt sich im ersten Halbjahr von einem Rekord zum nächsten", sagt Dr. Oliver Bohr, Geschäftsführer Energie bei Check24. "Jeden Monat wird Strom für Verbraucher ein bisschen teurer." Ein Ende der Fahnenstange sei nicht in Sicht.

Schmerzgrenze wird ausgetestet

Auch das Handwerk ist von steigenden Strompreisen stark betroffen: "Der Strompreis, den die Handwerksbetriebe zahlen müssen, ist zwischenzeitlich bei über 30
Cent/kWh angekommen und damit auf einem Niveau, das für unsere Betriebe kaum mehr hinnehmbar und tragbar ist", sagt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer gegenüber dem Handwerksblatt. "Das gilt umso mehr, als die Schmerzgrenze von Betrieben wie auch Privathaushalten im Jahrestakt jeweils erneut ausgetestet wird."

Besonders hart trifft das energieintensive Branche wie Bäcker oder Textilreiniger. 

"Strom wird sich weiter verteuern"

Foto: © ZDH/Schuering Foto: © ZDH/Schuering Ein Ende dieser Entwicklung sei auch nicht abzusehen, betont auch Wollseifer. Im Gegenteil: "Strom wird sich noch weiter verteuern, denn angesichts des anstehenden Ausbaus und der Modernisierung der Stromnetze,  was über die Netzentgelte finanziert wird, werden die Kosten absehbar weiter deutlich steigen."

Für den handwerklichen Mittelstand sei dabei ein besonderes Ärgernis, dass er – wie auch seine Privatkunden – die Strompreisrabatte für die Großunternehmen mit finanziert, insbesondere deren Nachlässe bei der EEG-Umlage

Private Haushalte in Deutschland zahlen in der EU mit Belgien und Dänemark die höchsten Strompreise. Im zweiten Halbjahr 2018 kostete im bundesweiten Durchschnitt eine Kilowattstunde Strom 30 Cent. Das meldet die Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg. Der Europäische Durchschnitt liegt bei 21,1 Cent. In Deutschland, Dänemark und Portugal besteht mindestens die Hälfte des Strompreises aus Steuern und Abgaben. 

Text: / handwerksblatt.de
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