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Online-Marketing ist ein wichtiger Baustein

Wie man Online-Marketing im Handwerk konsequent umsetzt, macht Eugen Penner aus Bielefeld mit seinem Zimmerei-Betrieb vor.

Eugen Penner bespricht mit Büro- und Personalmanagerin Marlene von Thiesenhausen, welche Fotos sie in der nächsten Zeit bei Instagram und Facebook posten werden. Foto: © Heiko Kalweit
Eugen Penner bespricht mit Büro- und Personalmanagerin Marlene von Thiesenhausen, welche Fotos sie in der nächsten Zeit bei Instagram und Facebook posten werden.

Bis vor wenigen Jahren war das Online-Marketing einfach und überschaubar: Handwerksbetriebe sicherten sich eine E-Mail-Adresse und ließen eine schlichte Homepage mit den nötigsten Informationen erstellen. Ihr Hauptaugenmerk lag weiterhin auf den altbewährten Marketingmaßnahmen wie etwa kostenlose Erstberatung, Prospekte oder Messestände.

Das Internet bietet ein riesiges Kundenpotenzial

Foto: © Heiko Kalweit Foto: © Heiko Kalweit

Wer heute noch so denkt und das Internet nur wenig nutzt, verkennt das riesige Kundenpotenzial, welches das Internet heute den Betrieben schafft. Dieser Ansicht ist der Inhaber der Zimmerei und Dachdeckerei "ZEP-Team.de", Eugen Penner. Seit der Gründung im Jahr 2013 nutzt er konsequent die Möglichkeiten, die das World Wide Web ihm bietet: Firmenname als Internet-Adresse, Website, Facebook, Instagram, WhatsApp, Youtube. Begleitend entwickelt er auch im Offline-Marketing pfiffige Ideen: Er kauft zum Beispiel Kappen, Polohemden und Jacken für die Mitarbeiter aus hochwertigem Material, lässt sie mit dem Logo seines Betriebs besticken und verschenkt sie auch an Freunde und Bekannte. Diese laufen, wie er betont, gern für ihn Werbung. Im Kühlschrank stehen Getränkedosen, ebenfalls bedruckt mit seinem Logo. 

Starkes Wachstum, volle Auftragsbücher

Sein Lohn ist ein in kurzer Zeit stark gewachsener Betrieb mit vollen Auftragsbüchern. Vor sechs Jahren mit einem Tischler und einer Hilfskraft gestartet, führt der 36-Jährige heute ein Unternehmen mit 21 Mitarbeitern, darunter drei Auszubildende. Seine moderne Herangehensweise ans Marketing und das Aufbrechen herkömmlicher Denkweisen belohnte die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld im März mit dem "Zukunftspreis Handwerk". Der Jury imponierte "das 'frische' Online-Marketing des Unternehmens und das Vorgehen in den sozialen Medien".

Nach und nach das Netz erobern

Zitat: "Starten Sie mit einer modernen und informativen Homepage!" (Eugen Penner, Firmeninhaber aus Bielefeld)Egal welche Branche, Penner rät Handwerksbetrieben, sich mehr als bisher im Internet zu zeigen. Der Bielefelder warnt aber davor, auf einmal alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Das sei am Anfang zu aufwendig. Denn es bedarf der Einarbeitung. Penner rät: "Starten Sie mit einer modernen und informativen Homepage." Damit Google diese möglichst weit vorn angezeigt, sollte ein großes Augenmerk auf die sogenannte Search Engine Optimization (SEO) gelegt werden. Penner vertraut für die SEO-Arbeiten und das Design seiner Homepage auf die Experten einer Werbeagentur.

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte

Ist die Website-Frage geklärt, sollten sich die Betriebsinhaber mit WhatsApp beschäftigen. "Das ist für mich eins der wichtigsten Instrumente", betont der 36-Jährige. Denn über die Statusmeldungen kann er seinen Kontakten jederzeit Fotos von den laufenden Projekten präsentieren. Aus diesem Grund empfiehlt er, auch Instagram zu nutzen. Nach dem Motto "ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte" zeigt der Bielefelder auf dem Firmenkanal die Arbeiten seiner Firma. Aber auch die menschliche Seite bei "ZEP-Team.de" kommt nicht zu kurz. Die potenziellen Kunden sollen die Mitarbeiter bei der Arbeit kennenlernen und sich von ihnen ein erstes Bild machen.

Aus diesem Grund sind die zwei Kollegen auf vier Pfoten, Erika und Mirka, auf vielen der Fotos zu sehen. Der Betrieb ist ihr Zuhause. Bei Kundengesprächen lassen sich gern von den Besuchern streicheln. "Sie haben uns dadurch schon viele Aufträge verschafft", sagt Penner schmunzelnd und ergänzt: "Selbstverständlich begleiten die beiden uns nicht auf die Baustellen."

Erika und Mirka haben sogar einen eigenen Instagram-Account, diesen gibt es hier zu sehen. Hier berichtet Penner mit einem Augenzwinkern aus dem Leben zweier Zimmermann-Katzen. "Wir wollen authentisch und sympathisch rüberkommen", fasst er das Konzept der beiden Instagram- Accounts zusammen.

Auch Videos sind für Kunden interessant

Foto: © Marlene von Thiesenhausen Foto: © Marlene von Thiesenhausen Youtube empfiehlt der Bielefelder für Firmen-Videos und Filme von Arbeiten auf den Baustellen. Auch auf dieser Plattform unterhält er einen eigenen Kanal. Kameraleute sind seine Mitarbeiter. "Die freuen sich, wenn sie während der Arbeit auch einmal etwas anderes Arbeitsbezogenes machen dürfen." Er glaubt, dass sich in allen Betrieben junge Kollegen finden lassen, die Lust darauf haben, hin und wieder ein Video zu drehen. Aufgrund der heute geringen Reichweite spielt Facebook für Penner nur noch eine untergeordnete Rolle.

Kein Thema ist für ihn ein Blog mit langen Texten. "Für das Schreiben fehlt uns die Zeit". Sein Team unterstützt ihn zwar beim Online-Marketing. "Aber mehr als eine halbe Stunde wollen wir pro Tag nicht in SocialMedia investieren. Schließlich müssen wir die Projekte, die wir durch Instagram und unsere anderen Marketingmaßnahmen akquirieren, auch zeitnah erledigen."

Text: / handwerksblatt.de
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