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Berufsfotografen wollen zurück in die Meisterpflicht

Die Berufsfotografen fordern eine Wiedereinführung der Meisterpflicht in ihrem Gewerk. Nur so könne eine staatlich anerkannte Ausbildung in der Fotografie erhalten werden.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Gezerre um den Meister
Damit eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Fotografen auch weiterhin gewährleistet werden kann, unterstützt der Centralverband der Deutschen Berufsfotografen die Wiedereinführung der Meisterpflicht. Foto: © belchonock/123RF.com
Damit eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Fotografen auch weiterhin gewährleistet werden kann, unterstützt der Centralverband der Deutschen Berufsfotografen die Wiedereinführung der Meisterpflicht.

Der Centralverband Deutscher Berufsfotografen (CV) unterstützt die Wiedereinführung der Meisterpflicht. Laut einer Umfrage stehen die Mitgliedsbetriebe und -innungen des Verbands geschlossen hinter der Forderung nach einer Rückführung ihres Gewerks in die Anlage A. Der CV erkenne andere Ausbildungsformen in der Fotografie an, wie Fotojournalisten oder studierte Fotodesigner. Für diese Berufsgruppen gebe es gemäß Handwerksordnung trotz Meisterpflicht eine Marktzugangsberechtigung, wie bereits auch vor dem Wegfall der Meisterpflicht im Jahr 2004.

Meisterpflicht ist 2004 entfallen

"Ohne Zweifel sollte es das Interesse aller sein, eine staatlich anerkannte Ausbildung in der Fotografie zu erhalten. Das ist nur möglich, wenn eine ausreichende Anzahl an Betrieben hierfür über das erforderliche Know-how und über die erforderlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten verfügen", so der Verband. Der CV erwarte mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fotografenhandwerk in erster Linie:

  • Steigerung von Innovationen: Durch die Qualifikation des Inhabers, höhere Kompetenz und Steigerung der Innovationswahrscheinlichkeit im Unternehmen.
  • Qualitativ bessere Ausbildung: Bessere betriebliche Voraussetzungen für eine qualitativ bessere Ausbildung, die das Erlernen des Fotografenhandwerkswieder attraktiver macht und dem Beruf mit qualifizierten Nachwuchskräften langfristig die Existenz sichert.
  • Eine höhere Gründungsinvestition: Unternehmen mit höherem Startkapital sind sicherer und wachsen schneller.
  • Prüfung als Vollkaufmann: Mit der Meisterprüfung verbunden sei die Prüfung als Vollkaufmann. Damit erhalte der Meister Kenntnisse in der Kalkulation der Aufträge und ökonomische Fähigkeiten in der Führung eines Studios.
  • Bildung von Humankapital: Das Humankapital eines Betriebsinhabers werde im Handwerk durch die erfolgreiche Ablegung einer Meisterprüfung nachgewiesen. Vor 2004 hatten 74 Prozent der Betriebsgründer eine Meisterprüfung, jetzt sind es nur noch etwa zwei Prozent. Der Stellenwert für die Humankapitalbildung gehe aber noch darüber hinaus. Er biete besonders Jugendlichen mit schlechten Startchancen eine Berufsperspektive.
  • Alterssicherung: Der Anteil der Soloselbständigen im Fotografenhandwerk sei ausserordentlich hoch. 94 Prozent dieser Betriebe hätten einen Gewerbeertrag von weniger als 24.500 Euro (Angabe HWK Hamburg) Diese Betriebe würden Probleme haben, ihre Alterssicherung zu finanzieren. Der CV gehe davon aus, dass sich die Ertragssituation nach Wiedereinführung der Meisterprüfung erheblich bessert.

 

Text: Rainer Fröhlich
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