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Am Verhandlungstisch mit Lizenznehmern

Vor dem ersten Treffen mit einem potenziellen Lizenznehmer sollten Erfinder ihre Hausaufgaben gründlich machen. "Es ist unerlässlich, über die Firma gut informiert zu sein", rät Friedhelm Limbeck in seinem "Lei(d)tfaden der Patentvermarktung". Und auch am Verhandlungstisch ist Aufmerksamkeit geboten. Denn meist ist die Rechtsabteilung des Lizenznehmers bei den Gesprächen mit dabei.


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"Man sollte bei der Vermarktung von Erfindungen davon ausgehen, dass auf der Gegenseite Profis sitzen, die natürlich ihre Interessen wahren", erklärt Peter Tönnes, Leiter des Technologie-Transfer-Ring NRW.

Auf die Zahlung eines Mindestbetrags achten

Der Ratschlag des Patentvermarkters Egbert Cohausz für die Verhandlungen: "Immer Kooperationsbereitschaft signalisieren." Wenn es schlecht läuft, gibt es nach der Erfahrung des Patentvermarkters ein absolutes "No-No": "Drohen Sie bloß nicht, mit ihrer Erfindung zu einem Wettbewerber zu gehen." Beim Finanziellen sollten die Tüftler darauf achten, dass ihnen für die Nutzung ihrer Erfindung ein Mindestbetrag gezahlt wird. "Dieser Passus muss in den Vertrag unbedingt mit rein, wird aber immer wieder vergessen", erklärt Cohausz auf einer Info-Veranstaltung der Handwerkskammer Düsseldorf.

Wenn beiden Seiten miteinander ins Geschäft kommen, sollte der Patentbesitzer selbst einen Vertragsentwurf an seinen Lizenznehmer schicken. Einen Entwurf dafür hat etwa Friedhelm Limbeck in seinem "Lei(d)tfaden der Patentvermarktung" abgedruckt. "Wenn Sie denen Ihren eigenen Lizenzvertrag schicken, haben Sie schon gewonnen", meint Cohausz.

Limbecks Checkliste zur Patentvermarktung

  • Niemals eine Idee anbieten, bevor diese beim Patentamt angemeldet ist.
  • Der Markt muss vorhanden sein.
  • Jede Idee benötigt eine andere Vermarktungsstrategie.
  • Die Präsentation der Erfindung muss den Interessenten verblüffen.
  • Selbstbewusstsein, sicheres Auftreten und von der Idee überzeugt sein.
  • Der Interessent will Stückzahlen erahnen.









Weiterführende Informationen:

Eine aktuelle Entscheidung des Bundespatentgerichtes: Verwechseln die Post oder andere Zustellungsdienste das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) und das Europäische Patentamt (EPA), liegt das Risiko, dadurch eine Frist zu versäumen, künftig beim Antragsteller. Mehr dazu...

Das Insti-Netzwerk, in dem Berater aus allen Bundesländern vertreten sind, erreichen Sie hier.

Bei der Suche nach einem spezialisierten Patentanwalt helfen die Technologieberater der Handwerkskammern oder die Patentanwaltskammer in München.

Das Bundesbildungsministerium hat auf der Internetseite eine Reihe von Ratgebern zur Verfügung gestellt. Von dort können der "Lei(d)tfaden der Patentvermarktung", die "Patentfibel - Von der Idee bis zum Patent" sowie "Die provisorische Patentanmeldung" kostenlos herunter geladen werden. Die Broschüren sind jedoch auch in gedruckter Form erhältlich beim: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat 516, 53170 Bonn, Fax: (0228) 57-39 45, E-Mail: sabine.jaegel@bmbf.bund.de

Innovativen Handwerksbetrieben bietet der Technologie-Transfer-Ring Handwerk NRW (TTH) regelmäßig Beratungsgespräche zu gewerblichen Schutzrechten an. Ausgenommen sind Rechtsberatungen, die in der Zuständigkeit von Patentanwälten liegen. Diese Beratungsgespräche sind für Unternehmen gedacht, die sich mit Entwicklungsvorhaben beschäftigen, die möglicherweise durch Anmeldung gewerblicher Schutzrechte - Patent oder Gebrauchsmuster - abgesichert werden sollen. Damit die Beratungsgespräche optimal vorbereitet werden können, sollte vorher ein kurzer Fragebogen zum Unternehmen und der Entwicklung ausgefüllt werden. Er kann beim TTH angefordert werden (Fax: 0211/ 9 30 46 04). Sollten bei der Bearbeitung des Fragebogens Probleme auftreten, rufen Sie uns bitte an: Dipl.-Ing. Peter Tönnes, Leitstelle des TTH, Tel.: (0211) 30 108-350.

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