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Öko boomt nur, wenn es Geld sparen hilft

Eine aktuelle Studie zum nachhaltigen Konsum in Deutschland vom Umweltbundesamt kommt zu dem Schluss, dass vor allem energieeffiziente Haushaltsgeräte im Trend liegen.

Energieeffizienz
Energieeffiziente Geräte liegen im Trend, weil Verbraucher mit ihnen Strom und damit Geld sparen können. Anders sieht es mit nachhaltigen Lebensmitteln oder mit Kleidung aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Foto: © orkidia/123RF.com

Waschmaschinen, Kühlschränke oder Geschirrspülmaschinen, mit denen sich Wasser und Strom sparen lassen, kommen bei Verbrauchern gut an. Auch Ökostromtarife erreichen in Deutschland immerhin einen Marktanteil von 20 Prozent. Doch Bio-Lebensmittel oder Öko-Textilien sind weniger gefragt. Vor allem, weil sie preislich weit über ihren konventionell hergestellten oder angebauten Pendants liegen.


Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie "Grüne Produkte in Deutschland 2017" vom Umweltbundesamt (UBA). Der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln oder -Textilien liegt laut Untersuchung nur bei fünf Prozent – allerdings ist die Tendenz steigend. Doch auch die höheren Marktanteile führen nicht automatisch dazu, dass weniger CO2 ausgestoßen wird.

Bio-Produkte müssten günstiger sein als konventionelle

Denn in seiner Studie hat das Umweltbundesamt noch einen weiteren beunruhigenden Trend festgestellt: den positiven Effekten der Effizienzsteigerung steht ein wachsender Konsum gegenüber. Die Deutschen ziehen in größere Wohnungen, legen sich mehr elektronische Geräte zu, legen weitere Strecken zurück und essen mehr Fleisch. Und so verschlechtert sich die CO2-Bilanz.


Um die Nachfrage nach "grünen Produkten" zu steigern, müssten laut Umweltbundesamt die Preise anders gestaltet werden. "Damit grüne Produkte stärker nachgefragt werden, muss der Preis stimmen. Das heißt, sie müssen günstiger, attraktiver sein als ihre konventionellen Gegenspieler", so Dr. Michael Bilharz vom Umweltbundesamt. "Und das heißt vor allem, die Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen. Ein Beispiel: Reparaturen von Elektrogeräten und auch Reparaturen von Textilien müssen günstiger sein als der Neukauf entsprechender Produkte." Die Studie lässt sich kostenlos von der Website des UBA herunterladen.


Autor: Melanie Dorda; Foto: © orkidia/123RF.com

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