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Berater fordern von Banken aktivere Kommunikation

Kreditantrag abgelehnt? "Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass eine Bank von sich aus die Gründe ihrem Kunden erläutert", sagt Carl-Dietrich Sander vom "Bundesverband Die KMU-Berater".

Foto: © adamgregor/123RF.com
Warum wurde der Kredit abgelehnt? Die genauen Gründe verschweigen viele Banken und Sparkassen ihren Kunden.

Der Kredit wird abgelehnt und der Bankberater hüllt sich in Schweigen? Er weicht auf die Frage nach dem "Warum" geschickt aus? Das soll nach Willen der EU-Kommission in Zukunft nicht mehr sein. Sie hat Banken und Sparkassen aufgefordert, Unternehmen besser über die Gründe einer Kreditablehnung zu informieren.

Die Verbände der Kreditwirtschaft haben sogenannte "High-Level-Principles" zum Bankenfeedback bei abgelehnten Krediten an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erarbeitet. Das berichtet der Verband "Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.", dem diese Vorgaben jedoch nicht weit genug gehen. Die Berater fordern von Banken und Sparkassen eine aktivere Kommunikation.

Nicht nur auf Nachfrage die Gründe erläutern

"Die Kernaussage lautet, dass die Kreditinstitute den Unternehmen auf deren Nachfrage die Gründe für eine Kreditablehnung benennen" erläutert Carl-Dietrich Sander, Leiter der Fachgruppe Finanzierung-Rating der KMU-Berater. "Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass eine Bank oder Sparkasse von sich aus, also auf eigene Initiative, die Gründe für eine Kreditablehnung ihrem Kunden erläutert", fordert Sander.

Dies ist aber bei weitem nicht der Fall. In einer Umfrage zum Thema Bankenkommunikation – dem "KMU-Banken-Barometer" – von 2016 hatten nur 14 Prozent der Unternehmer gesagt, dass ihre Bank stets offen die Gründe für eine Kreditzusage wie Kreditablehnung kommuniziert. 17,5 Prozent sagten, dass dies überhaupt nicht zutreffe.

Eine Sache der Fairness

Die KMU-Berater nennen zwei entscheidende Gründe, warum Sie eine aktive Kommunikation seitens der Kreditinstitute für selbstverständlich halten. Zum einen hat das Unternehmen seinem Kreditinstitut umfangreiche Unterlagen und Informationen übergeben. Auf Basis dieser Informationen beurteilt die Bank oder Sparkasse die Bonität des Unternehmens. Sie entscheidet dann, ob und unter welchen Bedingungen sie einen Kredit zur Verfügung stellt oder nicht.

"Im Sinne einer Geschäftspartnerschaft ist es schlicht eine Frage der Gegenseitigkeit und Fairness, konkrete Hinweise zu geben warum ein Kredit aus Bankensicht nicht möglich ist", betont Unternehmensberater Sander.

Ohne Rückmeldung keine Chance auf Verbesserung

Der zweite Grund aus Sicht der KMU-Berater: Ohne eine solche Rückmeldung hat ein Unternehmen keine Chance, die Sichtweise seiner Bank oder Sparkasse selbstkritisch in die Analyse der eigenen Situation einzubeziehen und Verbesserungsaktivitäten abzuleiten. "Solche Verbesserungsaktivitäten nutzen nicht nur dem Unternehmen sondern auch der Bank oder Sparkasse" ist sich Sander sicher. Denn das Unternehmen werde dadurch stabiler und seine Bonität werde besser, was nur im Sinne des Kreditgebers sein könne.

Die KMU-Berater fordern die gleiche Offenheit der Banken und Sparkassen auch für das Ergebnis des von der Bankenaufsicht vorgeschriebenen Ratings, das jeder Kreditentscheidung zugrunde liegen muss. "Auch das offene Gespräch über die Bewertung im Rating nutzt Unternehmen und Bank gleichermaßen" ist Sander überzeugt.

Text: / handwerksblatt.de

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