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Schuldner werden nachlässiger

Deutsche Unternehmen sind bei der Zahlung ihrer Rechnungen offenbar nachlässiger geworden. Besser läuft es im Baugewerbe. Das berichtet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Die Auftragsbücher sind voll, da kann es schon mal passieren, dass das Forderungsmanagement vernachlässigt wird. Foto: © Maitree_Laipitaksin/123rf.com

Ist eine Rechnung schon überfällig, dann dauert es im Schnitt noch 10,58 Tage, bis sie endlich bezahlt wird. So sah es zumindest im zweiten Halbjahr 2017 aus. Damit mussten Kreditgeber rein rechnerisch noch einen halben Tag länger auf ihr Geld warten, als in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Diese Zahlen hat das Creditreform Debitorenregister Deutschland (DRD) ermittelt. Liegt es vielleicht daran, dass die Betriebe in der aktuell boomenden Auftragslage ihre Forderungsmanagement nicht so konsequent durchsetzen wie sonst üblich? Das vermuten die Creditreform-Experten als Hintergrund für die Entwicklung. 

Bauunternehmen zahlen spät, aber sie bessern sich

In der zweiten Hälfte 2017 bezahlten demnach insbesondere Unternehmen aus dem Einzelhandel, dem Großhandel und der Verkehrs- und Logistikbranche ihre Rechnungen deutlich später als zuletzt. Verbessert habe sich die Zahlungsweise des Baugewerbes. Dennoch würden Rechnungen an Bauunternehmen überdurchschnittlich lange Zahlungsverzögerungen von noch 15,47 Tagen aufweisen (1. Halbjahr 2017: 16,48 Tage). Zum Vergleich: Unternehmen aus der Chemiebranche zahlten im Schnitt 8,31 Tage später und Unternehmen aus dem handel überschritten das vereinbarte Zahlungsziel um 10,31 Tage.

Wie sieht es aus bei den Zahlungszielen?

  • Lieferanten und Kreditgeber haben nach wie vor Zahlungsziele von rund 32,5 Tagen. 
  • Den Unternehmen aus dem Einzelhandel und dem Baugewerbe wurden kürzere Zahlungsziele eingeräumt als noch in den ersten sechs Monaten des Jahres. 
  • Betriebe aus der Metallbranche und personenbezogene Dienstleister konnten hingegen (noch) längere Zahlungsziele aushandeln.
  • Insgesamt reicht die Spanne der gewährten Zahlungsziele von 23,65 Tagen für personenbezogene Dienstleister bis 37,81 Tagen für Einzelhändler.


Die meisten offenen Verbindlichkeiten hatten Metall- und Elektrobetriebe 

Den größten Anteil am Bestand offener Verbindlichkeiten hatten laut Creditreform im zweiten Halbjahr 2017 wieder die Metall- und Elektrobetriebe (23,3 Prozent), gefolgt
von den unternehmensnahen Dienstleistern (18,7 Prozent). Mehr offene Rechnungen und somit Außenstände mussten auch die Chemische Industrie sowie die Grundstoffindustrie hinnehmen.

43,15 Tage vergingen im Durchschnitt im zweiten Halbjahr 2017, bis die Forderung letztlich beglichen wurde. Im ersten Halbjahr waren dies noch 42,62 Tage. "Entsprechend stärker wird die Liquidität der Lieferanten und Leistungserbringer belastet", heißt es in der Pressemitteilung. Überdurchschnittlich lange Forderungslaufzeiten gab es bei Geschäften mit Großunternehmen (44,22 Tage). Dies sei aber vor allem bedingt durch sehr lange Zahlungsziele von fast 35 Tagen.

Text: Kirsten Freund; Quelle: Creditreform
Foto: © Maitree_Laipitaksin/123rf.com

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