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Mehr Kraft für den Nissan Micra

Zwei neue Motoren, eine neue Automatik sowie ein modernes Multimediasystem: Nissan hat den Micra überarbeitet. Wir waren mit dem japanischen Kleinwagen unterwegs.

Foto: © Nissan

So lange ist der adrett gestylte Nissan Micra noch gar nicht auf dem Markt. Doch als der japanische VW Polo Konkurrent im letzten Jahr erschienen ist, waren die Motoren zwar bereits für die Euro 6c-Abgasnorm gerüstet, die Euro 6d-Temp erfüllte der Micra hingegen nicht. Die wird nämlich für alle PKW-Neuzulassungen zum September 2019 Pflicht. Stillstand bedeutet Rückschritt, also hat Nissan bei seinem kleinen Stadtflitzer die Motoren für die strengen Umweltanforderungen fit gemacht.

Foto: © Nissan Foto: © Nissan Die neue Antriebspalette besteht weiterhin aus Dreizylinder-Benzinern, doch bei der neuen Generation blieb nahezu kein Motorenbauteil unberührt. Der Hubraum stieg von 0,9 Liter auf einen Liter und die Leistung beträgt 100 PS statt bisher 90 PS. Viel wichtiger beim neu entwickelten IG-T 100 ist allerdings der Drehmomentzuwachs von 140 auf 160 Nm. Dieser beschert dem knapp vier Meter langen Japaner spürbar mehr Kraftreserven – insbesonders bei Überholmanövern. Auch gibt sich der kultiviert laufende, neue Dreizylinder-Turbo antrittstärker. Er legt sich bereits schon knapp über der Leerlaufdrehzahl tatkräftig ins Zeug und beschleunigt den Micra in munteren 10,9 Sekunden auf Tempo 100, Spitze: 184 km/h. Der Micra startet mit dem neuen Einliter-Dreizylinder bei 12.933 Euro (alle Preise netto) und ist im Vergleich zu seinem betagten Vorgängermotor um knapp 170 Euro teurer geworden. Den moderaten Preisanstieg verzeiht man angesichts der besseren Fahrleistungen gerne. Nissan hat zudem den Verbrauch um 0,7 Liter gesenkt, der beim neuen Benziner mit durchschnittlich 4,5 Litern angegeben ist.

Neues Multimedia, erstmals mit Automatik

Im Innenraum bietet der Micra nach wie vor viel Platz und das Kofferraumvolumen zählt mit 300 Litern zum geräumigsten in seiner Klasse. Das Infotainmentsystem mit der Bezeichnung Nissan Connect haben die Japaner überarbeitet. Über das Multimedia mit seinem sieben Zoll großen Touchscreen lassen sich jetzt Smartphones via Apple Carplay und Android Auto einbinden, die Navigation greift auf Echtzeit-Verkehrsdaten zurück und das Kartenmaterial kann entweder „over the air“ oder per USB-Stick upgedatet werden. Somit ist der Nissan bestens vernetzt.

Foto: © Nissan Foto: © Nissan Lobenswert: Nissan hat auf die gestiegene Kunden-Nachfrage reagiert und bieten den Micra erstmals mit einem Automatikgetriebe an. Die sogenannte Xtronic ist eine stufenlose Automatik, die jedoch sechs Fahrstufen simuliert. Somit bleibt der sogenannte Gummibandeffekt beim Beschleunigen weitgehend aus. Das gut 1.000 Euro extra kostende CVT-Getriebe arbeitet überraschend harmonisch und die Geräuschkulisse ist erfreulich gering. Muss hingegen stärker und häufiger beschleunigt werden, wie es beispielsweise an Autobahnsteigungen häufig der Fall ist, heult der Motor lautstark auf und beginnt dann erst zu beschleunigen. Dass wir den Normverbrauch von 4,9 Litern auf unserer Runde auch nicht annähernd geschafft haben, ist weniger schön. Am Ende quittierte der Bordcomputer einen Schnitt von 6,8 Liter.

Dynamischer N-Sport

Neu im Programm ist außerdem der Micra N-Sport, der im Revier rund um den Ford Fiesta ST-Line sowie Seat Ibiza FR wildern möchte. Der N-Sport leistet117 PS und bezieht seine Kraft ebenfalls aus einem Liter Hubraum. Der Motor hängt gut am Gas und es bereitet viel Fahrspaß ihn durch die Kurven zu scheuchen. Schließlich zählen zu seiner Grundausstattung ein straffes Fahrwerk mit zehn Zentimeter Tieferlegung, eine direktere Lenkung sowie schicke Aluräder im 17-Zoll-Format. Serienmäßig ist der Micra N-Sport mit einem Sechsganggetriebe ausgerüstet, bei der kleineren Ausbaustufe ist es eine Fünfgangbox. Beide gefallen, da sich die Schalthebel mit knackig-kurzen Wegen bedienen lassen. Vom 1,5-Liter-Diesel mit 90 PS hat sich Nissan dagegen bereits schon im letzten Jahr verabschiedet. Unter wirtschaftlichen Aspekten lohnte sich der Selbstzünder nur für Vielfahrer, doch die sind im Kleinwagensegment ohnehin eher selten anzutreffen.

Text: / handwerksblatt.de

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