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Meisterprämie in Niedersachsen gestartet

Seit dem 14. Mai kann bei der Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen die Meisterprämie beantragt werden. Doch auch andere Länder zahlen einen Zuschuss – wie unsere Übersicht zeigt.

Handwerker, die zwischen dem 1. September 2017 und 31. Dezember 2019 ihre Meisterprüfung abgelegt haben, können bei der NBank eine Meisterprämie in Höhe von 4.000 Euro beantragen Foto: © welcomia/123RF.com
Handwerker, die zwischen dem 1. September 2017 und 31. Dezember 2019 ihre Meisterprüfung abgelegt haben, können bei der NBank eine Meisterprämie in Höhe von 4.000 Euro beantragen

Das Interesse am neuen Förderinstrument für Handwerksmeister ist nach Informationen der NBank riesig. Der erste Antrag sei bereits am frühen Montagmorgen um 0:40 Uhr eingegangen – nur 40 Minuten nach dem Startschuss. Die Meisterprämie in Höhe von 4.000 Euro können Absolventinnen und Absolventen mit einem Meisterabschluss im Handwerk bekommen. Die Antragstellung erfolgt komplett elektronisch. Michael Kiesewetter, Vorstandsvorsitzender der NBank, sagt zu, dass bereits "wenige Klicks zur beantragten Förderung" führen.

Die niedersächsische Meisterprämie für das Handwerk richtet sich an diejenigen, die ihre Meisterprüfung auf Grundlage der Handwerksordnung (HwO) ab dem 1. September 2017 abgelegt haben oder dies noch bis spätestens 31. Dezember 2019 tun werden. Maßgeblich ist dabei das Datum des Meisterprüfungszeugnisses, das eingereicht werden muss, um die Förderung zu beantragen. Weitere Voraussetzung: Wohnsitz oder Ort einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung seit mindestens sechs Monaten müssen in Niedersachsen liegen.

Zuschüsse für Fortbildungsabschluss und Existenzgründung

Neben Niedersachsen zahlen aber auch andere Bundesländern einen Zuschuss, wenn Handwerker eine Aufstiegsfortbildung wie den Meister, Techniker oder Betriebswirt erfolgreich abgeschlossen haben oder einen Betrieb gründen, übernehmen oder sich an einem bestehenden Unternehmen beteiligen.

Bundesland Fortbildungszuschuss Existenzgründungszuschuss
Baden-Württemberg

Die Landesregierung hat nach intensiver Prüfung entschieden, keine Meisterprämie im Handwerk auszureichen.

 
Bayern

Bei bestandener Fortbildungsprüfung gibt es den Meisterbonus: 1.500 Euro (seit 01.01.2018); 1.000 Euro (bis 31.12.2017)

 
Berlin   Meistergründungsprämie von bis zu 15.000 Euro bei Gründung, Übernahme oder Beteiligung
Brandenburg Eine bestandene Meisterprüfung im Handwerk wird mit dem Meisterbonus belohnt: 1.500 Euro Meistergründungsprämie von bis zu 12.000 Euro bei Gründung und Übernahme eines Handwerksbetriebs
Bremen Meisterprämie in der Bremischen Bürgerschaft am 24. Januar 2018 von CDU und FDP beantragt  
Hamburg Der Hamburger Senat arbeitet auf eine bundesweit gebührenfreie Meisterausbildung hin   
Hessen Bei erfolgreich abgeschlossener Meisterprüfung im Handwerk, in der Industrie und in der Landwirtschaft soll es eine Meisterprämie geben: 1.000 Euro  
Mecklenburg-Vorpommern Bei erfolgreich abgeschlossener Meisterprüfung im Handwerk oder in der Industrie gibt es das Meister-Extra: 1.000 Euro  
Niedersachsen Für die bestandene Meisterprüfung im Handwerk wird die Meisterprämie gezahlt: 4.000 Euro  
Nordrhein-Westfalen   Meistergründungsprämie von 7.500 Euro für die Gründung, Übernahme oder Beteiligung
Rheinland-Pfalz Den Aufstiegsbonus I gibt es bei bestandener Fortbildungsprüfung: 1.000 Euro Den Aufstiegsbonus II gibt es bei Gründung, Übernahme oder Beteiligung: 2.500 Euro
Saarland Für eine bestandene Fortbildungsprüfung gibt es den Aufstiegsbonus: 1.000 Euro  
Sachsen Bei erfolgreich beendeter Meisterprüfung im Handwerk, in der Industrie sowie in Land-, Forst- und Hauswirtschaft gibt es den Meisterbonus: 1.000 Euro  
Sachsen-Anhalt   Meistergründungsprämie von 10.000 Euro bei Gründung oder Übernahme (Mindestinvestitionssumme: 15.000 Euro)
Schleswig-Holstein Die Landesregierung arbeitet auf eine bundesweit gebührenfreie Meisterprüfung hin Einführung einer Meistergründungsprämie ist im Gespräch
Thüringen Eine Meisterprämie erhalten die Jahrgangsbesten der Meisterprüfung eines Gewerks: 1.000 Euro  

Quelle: eigene Recherche; Stand: 15. August 2018

Niedersachsen bemüht sich aber auch darum, eine bundeseinheitliche Lösung für Gebühren- und Entgeltfreiheit sämtlicher Aufstiegsqualifikationen zu finden. Der niedersächsischen Staatskanzlei zufolge hat die Landesregierung am 27. April 2018 eine Initiative in den Bundesrat eingebracht. Danach sollen die Gebühren für erfolgreich abgelegte Meisterprüfungen in allen Wirtschaftsbereichen und auch die Kosten für sämtliche Aufstiegsfortbildungen vollständig übernommen werden.

Auch der Hamburger Senat befürwortet ein solches Modell. Ziel der Hanseaten ist es, dass die Meisterausbildung genauso gebührenfrei wie ein Studium wird – und die berufliche mit der akademischen Bildung bei der Finanzierung gleichgestellt wird. Falls bis Ende des Jahres keine bundeseinheitliche Lösung erreichbar sein sollte, plant die Hamburger Landesregierung nach Auskunft der Handwerkskammer Hamburg eine eigene Lösung zur Förderung.

Text: / handwerksblatt.de

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