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A bis Z für Ausbildungsbetriebe im Handwerk

Ausbildung? Das haben Sie bisher lieber den anderen Handwerks-Betrieben überlassen. Aber jetzt geht es Ihrem Unternehmen gut und Sie wollen jetzt auch was für den Nachwuchs tun.

Handwerk
Foto: © goodluz/123RF.com

Wenn da nur nicht die vielen Vorschriften wären! Keine Bange: Wir haben von A bis Z die wichtigsten Regeln für Ausbilder zusammengestellt.

Abmahnung:
Berufsschule schwänzen, Kollegen beleidigen oder ständig zu spät in der Firma erscheinen, muss sich der Betriebsinhaber nicht bieten lassen. Wenn selbst ein klärendes Gespräch mit dem Azubi nicht mehr hilft, bringt ihn vielleicht eine Abmahnung zur Vernunft. Hier müssen aber gewisse Regeln eingehalten werden. Eine Abmahnung sollte stets schriftlich fixiert werden. Aus dem Schreiben muss zweifelsfrei hervorgehen, wann, wo und wie genau es zu dem Fehlverhalten gekommen ist. Außerdem gehören zwei weitere Elemente in eine Abmahnung: der Auszubildende muss aufgefordert werden, seinen Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nachzukommen und ihm muss mit der Kündigung gedroht werden, falls er erneut gegen die vertraglichen Pflichten verstößt. Bei minderjährigen Auszubildenden ist darauf zu achten, dass die Abmahnung den Eltern zugeht, sonst wird sie nicht wirksam.

HandwerkAusbildungsbegleitende Hilfen: Ist der Ausbildungserfolg gefährdet, müssen Nachhilfestunden her. Defizite können etwa durch ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) ausgeglichen werden. Die Kosten dafür übernimmt die Agentur für Arbeit. Wird der Azubi für die abH freigestellt, kann der Betrieb einen Teil der Ausbildungsvergütung von der Agentur ersetzt bekommen. Die Verpflichtung, bei schlechten Leistungen an abH teilzunehmen, sollte im Ausbildungsvertrag festgehalten werden.

Ausbildungsvergütung: Laut Berufsbildungsgesetz ist der Ausbildungsbetrieb verpflichtet, dem Azubi eine angemessene Vergütung zu zahlen, die mindestens jährlich ansteigen muss. Sie muss spätestens am letzten Arbeitstag des Monats ausgezahlt werden. Die Höhe der Ausbildungsvergütung orientiert sich meist an tarifvertraglichen Regelungen. Diese sind jedoch für viele Betriebe gar nicht bindend, weil entweder sie selbst und/oder der Auszubildende keiner Arbeitgeber- bzw. Arbeitnehmervertretung angehören. In diesem Fall können die Unternehmen bis zu 20 Prozent von den tariflichen Vergütungssätzen abweichen. Wer weniger zahlt, riskiert aber, da   der Auszubildende sich schnell eine besser bezahlte Ausbildungsstelle in einem Konkurrenzbetrieb sucht.

Berufsbekleidung: Wenn der Betrieb von seinen Mitarbeitern ein einheitliches Erscheinungsbild verlangt, muss er auch die Kosten für diese Dienstkleidung übernehmen. Dazu zählt etwa der Blaumann mit dem Firmenlogo. Auch die Schutzkleidung, die im Arbeitsschutz- oder Hygienerecht vorgeschrieben ist, muss der Betrieb bezahlen. Alles andere ist in der Regel Sache des Auszubildenden.

Berufsschule: Für die Berufsschule müssen die Auszubildenden freigestellt werden. Auch nicht mehr  schulpflichtige Auszubildende sollten zur Berufsschule gehen. Sonst muss ihnen der Ausbildungsbetrieb die Kenntnisse vermitteln, die für den theoretischen Teil der Gesellenprüfung von Bedeutung sind. Für minderjährige Auszubildende wird ein Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden wie ein ganzer Arbeitstag gerechnet. Sie müssen dann nicht wieder in den Betrieb zurückkehren. Bei einem zweiten Berufsschultag wird die tatsächliche Unterrichtszeit (eine Schulstunde dauert 45 Minuten) plus Pausen zu Grunde gelegt. In diesem Fall hat der Azubi nach der Schule wieder bei seinem Betrieb anzutreten. Für volljährige Auszubildende gelten andere Spielregeln: Wenn sich der Berufsschulunterricht - wozu auch der Weg zur Schule und die Pausen gehören - mit den betrieblichen Arbeitszeiten überschneidet, wird er auf die Ausbildungszeit angerechnet. Decken sich die beiden Zeitabschnitte nicht, wird der Berufsschulunterricht nicht auf die Ausbildungszeit angerechnet.

Fahrtkosten: Die Fahrtkosten für den Weg zur Berufsschule trägt der Azubi selbst. Anders ist der Fall bei der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung gelagert. Hier muss der Betriebsinhaber die Fahrtkosten übernehmen. Reist der Lehrling mit dem eigenen Auto an, kann der Chef entweder die Kilometerpauschale oder die reinen Benzinkosten zahlen. Letzteres ist mit einem Nachteil verbunden: Ist der Azubi in einen Unfall verwickelt, haftet der Arbeitgeber für die Schäden am PKW des Auszubildenden.

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