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Abmahnung: Schnell, konkret und schriftlich

Sie haben es mit gutem Zureden versucht und mit deutlichen Ermahnungen. Aber alles hat nichts genutzt: Ihr Geselle kommt trotzdem immer wieder zu spät zur Arbeit. Jetzt wollen Sie ihn abmahnen. Worauf Handwerksunternehmer dabei achten müssen:

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Foto: Fotolia/DHB

Die Abmahnung ist quasi die gelbe Karte, die der Chef seinem Mitarbeiter zeigt – bevor er die rote Karte ziehen muss. Sie ist was anderes als eine bloße Ermahnung, die nicht den Zweck hat, eine Kündigung vorzubereiten und keine arbeitsrechtlichen Folgen hat – im Gegensatz zur Abmahnung. Sie hat mehrere Aufgaben:

Sie tadelt ein konkretes Verhalten des Arbeitnehmers. Er hat etwas falsch gemacht und soll sein Verhalten in Zukunft ändern. Im Juristendeutsch heißt das „Rüge- und Hinweisfunktion“. Mit der Abmahnung spricht der Arbeitgeber aber auch eine deutliche Warnung aus: Der Mitarbeiter muss mit schweren Konsequenzen, nämlich der Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechnen, wenn er sein Verhalten nicht ändert. „Außerdem dokumentiert sie den konkreten Fehler des Arbeitnehmers. Deshalb sollten Sie eine Kopie der Abmahnung auch unbedingt in die Personalakte legen“, erklärt Matthias Herold, Fachanwalt für Arbeitsrecht.
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Bei Abmahnungen kann man viele Fehler machen. Das hat für den Arbeitgeber üble Folgen. Muss (oder will) er seinem Mitarbeiter irgendwann kündigen, schauen sich die Arbeitsgerichte die vorherigen Abmahnungen genau an. Und haben Sie dabei die Formalien missachtet, wird das Gericht eine verhaltensbedingte Kündigung nicht akzeptieren. Das kann Sie teuer zu stehen kommen. Rechtsanwalt Herold: „Voraussetzung  für eine verhaltensbedingte Kündigung ist in der Regel eine ordnungsgemäße Abmahnung. Macht der Arbeitgeber hier Fehler, muss er später dafür büßen. Denn wenn die Kündigung unwirksam ist, müssen Lohn oder Gehalt nachgezahlt werden.“

Ulrike Lotze

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