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Neues Ausbildungsjahr – neue Berufe

Das neue Ausbildungsjahr startet mit 13 neuen oder modernisierten Ausbildungsberufen. Durch die Novellierung wird die Zahl der dualen Ausbildungsberufe von 345 auf 331 sinken.

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Foto: 123rf

Mit zwei neuen und elf überarbeiteten Ausbildungsberufen beginnt am 1. August offiziell das neue Ausbildungsjahr. Mehrere hunderttausend junge Menschen werden an diesem Tag in ihr Berufsleben starten. "Durch die hohe Qualität der beruflichen Bildung sowie durch moderne, passgenaue und praxisnahe Ausbildungsberufe sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, unsere hohen Beschäftigungsquoten und damit unseren Wohlstand - auch im internationalen Vergleich", erklärt Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). "Die Verbindung von betrieblichem und schulischem Lernen ist die beste Form der Vorbereitung für das Berufsleben." Das beweise die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland.

Die jungen Menschen, so Esser weiter, begännen ihre Berufsausbildung in diesen Tagen in der Gewissheit, dass ihnen arbeitsmarktrelevante Qualifikationen vermittelt werden, die die Wirtschaft nachfrage. Zudem eröffne die duale Berufsausbildung der jungen Generation über Aufstiegsfortbildungen – zum Beispiel zum Meister, Techniker, Fach- oder Betriebswirt – attraktive Karrierewege, die gleichwertig zu hochschulischen Abschlüssen wie Bachelor und Master sind.

esser bibb"Dass dieses System in der ganzen Welt auf hohe Akzeptanz und Nachfrage stößt, ist nicht verwunderlich", betont der BIBB-Präsident. Das gut ausgebaute Berufsausbildungssystem und der erfolgreiche duale Ansatz in Deutschland sei nicht zuletzt auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Bericht gelobt worden.


Zwei neue, elf modernisierte

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August treten zwei neue Ausbildungsordnungen in Kraft:
  • Fachkraft für Metalltechnik
  • Stanz- und Umformmechaniker/-in
Darüber hinaus wurden elf Ausbildungsordnungen zum Teil grundlegend modernisiert:
Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres sinkt die Zahl der dualen Ausbildungsberufe zudem von 345 auf 331. Allein durch die Neuordnung im Metallbereich sind elf so genannte "Altberufe" - darunter zum Beispiel der Revolverdreher, der Drahtzieher oder der Schleifer - zum neuen Ausbildungsberuf "Fachkraft für Metalltechnik" zusammengefasst worden. Auch den Beruf "Kfz-Servicemechaniker" wird es ab dem 1. August nicht mehr geben. Die Ausbildungsinhalte dieses im Jahr 2004 geschaffenen zweijährigen Berufs wurden in die Modernisierung des dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs "Kfz-Mechatroniker" integriert.

Über 200 Ausbildungsordnungen seit dem Jahr 2003 überarbeitet

beitrag-azubitest-200x100Wie wandlungsfähig das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist, verdeutlicht eine weitere Zahl: Seit dem Jahr 2003 hat das BIBB im Auftrag der Bundesregierung und gemeinsam mit den Sozialpartnern und Vertretern der betrieblichen Praxis insgesamt 207 Ausbildungsordnungen überarbeitet und an die aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepasst. Dabei wurden 170 Ausbildungsordnungen überarbeitet und 37 Ausbildungsberufe neu geschaffen. In den Jahren 2008 bis 2012 wurden allein in den in diesem Zeitraum neu geordneten beziehungsweise modernisierten Ausbildungsberufen mehr als 385.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.

Voraussichtlich 15 neue und modernisierte Ausbildungsberufe im nächsten Jahr

Aktuell arbeitet das BIBB bereits an den voraussichtlich 15 neuen und modernisierten Ausbildungsberufen des kommenden Jahres. So soll zum Beispiel zum 1. August 2014 der Bürobereich neu geordnet werden und der neue Ausbildungsberuf "Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement" in Kraft treten. Er wird dann die drei bisherigen Berufsbilder der Bürokaufleute, der Kaufleute für Bürokommunikation sowie der Fachangestellten für Bürokommunikation zusammenfassen.

Fotos: 123rf, BIBB
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