Pilotprojekt soll Qualität in der Ausbildung fördern

Immer weniger junge Menschen möchten Maler und Lackierer werden. Die Innung Düsseldorf will mit einem Gütesiegel und einer Nachwuchskampagne für den Ausbildungsberuf werben.

Marc Kleinau, Jörg Schmitz und Hans Voß (v.l.n.r) wollen die Ausbildungssituation im Maler- und Lackiererhandwerk verbessern. Ein Gütesiegel und eine Nachwuchskampagne sollen dabei helfen, dass die Betriebe mehr Auszubildende bekommen; Foto: Maler- und Lackierer-Innung Düsseldorf.

Die Maler- und Lackierer-Innung Düsseldorf will mit der Einführung des Gütesiegels "TOP AusbildungsBetrieb" und der Nachwuchskampagne "Gute Aussichten für meine Zukunft" nachdrückliche Impulse setzen, um die Ausbildungssituation zu verbessern. Hintergrund der Initiative sind alarmierende Fakten: Die Zahl der Auszubildenden bei den Malern und Lackierern ist um 65 Prozent zurückgegangen. Das gesamte Handwerk hat dagegen nur 28 Prozent verloren. Als problematisch bezeichnete Hans Voß, Leiter des Berufsbildungs- & Technologiezentrums, auch die überdurchschnittlich hohe Ausbildungsabbruchquote sowie das schlechte Image des Berufes.

Innungsbetriebe werden qualifiziert unterstützt

Für Innungsobermeister Jörg Schmitz ein deutliches Warnsignal: "Wir müssen jetzt aktiv in den Markt gehen, neue Chancen erarbeiten und unser Bild in der Öffentlichkeit verbessern." Die Innung hat in Düsseldorf deshalb ein Pilotprojekt gestartet, das innerhalb von zwölf Monaten umgesetzt werden soll. Interessierte Innungsbetriebe erhalten in dieser Zeit qualifizierte Unterstützung in Form von Seminaren für die Mitarbeiter, Hilfe bei der Prüfungsvorbereitung und die Chance zur Teilnahme an Leistungswettbewerben. Parallel dazu wird die Innung eine Ausbildungsbörse für Betriebe anbieten und noch aktiver in Schulen und auf Messen auf junge Leute zugehen. Außerdem ist einmal jährlich ein Runder Tisch geplant. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch mehrere Partner aus Industrie, Handel und Versorgung.

Erste Auszeichnung als Top-Ausbilder im Mai 2018

"Die Betriebe sollen möglichst keine zusätzlichen Kosten tragen, sondern lediglich ihre Mitarbeiter freistellen", so der stellvertretende Obermeister Marc Kleinau. Innungsbetriebe, die das Gütesiegel anstreben, erhalten einen Kriterienkatalog, der an ein Punktesystem gekoppelt ist. Obermeister Schmitz: "Wer die erforderliche Punktzahl schafft, wird auf der Innungsversammlung im Mai 2018 mit dem Gütesiegel ,TOP AusbildungsBetrieb' geehrt." Die Auszeichnung gelte zunächst für drei Jahre und solle in Eigenkontrolle durch die Betriebe überprüft werden.

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