Künstlersozialabgabe sinkt erneut

Eine gute Nachricht für viele Unternehmen: Der Abgabesatz für die Künstlersozialversicherung soll im kommenden Jahr erneut sinken.

Handwerk
Die Abgaben für die Künstlersozialkasse sinken im kommenden Jahr zum zweiten Mal in Folge. Foto: © convisum/123RF.com

Der Künstlersozialabgabesatz soll im Jahr 2018 von 4,8 auf 4,2 Prozent sinken, meldet das Bundesarbeitsministerium. Der Künstlersozialabgabesatz geht damit im zweiten Jahr hintereinander zurück und liegt im Jahr 2018 um einen Prozentpunkt niedriger als 2016 (5,2 Prozent). Das ist nach Ansicht des Ministeriums vor allem auf die verstärkten Prüfungen und Beratungen der Deutschen Rentenversicherung und der Künstlersozialkasse zurückzuführen. Sie wurden intensiviert, nachdem Anfang 2015 das Gesetz zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes in Kraft trat. In den Jahren 2015 und 2016 seien rund 50. abgabepflichtige Unternehmen neu erfasst worden. Darüber hinaus hätten sich im selben Zeitraum circa 17.000 abgabepflichtige Unternehmen bei der Künstlersozialkasse gemeldet, so das Bundesarbeitsministerium.

Zahlen Handwerker für die Künstlersozialkasse?

Auch Handwerksunternehmen müssen unter bestimmten Umständen Künstlersozialabgabe zahlen. Zum Beispiel, wenn ein hauptberuflicher Webdesigner den Internetauftritt eines Handwerksbetriebs gestaltet, ein freier Journalist den Flyer für eine Handwerksfirma textet oder eine Musikkapelle beim Firmenjubiläum auftritt. Leider ist es gar nicht so einfach zu erkennen, ob gezahlt werden muss.

Abgabepflichtig sind alle Betriebe, die von "Künstlern oder Publizisten erbrachte Werke oder Leistungen für das eigene Unternehmen nutzen, um im Zusammenhang mit dieser Nutzung (mittelbar oder unmittelbar) Einnahmen zu erzielen", so heißt es auf der Internetseite der Künstlersozialkasse. Das ist übrigens der Regelfall für Handwerksbetriebe, sie sind so genannte "Verwerter in der Eigenwerbung". Für kleine Betriebe gibt es seit vergangenen Jahr allerdings eine Bagatellgrenze: Sofern die Auftragssumme 450 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt, müssen sie keine Abgabe zahlen.

 

Hintergrund: Was ist die Künstlersozialversicherung? Über die Künstlersozialversicherung werden derzeit rund 185.000 selbständige Künstler und Publizisten als Pflichtversicherte in den Schutz der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung einbezogen. Die selbständigen Künstler und Publizisten tragen, wie abhängig beschäftigte Arbeitnehmer, die Hälfte ihrer Sozialversicherungsbeiträge. Die andere Beitragshälfte wird durch einen Bundeszuschuss (20 Prozent) und durch die Künstlersozialabgabe der Unternehmen (30 Prozent), die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten, finanziert. Die Künstlersozialabgabe wird als Umlage erhoben. Der Abgabesatz wird jährlich für das jeweils folgende Kalenderjahr festgelegt und beträgt derzeit 4,8 Prozent. Bemessungsgrundlage sind alle in einem Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte.

Informationen: Weitere Informationen zur Künstlersozialversicherung gibt es im Internet

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