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Generationenfreundlichkeit ist ein Markenzeichen

Das Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb" steht allen Handwerkern offen, die im Wettbewerb um die kaufkräftige und anspruchsvolle ältere Kundschaft punkten wollen. 

Uwe Walter
Malermeister Uwe Walter. Foto: Andreas Buck / LOGLAN media GmbH

"Früher haben wir uns um die Gebäudehülle gekümmert, heute kümmern wir uns um den Menschen. Wir geben ihnen ein gutes Wohngefühl mit Farbe", sagt Malermeister Uwe Walter (Foto). Der Dortmunder war  vor fünf Jahren einer der ersten, der für seinen Betrieb das Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb – Service + Komfort" überreicht bekommen hat. "Gesundheit ist ein Megathema", sagt Uwe Walter. "Das verschafft Wettbewerbsvorteile und lohnt sich auch wirtschaftlich." Bis heute haben sich mehr als einhundert Betriebe fortgebildet und können mit dem Markenzeichen werben.

Mit wenig Aufwand zum Gütesiegel
Auftakt Markenzeichen Berlin 17042013 GruppenfotoListe der teilnehmenden BetriebeDie Teilnahme ist für den Betrieb mit wenig Aufwand verbunden. Der Chef oder einer seiner Mitarbeiter muss eine 16-stündige Schulung durchlaufen oder frühere Qualifikationen nachweisen. Die Schulungen werden bei den Handwerkskammern angeboten. 

Dann kann er mit Aufklebern, Plakaten, auf der Internetplattform generationenfreundlicher-betrieb.de und in der örtlichen Presse damit werben, dass er ein Handwerker ist, der sich mit Themen wie Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit auskennt.  

Gut für die Werbung: "Die Leute lesen sowas!"

Infos zum Markenzeichen beim ZDHHermann Becker ist Geschäftsführer von "Der Hausmeister" in Mülheim an der Ruhr. Sein Betrieb entwickelt unter anderem Konzepte für Kinder, Senioren und Menschen mit leichter bis schwerer Behinderung. Nicht nur für das Bad, sondern auch für die übrige Wohn- und Hausumgebung. "Wir stecken sehr viel Energie in das Thema", sagt Hermann Becker. Das neue Gütesiegel sei gut für die Werbung. "Die Leute lesen sowas!"

Bei der Kundenansprache ist Feingefühl gefragt

Die Generation 50 Plus, die "Silver Ager", das ist ein attraktiver Markt für viele Gewerke des Handwerks. Doch die heute 50-Jährigen möchten auf keinen Fall so angesprochen werden. Sie fühlen sich mindestens zehn Jahre jünger als sie tatsächlich sind. Betriebe, die auf dem Markt  gute Geschäfte machen möchten, brauchen deshalb neben dem Fachwissen über Normen, Produkte und Förderprogramme auch Feingefühl im Umgang mit der Kundschaft.

"Barrierefreiheit klingt nicht sexy", sagt Marketingexperte Kai Pagenkopf aus Münster. "Im Auto werden Assistenzsysteme akzeptiert, in der Wohnung aber nicht." Ein modernes Bad verkaufe sich deshalb deutlich besser als ein Seniorenbad.

"Man braucht viel Fingerspitzengefühl, um die Kunden anzusprechen, wenn sie erst um die 50 sind", sagt auch Detlef Börner von Fliesen Börner aus Koblenz, der ebenfalls das neue Markenzeichen trägt. "Die Kunden denken noch nicht ans Alter oder eine Behinderung, aber sie wollen es bequem. Dann lassen sie sich gerne die bodengleiche Dusche mit Sitzfläche einbauen."

Fotos: © Andreas Buck (oben); BMFSFJ/ C. Junghanns (mitte)
Aktualisierter Beitrag von 2013

Text: / handwerksblatt.de

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