Preise für Betriebe mit Vorbildcharakter

Der Fachverband Tischler NRW vergab zum vierten Mal seinen Innovationspreis, diesmal in den Kategorien "Digitalisierung" und "Zukunftsbildung".

Die Gewinner der Kategorie "Digitalisierung“ zusammen mit der Jury (v.l.): Max Brammertz, Markus Hinnüber (Vorstand Tischler NRW), Alice Brammertz, Dr. Johann Quatmann (Hauptgeschäftsführer Tischler NRW), Matthias Elbracht, Bernd Keppler (OS Datensysteme), Eduard Brammertz, Heinz-Bernd Lohmann und Heinz Pütz (Vorstand Tischler NRW) (Foto: © Tanja Pickartz)

Besonders findige und einfallsreiche Betriebe zeichnet der Fachverband Tischler NRW gemeinsam mit den über 60 Unternehmen aus dem Kreise der "Tischlerpartner NRW" alle zwei Jahre mit dem "Alfred-Jacobi-Preis", dem Innovationspreis für das nordrhein-westfälische Tischlerhandwerk, aus. Im Rahmen des Treffpunktes Tischler in Bochum wurde der Preis in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen – diesmal in den Kategorien "Digitalisierung" und "Zukunftsbildung".

Gleich zweimal durfte sich die Schreinerei Brammertz aus Aachen über den ersten Platz freuen. Das Unternehmen, das schwerpunktmäßig im Fensterbau tätig ist, hatte sich in beiden Wettbewerbskategorien beworben und die Jury überzeugt. "Insgesamt haben wir von den Betrieben sehr viele gute Beiträge erhalten", sagt Johann Quatmann, Hauptgeschäftsführer von Tischler NRW. "Das hat uns die Entscheidung nicht leicht gemacht."

Den aktuellen Stand der Technik nutzen

HandwerkDie Schreinerei Brammertz hat sich intensiv mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinandergesetzt und mithilfe von digitalen Werkzeugen die gesamten Arbeitsabläufe im Unternehmen vereinfacht und optimiert. "Wir möchten den aktuellen Stand der Technik nutzen und davon profitieren", sagt Max Brammertz, der die Schreinerei gemeinsam mit seinen Eltern Alice und Eduard sowie seiner Schwester Aline führt. "Ob in der Werkstatt oder mit dem Tablet auf der Baustelle – wir können jederzeit auf alle wichtigen Daten zugreifen. Ob Kundenordner, Angebote, Aufmaß oder die gesamte Infrastruktur im Unternehmen: Alles ist in den "Brammertz-Digi-Workflow" eingebunden.

Auf dem zweiten Platz in der Kategorie Digitalisierung landeten die Möbelwerkstätten Matthias Elbracht aus Köln, die sich schon seit geraumer Zeit auf ein 3D-Laseraußmaß, eine entsprechende Anbindung an CAD-Systeme und eine digitale Baustellendokumentation spezialisiert haben. Den dritten Rang belegte die Lohmann Möbel GmbH aus Everswinkel für die Erstellung und Einführung eines individuellen Lagerprogramms, mit dem rund 1.500 verschiedene Kanten verwaltet werden.

Die Mischung macht's

Die zweite Kategorie legte unter dem Titel "Zukunftsbildung – vom Azubi bis zum Nachfolger" den Fokus auf die Themen Nachwuchsgewinnung und Personalmanagement. Auch in diesem Bereich konnte die Schreinerei Brammertz die Jury am meisten überzeugen. Das Aachener Unternehmen, in dem Mitarbeiter im Alter zwischen 16 und 70 Jahren arbeiten, setzt auf eine Mischung aus jungen und alten Fachkräften.

Den zweiten Platz belegte die Tischler-Innung Herford, die vor allem mit der überbetrieblichen Lehrwerkstatt immer wieder öffentlichkeitswirksame Aktionen initiiert – wie beispielsweise eine Miniaturwerkstatt für Messeauftritte, der Bau einer Holzzwinge in Weltrekordgröße und einen deutsch-dänischen Lehrlingsaustausch. Den dritten Preis erhielt die Tischlerei Biesemann aus Wesel für ihren ganzheitlichen Ansatz zur Mitarbeitergewinnung und -bindung.

Digitale Inhalte in die Ausbildung integrieren

HandwerkZusätzlich zu den Preisträgern in den beiden Kategorien vergab die Jury noch einen Sonderpreis für das Projekt digiTS – Digitale Technologien in der Tischlerausbildung. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative des Berufskollegs Bergisch Gladbach, der Ausbildungsstätte der Handwerkskammer zu Köln und Betriebsinhabern aus den Tischler-Innungen Köln und Bergisches Land. Ziel ist es, digitale Inhalte in die überbetriebliche Tischlerausbildung zu integrieren, um die Fachkräfte von morgen fit zu machen im Umgang mit neuen Technologien. Mit dem Sonderpreis soll u.a. die filmische Dokumentation des Projektes unterstützt werden.

Fotos: © Tanja Pickartz

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