Orgelbau und Orgelmusik sind Kulturerbe

Sie gilt als die Königin der Instrumente: Der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland wurden heute in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Das Unternehmen von Philipp C.A. Klais aus Bonn baute die Orgel für den Großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg. Foto: © Maxim Schulz/Elbphilharmonie Hamburg

Die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland ist in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden.  Dies hat der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe bekannt gegeben, der noch bis 9. Dezember auf der südkoreanischen Insel Jeju tagt.

400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitern und 180 Auszubildende: sie prägen das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus in Deutschland. Über 50.000 Orgeln sind hierzulande im Einsatz. Gespielt werden sie von 3.500 hauptamtlichen und zehntausenden ehrenamtlichen Organisten. Auch in Japan, auf den Philippinen, in Brasilien oder den USA erklingen in Deutschland produzierte Orgeln.

"Über Jahrhunderte gewachsenes kulturelles Erbe"

Die Nominierung hatte Deutschland im März 2016 bei der Unesco eingereicht. Staatsministerin Monika Grütters freute sich über die Aufnahme in die Kulturerbe-Liste: "Deutschland kann auf eine große Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik zurückblicken, die weltweit ihresgleichen sucht. Durch die Aufnahme in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes wird die Bedeutung dieses über Jahrhunderte gewachsenen kulturellen Erbes gebührend gewürdigt."

Dr. Susanne Eisenmann, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und baden-württembergische Kultusministerin, ergänzt: "Die vielen lokal- und regionalspezifischen Orgelbaustile in Deutschland machen einen wichtigen Teil dieses reichen Kulturerbes aus. Faszinierend ist für viele auch das vielschichtige Klangspektrum dieser 'Königin der Instrumente'."

Der Bauprozess einer Orgel, das komplexe Zusammenspiel ihrer unzähligen Bestandteile, die aufwendige Intonation zur Klangerzeugung – das sei wahrlich ein Meisterwerk, das Generationen und sogar Epochen überdauern kann. "Junge Menschen erlernen das Orgelbau-Handwerk bei uns im bewährten Rahmen einer dualen Ausbildung."

Formen Immateriellen Kulturerbes (nicht zu verwechseln mit dem Unesco-Welterbe) sindvon menschlichem Wissen und Können getragen. Sie sind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist, vermitteln Identität und Kontinuität. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und fortwährend neu gestaltet. Zu den Ausdrucksformen gehören etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen wie auch Bräuche, Feste und Handwerkskünste. Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zum Immateriellen Kulturerbe zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Unesco-Listen des Immateriellen Kulturerbes. Quelle: Deutsche Unesco-Kommission

Foto: © Maxim Schulz/Elbphilharmonie Hamburg

 

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