Ladesäulen-Strom oft teurer als Haushaltsstrom

Wer mit seinem Elektroauto an öffentlichen Ladesäulen Strom tanken will, zahlt oft zu viel und muss sich häufig erst anmelden. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Ladestation
Wer sein Elektrofahrzeug auftankt, zahlt oft deutlich mehr als für den Strom zu Hause. (Foto: © flippo/123RF.com)


Im Auftrag des Energie-Unternehmens Lichtblick hat das Marktforschungsinstitut Statista rund 80 Prozent der öffentlichen Ladesäulen in Deutschland stichprobenartig geprüft. Das Ergebnis: Stromtanken ist hierzulande zu kompliziert und oft auch zu teuer.


Da die meisten Ladesäulenbetreiber laut Lichtblick nicht nach Verbrauch abrechneten, sondern nach Ladezeit, ergäben sich umgerechnet auf den Preis pro Kilowattstunde oft deutlich höhere Preise als für den Strom zu Hause. Der koste durchschnittlich 29 Cent je Kilowattstunde. Bei vielen der elf geprüften Ladensäulenbetreiber lagen die Preise hingegen zwischen 32,2 Cent bis hin zu 66,9 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Betreiber im Raum Stuttgart käme sogar zu den 32,4 Cent Stromkosten je Kilowattstunde noch eine Registrierungsgebühr von 20 Euro oben drauf.

Erst anmelden – dann tanken

ElektroautoNur drei Betreiber verlangten Preise, die mit denen für Haushaltsstrom vergleichbar seien. Kostenlos tanken können Elektro-Autofahrer bisher noch bei den Stadtwerken Leipzig, den Stadtwerken Düsseldorf und der RheinEnergie. Aber nicht nur die Preise stehen bei dem Unternehmen, das die Studie in Auftrag gegeben hat, in der Kritik, sondern auch das gesamte Prozedere.

Bei acht der elf untersuchten Betreiber ist es nicht möglich, das Elektrofahrzeug spontan aufzuladen. Die Besitzer müssen sich erst vorher anmelden. Beim Tanken in Hamburg fielen zudem noch versteckte Kosten an: Wollte der Autofahrer per SMS bezahlen, kamen zusätzlich ein Starttarif von 1,73 Euro sowie ein fester Aufschlag von 12,5 Prozent auf den Gesamtbetrag als Servicegebühr auf die Rechnung.

Ladestationen dem Netz zuschlagen?

Das Energieunternehmen Lichtblick schlägt angesichts der Studienergebnisse vor, dass künftig jeder Kunde seinen Haushaltsstrom-Tarif an jeder öffentlichen Ladesäule tanken können sollte. Zudem sollten die Strom-Zapfsäulen dem Netz zugeschlagen werden, so dass jeder Stromanbieter seine Tarife an jeder Ladesäule anbieten könne. Nur so kann laut Lichtblick die regionale Monopolstellung einzelner Betreiber verhindert werden.


Fotos: © flippo/123RF.com/© stylephotographs/123RF.com

Leserkommentare

nach oben